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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 24 · p. Seite 495-496

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 24
Date
1851-01-01
Page
Seite 495-496 (sequence 15)
Language
German
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496 Assyrische Alterthürner. 485 denselben Tribut auferlegte, welcher den früheren Königen entrichtet worden war. Die einzige Tafel in Khorsabad, welche diese Eroberung in einigen Details zeigt (Platte 70), ist unglücklicherweise sehr verstümmelt. Sollte jedoch Herr Saulcy, den die Franzosen jetzt nach Syrien schicken, ein Duplikat von SaLmanaffars Annalen gut erhalten antreffen, so wird der Name des Königs von Israel vermuthlich noch wieder entdeckt werden. ' Im zweiten Jahre seiner Regierung unterjochte Salmanassar die Könige von Libnah und Khazita (das Kadytis des Herodot)- die von Aegypten abhängig waren und im siebenten Jahre seiner Regierung empfing er Tribut unmittelbar vom Könige jenes Landes, welcher Pirhu genannt wird, vermuthlich für,^'->2 „Pharao", der Name, unter welchem die Könige von Aegypten den Juden und andern semitischen Nationen bekannt waren. Auf diese Bestrafung der Aegypter-durch Sargon oder Salmanassar wird im 20. Kapitel des Iesaias angespielt. Zu den andern Großthaten des Salmanassar, die sich in seinen Annalen finden, gehören die Eroberung von Asdot, worauf auch Iesaias 20, 1 angespielt wird, und die Unterwerfung der Stadt Immai, in der Bibel Jabneh oder Jammh, auch Jemnaan (Judith 2, 28) und von den Griechen IccfivsLct genannt. Übereinstimmend mit Menander's Angabe, daß Salmanassar mit den Cittaern gegen Sidon streiten half, finden wir Statue und Inschrift dieses Königs, Sargina, auf der Insel Cypern, welche an dieses Ereigniß erinnern, und um die Kette der Beweise zw vervollständigen, behielt die von ihm und nach ihm benannte Stadt , deren Ruinen jetzt Khorsabad heißen, unter den Syrern den Namen Sarghrrn bis zur Eroberung durch die Araber bei. Ich weiß nicht genau, wie lange Salmanassar regierte, oder lob er eine zweite Expedition nach Palästina machte. Seme Annalen in Khorsabad reichen nur bis zum fünfzehnten Jahre, und obwohl die Namen vieler Städte angegeben find, welche er in Eölesyrien und am Euphrat einnahm — z. B. Hamath, Berraa, Damaskus, Bambyce und Carchemisch — so bin ich doch nicht im Stande, seiner Spur in das eigentliche Judäa zu folgen. Auf einer Tafel jedoch, welche er gegen das Ende feiner Regierung in dem Palaste des ersten Sardinapal zu Nimrud aafstcllte, nennt er sich selbst „Eroberer des entfernten Judäa", und ich glaube deßhglb eher, daß der Zug, auf welchem er nach einer dreijährigen Belagerung von Samarla, den Hauptkern der Stamme Israels wegführte, und welche der Bibel zufolge im sechsten Jahre des Hiskia beendigt wurde, nach der Erbauung des Palastes von Khorsabad geschehen sein muß. Ohne diese Erläuterung werden wir hinsichtlich der Zeitbestimmungen verwirrt werden; denn ich werde jetzt zeigen, daß wir eine bestimmte Notiz von .Sarrherib's Angriff auf Jerusalem im dritten Jahre seiner Regierung haben und so bestimmen können, daß ein Zeitraum von wenigstens Achtzehn 'Jahren zwischen dem letztgenannten Ereigniß und dem samaritanischen Feldzuge statt gefunden habe, während wir in der Bibel finden, daß die große Gefangenschaft vom sechsten Jahre des Hiskia und die Invasion des Sanherib vom vierzehnten datire. Ich gehe nun zu den Annalen des Sanherib über. Dies ist der König, welcher den großen Palast zu Koyunjik baute, den neuerdings Layard ausgegraben har. Er war der Sohn des Sargina oder Salmanassar und fein Name ganz durch Monogramme ausgedrückt, mag Sennachi-riba ausgesprochen worden sein. , Die Ereignisse ferner Herrschaft erheben jedenfalls seine geschichtliche Identität, über allen Zweifel. Er begann seine Laufbahn mit der Unterjochung der Babylonier unter ihrem Könige Merodach-Baladan, welcher auch der Gegner feines Vaters gewesen war — zwei wichtige Punkte, worin sogleich sowohl mit der Schrift als mit dem Bericht Polyhistors Uebereinstimmung erlangt worden ist. Die Annalen des dritten Jahres der Regierung Sanherib's, die ich soeben nach der Copie einer Inschrift, welche von Herrn Lagard von einem Stiere am großen Koyunjik-Palaste genommen worden, entziffert habe, enthalten jedoch jene überraschenden Coincidenzpunkte, welche Anfangs meine Aufmerksamkeit erregte und natürlich, nachdem sie einmal erkannt waren, zur vollständigen Entfaltung dieser ganzen Geschichtsperiode führten. Im dritten Jahre ferner Regierung unternahm Sanherib einen Feldzug gegen Luliga, König von Sidon (der ’EXovlaiog des Menander), welcher ihm vollständig gelang. Er wurde später zu Operationen gegen einige andere Städte Syriens, die ich noch nicht festgestellt habe, veranlaßt und, während er damit beschäftigt war, von einem Aufstande in Palästina benachrichtigt. Die Einwohner dieses Landes hatten sich in der That gegen ihren König Padiya und die seitens des assyrischen Monarchen über sie gesetzten Beamten erhoben, hatten dieselben vertrieben nnd genöthigt, bei Hiskias, König von Jerusalem, der Hauptstadt von Judäa, Schutz zu suchen. (Die Orthographie dieser drei Namen entspricht sehr genau der hebräischen Schreibart : Kehazakiyahu für tfrpin , Ursalimma für und Pahuda für rnVP.) Die Rebellen wandten sich dann an die Könige von Aegypten um Hülfe, und eine große Armee, bestehend aus Reiterei und Fußvolk, marschirte unter dem Befehl des Königs Pelusium. um sich mit ihm zu vereinigen. Sanherib rückte dieser Armee sogleich entgegen und brachte ihr in einem Gefecht in der Nahe der Stadt Allaku (?) eine vollständige Niederlage bei. Er machte auch viele Gefangene, die er theils hinrichten ließ, theils anderweitig verwendete. Padiya kehrte nun von Jerusalem zurück und wurde in seine Herrschaft wieder eingesetzt. Unterdessen entstand aber zwischen Sanherib und Hiskias ein Streit wegen des Tributs. Sanherib verheerete das offene Land, indem er „Alle befestigte Städte von Juda" einnahm, und bedrohte zuletzt Jerusalem. Nun unterwarf sich Hiskias und bot dem Könige von Assyrien als Tribut dreißig Talente Gold/dreihundert Talente Silber, die Tempelzierrathen, Sclaven, Knaben und Mädchen, sowie

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