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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 23 · p. Seite 471-472

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 23
Date
1851-01-01
Page
Seite 471-472 (sequence 55)
Language
German
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471 Die spekulative Kabbala des R. AftieU 472 vom absoluten En-Sof ausgehenden Potenzen alles durch die Quantität begrenzten Realen, welche gleich dem Willen, der 'ohne sein Wesen zu ändern, verschiedene Objekte will, die Möglichkeiten der verschiedenartigsten Dinge sind. (Antwort 3 u. 9.) Proposition!. Der Urgrund und Leiter der Welt ist das En-Sof, das sowohl immanent als tränseendent ist. (Antwort 1.) Beweis 1. Jede Wirkung hat eine Ursache, alles, was geordnet und planmäßig ist, einen Leiter. (Antwort 1.) Beweis 2. Alles Schtbare ist begrenzt, was begrenzt ist endlich, was endlich nicht absolut identisch; der Urgrund der Welt ist unsichtbar; folglich ist er unbegrenzt, unendlich, absolut identisch, d. h. er ist En- Sof. (Antwort 2.)' Beweis 3. Da der Urgrund der Welt unendlich ist, so kann Nichts außer (extra) ihm existiren; folglich ist er immanent. (Daselbst.) Scholion. Da das C'n-Sof unsichtbar und erhaben ist, so ist cs die Wurzel des Glaubens und des Unglaubens. (Daselbst.) Proposition II. Die Vermittler zwischen dem absoluten En-Sof und der realen Welt sind die S efirot. Beweis. Da die reale Welt begrenzt und nicht stets vollkommen ist, so kann sie nicht unmittelbar vom En-Sof ausgehen; das En-Sof muß aber auf dieselbe einwirken, da im entgegengesetzten Falle' dessen Vollkommenheit aufgehoben würde: folglich müssen die Vermittler die Sefirot sein, die in inniger Verbindung mit dem En-Sof vollkommen, in ihrer Abgctrenntheit unvollkommen sind. (Antwort 3.) Scholio ir. Da alles Vorhandene vermittelst der Sefirot entstanden ist, so giebt es eine obere, mittlere und untere Stufe der realen Welt. (Siehe weiter unten Propos. VI.) .Proposition?H. Die vermittelnden Sefirot sind zehn. Beweis. Jeder Körper hat drei Dimensionen, von denen jede einzelne wieder die drei wiederholt (3-f-3); rechnet man das Raumverhältniß überhaupt dazu, so giebt dies die Zahl zehn. Da nun die Sefirot die Potenzen alles Begrenzten sind, so muß es deren zehn geben. (Antwort 4.) Scholion 1« Die Zahl zehn steht mit der absoluten Einheit des En-Sof nicht in Widerspruch, da Eins der Grund aller Zahlen ist, die Mehrheit aus der Einheit heworgeht, die Kenne schon die Entwickelung involviren, sowie Feuer, Flamme, Funken und Farben einen Grund haben, obwohl sie von einander verschieden sind. (Antwort 6.) : Sch oliou 2. S»wie alles Gedachte, selbst der Geist als gedachtes Objekt, begrenzt, conerct wird und Maaß hat, obwohl das reine Denken, vom En-Sof ausgehend, unendlich ist: so sind Grenze, Maaß und Concretion die Attribute der Sefirot. (Antwort?.) Proposition IV. Die Sefirot emanirt, nicht geschaffen. Beweis 1. Da das absolute En-Sof vollkommen ist, so müssen die von ihm ausgehenden.Sefirot auch vollkommen sein, sie sind daher nicht geschaffen. (Antw.5.) Beweis 2. Alles Geschaffene vermindert sich durch Abnahme; die Sefirot vermindern sich nicht, da ihre Thätigkeit nie aufhört: folglich können sie nicht geschaffen sein. (Daselbst.) Scholion. Die erste Sesira lag als Dynainis im En-Sof, ehe sie zur Wirklichkeit wurde; die zweite Sefira als Potenz der intelleetuellen Welt trat daun hervor; später folgten die Sefirot füt die sensuelle und naturelle Welt. Daraus folgt aber kein prius und posterius, keine Gradation im En-Sof, gleichwie ein Licht, die an ihm entzündeten Lichter, die früher und später und verschieden leuchten, als Einheit in sich enthält. (Antwort 8.) Proposition V. DieSefirot sind thätig und leidend (bspnD) b^pD). Beweis. Da die Sefirot die Einheit des Eu- Sof nicht anfheben dürfen, so muß jede von der vorhergehenden empfangen und der folgenden mittheiten, d. h. thätig und leidend sein. (Antwort 11.) Proposition VI. Die erste Sefira heißt R nm- Mcüala, die zweite Chachma, die dritte Bina, die vierte Chefed, die fünfte P ach ad, die sechste Tiferet, die siebente Neza ch, die achte H 6 d, die die neunte Zaddik Jesod ''Olam, die zehnte Zedek. Scholion 1. Die ersten drei Sefirot bilden die Welt der Idee, die folgenden drei die der Seele, und die letzten vier die des Körpers, und entsprechen also der intellectuellen, sensuellen und naturellen Wett. (Antwort 10.) S ch o l i o n 2. Die erste Sefira steht in Beziehung zur Seele insofern sie Jcchida, die zweite insofern sie Chaja, die dritte insofern sie Ruach, die vierte insofern sie Ne fesch, die fünfte insofern sie Neschama heißt; die sechste wirkt auf das Blut, die siebente auf das Gebein, die achte auf die Adern, die neunte auf das Fleisch und die zehnte auf die Haut. (Daselbst.) Scholion 3. Die erste Sefira gleicht dem verborgenen Lichte, die zweite dem h i m m e l b l a u e n, die dritte dem gelben, die vierte dem weißen, die fünfte dem rothen, die sechste dem weiß-rothen, die siebente dem w e iß l i ch - r o t (; c n , die achte dem rothlich - weißen, die neunte dem wciß-roth-

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