Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 23
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 449-450 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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449 Die Midrasch-Literatur. 450 da ihm die Halacha's zahllos erscheinen, wie dem Elleser aus Worms die kabbalistischen Barajta's. Diese 80 Midraschim oder Haggada-Werke sind freilich nur so im Allgemeinen genannt worden, und man kann dieser Aussage keinen historischen Werth beilegen; indessen ist es gewiß, daß sich bei den Alten zahlreiche Midraschim und Haggada-Werke fanden, die theils ganz verloren gegangen, theils noch aufzusuchen und zu beschreiben sind. Elijja Wilna hat bereits aus Schriften ermittelt, daß unter den kleinen Traktaten es auch ein p^Difi und nnift gegeben, jetzt haben wir diese gedruckt vor uns; er hat aber auch ein nDlfl fDDD ermittelt, das noch aufzusuchen ist. Raschi hatte vor sich iWSTO rfttN KHID und in seinem Commentar zu Hiob 21, 11 ist daraus eine Stelle angeführt; im Sohar zu Lew p. 37 wird dieser Midrasch als m TO NnTOv N1DD angeführt, und der Herausgeber ist daher der Meinung, daß dies wäre das :rvTO 'NmiN “iDD, dessen im Talmud (Scmhedrin 57b) erwähnt ist. Isr. Alnaqua in seinem rte DDT MM im2.Kapitel, genannt D\n bru pnD (hinter rjDDn rWND gedruckt) führt 2 Kapitel aus rw?OD rfttN an, nämlich c. 40 und 41, wo aber dieser Midrasch rn Wn genannt ist, was natürlich in unserem Tanna debe Elijjahu sich nicht findet. Diesen Midrasch hat zuerst Lonsauo aus einer kostbaren HS. in seinen nVT (Venedig, 161.8, 4) abgedruckt und da dieses Werk Lonsano's sehr selten ist und mancher Gelehrte es kaum zu sehen bekommt, so war es von Abr. Wilna sehr verdienstlich, es nochmals zu ediren. Möchte auch der -|UN Emo, den Lonsona in Händen gehabt und in einem zweiten Theile feiner niT herausgkben wollte, bald einen Editor finden! In dem Vorworte giebt der Herausgeber auch die Stellen an, wo die nnö p&m a'jniN HMD, oder ODD NTOTO 'ß oder arVlE geannt, Vorkommen; ebenso die über welchen die Tosasisten, der npN."! u. A. noch vor sich gehabt; ferner die über riVWl nrpDn TOD TODD , was aber bereits in der Literaturgeschichte bekannt ist und auch in meinem erwähnten Aufsätze erwähnt wurde. Dann sagt der Herausgeber im Vorworte, daß er unter der Presse das NIM DTO&7 &THD habe, welches Tofafat (Jebamot 16 b) auch vvnp^DD nennt; aber dieses aus einer HS« gedruckte ist bei uns gar nicht bekannt.geworden und Niemand hat auch nur die geringste Notiz darüber gebracht. Auch hatte dieser Abr« Wilna die Absicht, einen ausführlichen Bericht über sämmtliche Midraschim zu geben, insoweit sic nur irgendwo eitirt worden, und diesen wollte er mit der Herausgabe von 151m NDpDD verbinden, was aber unterblieben zu sein scheint, da wir diese von einem andern, Wolf Jsser aus Wilna, haben. 3) düvdjn ddd , genannt n\iP r&lD in aramäischem Original mit der alten hebräischen Uebersetzung und dazu eine englische, besorgt von Hirschel Filipüwski. London, 1851, 16. Zunz in GV. der Juden (S. 134) giebt über dieses aramässche Schriftchen an: ,,Es enthält eine ziemlich fabelhafte Beschreibung der Bedrückung des Antiochos und der Siege der Hasmonäer und folgt in der Zeitrechnung und manchen andern das Fest Chenuka betreffenden Nachrichten dem Talmud. Der Text Hot..sich in Handschriften erhalten, sein Inhalt wird von verschiedenen alten Autoren citirt; die hebräische Uebersetzung ist oft gedruckt". Der Herausgeber F., der nach einer einzigen HS. des britischen Museum (Hunt. 6686) dieses Schriftchen edirt, (die hebr. Uebersetzung nach 0« t 5713 daselbst), hat sich nicht einmal die Mühe genommen, diese Notiz mit den Lehrreichen Nachweisen zu lesen, da sonst derselbe viel besser hätte hergestellt werden können und eine einleitende Notiz dom Leser einiges geboten haben würde. Aus der Leipziger HS. hätte er erfahren können, daß der Titel DZTOJNH sVD^D lautet, was auch allein richtig ist. Der Schluß dieser HS. ist: nTO M.1Q nD^tW ijto» PD1 rppiDDi, woraus man schließen möchte, daß sie vielleicht an Chanukka öffentlich vorgelcsen worden sein mochte. Die hebräische Uebersetzung uron P&7DD ist schon vielfach in sefardjschen Machasorim gedruckt gewesen und unter dem Namen Ol 0D1TOX nblD riDjn auch besonders. Mantua, 1551, 8; Venedig, 1606, 8. — Bei Gelegenheit dieser Anzeigen will ich der neueren Midrasch - Kommentare gedenken, insoweit sie mir zugekommcn; denn wenn diese auch nicht diese Literatur bereichern, so fördern sie doch das Studium derselben durch diereichlichen Nachweise, die sie bieten. 4) Kommentare zu Midraschim von Chauech Sundel ben Josef aus Bialystock und zwar: а) ppv *)DT> tjiy 's Dy TOD TON . Midrasch Echa mit einem Doppelcomm., nämlich rpT« rpy , worin einfach der Wortsinn erläutert und die nichtigsten Lesarten ermittelt, und dann ppp yy , worin die Meinungen der Ausleger geprüft und im Zusammenhänge erläutert worden. Mit dem Texte gedruckt: Wilna-Grodno, 1829, 4. (Bl. 59); überdruck't: Wilna, 1840, 4. *»' DHHO Dp 'DT) "inCN KTHD. SJcibrafdj Gsfter mit ebenso benannten zwei Commentaren: Wilna-Grodno, 1729, 4 (Bl. 30). c) OnifrO W Dy DN t£HDD . Midrasch zu Rut mit ähnlichen zwei Commentaren: Wilna-Grodno, 1829, 4 (Bl. 23). б) anW Dy Nöimn Brno . Der bekannte Midrasch mit solchen zwei Commentaren: Wilna, 1833, 4. e) Dnno 'W Dy tOD D^y MD. Das große Chro, nikon des Jose den.Chalefta mit gleichem Doppelcommentare ppp und ppp py , und dazu noch unter dem Titel rpp fortlaufende Nachweise der Parallelstellen: Wilna, 1845, 8 (S. 87). Ich brauche wohl kaum zu erinnern, baß diese Commentare, namentlich zu Seder Dlam, für die Forscher durch den Reichthum der Parallelen von großem Nutzen sind und es wird Keiner sie unbefriedigt aus der Hand legen. Oer Ver- 29