Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 23
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 443-444 (sequence 27)
- Language
- German
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444 Sprüche des Talmud. Kulturgeschichtlicher Bericht über dieselben. 443 I o ni e n die lykurgischen Gesetze abschüttelte und in Schwelgerei versank. (Aelian, vermischte Nachrichten XIII, 18.) S. 129, Note 2. Das spanische Sprichwort ist damit zu vergleichen: „Medicos de Valencia luenga haldas y poco scienza“. („Die Aerzte in Valenzia haben lange Mantel und kurzen Verstand".) , S. 130, Nr. 166. Das Wort „Nase" wird von den Römern oft gebraucht für Verstand. So Martial (l, 42) „non cuicumque datum est habere nasum“. („ Es ist nicht jedem gegeben, eine Nase zu haben".) S. 135, Nr. 179. Italienisch: „ tanto e chi rabba quanto chi tiene il sacco („Der den Sack hält ist so strafbar als der Dieb".) S. 135, Nr. 181. Das französische Sprichwort; „ pauvres gens ne sont pas riches“. („ Arme Leute sind nicht reich ") drückt dasselbe aus. Dies französische Sprichwort ist nach F uretieres (Metionaire kran^aise Art. riebe) als Entschuldigung von Personen gebraucht, deren Mittel keine großen Ausgaben erlauben. Es ist dieses französische Sprichwort auch vorzüglich als Gegensatz von einem andern hebräischen Sprichwort zu betrachten (vrgl. Blumenlese S. 102, Nr. 74). Jones radelt die Reichen wenn sie zur Unzeit geizig sind, dieses tadelt die Armen wenn sie zur Unzeit verschwenden, und bei dem Armen ist verschwenden immer zur Unzest. S. 138, Nr. 190. Französisch: „le sang du Soldat fait le grand Capifcaine‘c. („ Das Blut der Soldaten macht den großen Eapitän".) ~ S. 139, Nr. 193. „Besser nicht geben — sagt das deutsche Sprichwort — als geraubtes Almosen." S. 140, Nr. 198. Das italienische Dictum: cbi vuol tutto perde tiitto<c („Wer alles will, verliert alles") drückt sprichwörtlich den Sinn dieser Fabel aus. S. 140, Nr. 196. Pittakus —- einer der 7 Weifen — versinnbildlichte das Glück durch eine Treppe, welche er dem-Tempel in Mythlene als Weihgeschenk darbrachte. Er wollte damit die durch das Glück bewirkten Bewegungen nach Oben und Unten andeuten, indem die Glücklichen hinauf und die Unglücklichen hinuntersteigen. (Aelian vermischte Nachrichten II,29, S. 141, Nr. 201. In gewisser Beziehung gehört auch das spanische Sprichwort hierher: „ Hombre que suffre cuernos sufria los dientes rnenos“. („Ein Mann, welcher erlaubt, daß man ihm Hörner aufsetzt, wird erlauben, daß man ihm die Zähne auszichet".) S. 142, Nr. 204. Italienisch: „chi vuol fusco, ha da patire il fumo“. („Wer Feuer will, muß auch den Rauch vertragen".) S. 146, Nr. 221. Italienisch: „chi e scotato dal acqua chalda ha paura deila fredda." („Wer sich an heißen Wasser gebrannt hat, fürchtet auch das kalte".) S. 146, Nr. 221. Publius Syrus: Nulli imponens, quod ipse ferre non queas, („Fordere von Niemanden was du selbst nicht leiden magst, daß man es von dir fordert".) S. 158, Nr. 2,80. Spani sch: „los que saben tres, sabe todos res“. („Was 3 Person«?» wissen, wissen alle".) . S. 159, Nr. 282. Ebenso spanisch: „qoando todos te dixore» que eres ^sno rebuzna“. („Wenn alle dir sagen, du seiest ein Esel, so schreie wie ein Esel".). S. 160, Nr. 295. Das spanische Sprichwort sagt: „ Dios es. el que sana, y el Medico lleva la plata“. („Gott heilt, und dem Arzt giebt man das Geld".) Ebenso deutsch: „Gott hilft, und dem Arzt dankt man". S. 166, Nr. 296. Das deutsche Sprichwort: „zehn Gulden wohl gerathen, sind besser als 100 übelgerathen" gehört hierher. S. 164, Nr. 3V6. Italienisch: „Uno fa il recato, e l’altero la renitenza“. („ Der eine thut die Sünde, und der andere muß Buße dafür thun".) S. 169, Nr. 327. „Der Fisch — sagt das deutsche Sprichwort — fängt beim Kopfe an zu stinken". S. 171, Nr. 335. Eben so spanisch: „En el caso donde falta el pan todos eren y todos tienen razoh“. („In dem Hause, wo das Brod ausgegangen ist, zankt jeder und jeder hat Recht".) S. 171, Nr. 337. Ein spanisches Sprichwort sagt: „abax anse los andarues y al canse los muladares“, („Die Mauern senken sich und die Mistberge erheben sich".) Das h ebraische Sprichwort ist als Antwort auf das spanische zu betrachten. Das spanische spricht eine bloße Betrachtung des Weltlaufs, das hebr äisch e giebt eine tröstende Reflexion dazu. S. 177, Nr. 366. Ebenso spanisch: „Guien al cielo escupe en la cara le cae“. („Wer gegen den Himmel speiet, den fällt es in's Gesicht zurück") und ebenso wörtlich italienisch: „chi sputa verso il cielo, li ricade sie la facia“. Das deutsche Sprichwort drückt diesen Gedanken so aus: „Wer über sich hauet, dem fallen die Späne in die Augen".