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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 23 · p. Seite 441-442

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 23
Date
1851-01-01
Page
Seite 441-442 (sequence 25)
Language
German
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Sprüche des Talmud. Kulturgeschichtlicher Bericht über dieselben. 441 Das deutsche Sprichwort: „Wer den Armen sein Ohr verstopft, den hört St. Peter nicht" ist ebenfalls eine Bibelstelle üfN DL3k\ daß St. Peter statt Gott genannt ist. Eben so „Auge um Auge, Zahn um Zahn", welches in Ex. sich befindet. Das deutsche: „der Apfel schmeckt süß>, um den nun die Wache betrügt" ebenso: „gestohlen Master ist Malvasier" ist nur das :pn£p D^O . Das deutsche: „ Unwilliger Bote, guter Prophet" ist das ^)rn ntt bxy . Der hebräische Ausspruch ist poetischer, und enthalt den deutschen, welcher mehr reflexiv ist, in sich. Das französische Sprichwort (bei Körte gelegentlich in Nr. 7009 angeführt): „?§ues et vents sans Pleuvoii-“ ist doch nur }i*t Dfiyjn nm dwgm . Nach diesen allgemeinen Andeutungen, lasten wir hier die Parallelen selbst folgen. a) Parallelen zu Ben Sira. S. 74, Nr. 29. Auf diese Fabel von der erstarrrten Schlange, die wir daselbst angeführt haben, beziehet sich auch das italienische Sprichwort: „chi si alleva il serpe in seno, e pegato di reneno“ („ Wer die Schlange in seinem Busen nährt, wird mit Gift bezahlt"). Der hebräische Ausspruch drückt den Gedanken in der größten Allgemeinheit aus, der italienische ist als losgetcennte Moral der Fabel zu betrachten. S. 81. Italienisch lautet derselbe Gedanke: „Mi da il suo avanti di morire, aporecchisi a ben soffrire“ („Wer sein Vermögen vor seinem Lode hergiebt, muß gefaßt sein viel zu leiden"). Der Engländer James Ho well drückt dasselbe so aus: D’off (do off) not thy cloths tili thou. goest to bed; INor part thy Estate tili thou art dead. („Entkleide dich nicht, bevor du zu Bett gehest, und vertheile dein Vermögen nicht vor deinem Lode"). Ueber diesen Schriftsteller vergl. Duplessi's: Bibliographie paroemiologique Paris 1847, S. 392, Nr. 841). ff) Parallelen zu den talmudischen Sprüchen. S. 8 8,- Nr.. 10. Das italienische Sprichwort sagt: „le lagrsine dvgli ascolfcanti sono le iodi fiel predicatore“ („die Thränen der Zuhörer sind das Lob des Predigers"). S. 88, Nr. 12. Vergl. weiter unten Nr. 552. Nr. 98, Nr. 47. Das griechrsche Sprichwort (Diogenes Laer« tius 2frt. Pher cides): „Die Haut weißt't aus" ist als Parallele zn betrachten, obwohl dasselbe dort bei einer andern Gelegenheit gebraucht wird. L42 S. 98, Nr. 51. Das italienische Sprichwort sagt: „L'inkermd ba liberta di dire il tutto(„Der Kranke hat das Recht, alles zu sagen". S. 100, Nr. 60. Itali enisch: „Una fava in Roco de Leone". („Eine Bohne für den Mund eines Löwen". S. 112, Nr. 100. Spanisch: „Pues eommen^ates ei canlar aaeyes le de acabar". („Hast du angefangen, das Lied zu singen, so vollende' e's". S. 112, Nr. 101. Italienisch: „non la harba ma Tingegno fes 1 huomo d’inipiego degna“. („Nicht der Bart, sondern der Genius macht den Menschen würdig zue Uebernahme von Geschäften".) Mt diesem italienischen Spruch stehet auch das von Joseph del Medigo gebrauchte hebräische Distichon in Verbindung: G'Tya nonn d-di ]pi tb □''DnjJi O'V'N idd nViya Mon p« („Wäre Bart und Bauch Beweis der Weisheit, so gebe es keine größeren Weisen als die Böcke".) Das französische Sprichwort (welches wir mit seiner alten Orthographie nach le Roux de Lincy I. S. 137 geben) sagt ebenfalls: „En la grant Barbe ne gist pas li savoir“ („in dem großen Wart liegt nicht die Weisheit"). 8i pour avoir le noni de sage 11 suffit de porter une Barbe au menton Une che vre sur nous auroit grand avantage Elle vaudroit plus que Platon. (Richelet Dictionaire frangaise Art. Che vre). S. 116, Nr. 112. Es ist auch italienisch so ausgedrückt: „doue il fouime e piu fondo fa minor strepito“. („Wo der Fluß am tiefsten ist, macht er am wenigsten Geräusch".) Dieses Sprichwort spricht denselben Gedanken wie das Hebräische aus, aber in der entgegengesetzten Anschauungsweise. Auch folgendes itali enische gehört hierher: „dall acqua cheta mi guarda dio, che delia corrente'mi guardo io“ („Vor dem stehenden Wasser möge mich Gott bewahren vor dem fließenden werde ich mich selbst bewahren".) - S. 122, Nr. 131. Der Gegensatz von Löwe und Fuchs, welcher in der Fabel so bedeutend hervortritt, findet sich auch sonst, wo -aber der Fuchs nicht als Repräsentant der List und der Verschmitztheit ist, sondern wo er als Gegensatz des Löwen auftritt als Unbedeutendes und Kleines. Wir haben früher schon eine andere talmndische Parallele angeführt, welche lautet: a'byrb % nw pop Nninx "in Eine geistreiche Griechin hat ebenfalls dieses Bild gebraucht: „Die Löwen Griechenlands — sagte Lamia —- werden in Jonieu zu Füchsen". Dieselbe sagte, dieses als der Lacedämonier Ly fand er während seines Aufenthalts in

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