Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 23
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 431-432 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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431 432 Ueber Sentenzen und Sprichwörter. Cp-p^yrn /TON drbl! Die Sache verhalt sich aber anders, und Landauer ließ sich von seiner vorgefaßten Meinung irrekeiien. Die Verfasser des Sohar hatten — wie wir dies an einem andern Orte ausführlich Nachweisen werden — ursprünglich die Tendenz, dem Rationalismus entgegenzntreten und den in Werfall gerathenen Glauben neu zu beleben/ Sie nannten sich daher D'iWD als Verbreiter tiefer Geheimnisse, und ip'NLO Dmn Förderer des Glaubens. Da nun von den D'bwD in Dan. ansgcsagt wird: VTO rvmv so mußten sie ihr gemeinschaftliches Werk auch Sohar nennen. Dazu kommt, daß es gleich nach diesem Verse heißt: iböan yp ny ny iddh onm Dnmn oho rijnn HMD} D^17 worin um so mehr eine Aufforderung lag, daß mehrere Personen sich vereinten und von verschiedenen Punkten aus das Werk bekannt machten, um die höhere Gnosis zu verbreiten. So finden wir auch, daß R. Nissi m die Anhänger der Gnosis nennt. Siehe E'DP) 'M), S. 17: iw D'botiMDm bi “HD IHN o, nachdem R. Nissim das Sefer Jezira berührt hatte. Was aber die Beziehung auf die Armen betrifft, die Landauer nicht versteht, so hatte schon die alte Haggadw erklärt: pn ffl D^OKfDni npna ■> {0311 Siche Jalkut S chimeo ni z. St. Der Grund dieser Deutung ist, daß aus der Construction in bdr b'Dwa a/-. 41 hervorgeht, bvm werde von einem Armenausseher gebraucht; daher es auch absolut stehend npi!» vo3 bedeuten kann. Diese hermeneutische Regel, ein Wort absolut so zu nehmen, wie dessen Bedeutung an einer andern Stelle durch A p Position näher bestimmt wird, worauf die meisten nw nmi der Halacha beruhen, ist für das Verständniß der Haggada sehr wichtig. Ad. Jellinek. Ueber einige Sentenzen, Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten des Talmuds, nebst Parallelen zn den talmndis ch e n , Sprichwörtern gesammelt und erläutert von Leopold Dukes. Allgemeines. Wir lasten hier abermals, und selbk auf die Gefahr hin, daß dcr Leser lächeln würde über unsere jetzt dargebrachte allerletzte Gabe, eine kleine Sammlung von Sprüchen und Parallelen folgen, in der Meinung, daß da der Nutzen der Parallelen an und für sich einleuchtet, und bereits anderwärts dargethan ist, der Leser diese Sammlung nicht ohne Wohlwollen aufnehmen wird. Es sollte uns angenehm sein, wenn diese Parallelen auch andere veranlassen sollten, den von uns eingeschlagenen Weg zu betreten und auf diesem Wege Beiträge zur innern Culturgeschichte geliefert würden. Wir wollten hier auch einen kleinen Anhang „über das Verhaltniß der Sprichwörter zur Fabel" folgen lassen, welcher besonders auf die in den Midraschim und in den Talmuden sich befindenden Fabeln Bezug haben sollte. Wir haben über diesen Gegenstand bereits einige Andeutungen m unserer Einleitung zu gegeben, und Herr Dr. Laudsberg hat diesen Gegenstand ebenfalls gelegentlich — auf eine sehr ungenügende Weise besprochen. (Literaturblatt des Orients 1818, S. 67.) Verschiedene Ursachen haben uns aber bestimmt, diese Abhandlung für sich später folgen zu lassen. Wir haben hier nur bei einigen Sprichwörtern, die auf Fabeln Bezug haben, in so fern es noch nicht in der Blumenlese selbst schon ' geschehen ist) vorläufig einige Bemerkungen zu machen. Wir lassen hier ebenfalls einige sprichwörtliche Redensarten des Talmuds folgen, die gleichfalls Beachtung verdienen. Die Zahl derselben ist diesmal nicht groß, obwohl wir nicht behaupten wollen, daß wir sie jetzt erschöpft haben. Manche Stelle dürfte einem spätern Sammler überlassen bleiben. Es mögen sich allerdings noch mehrere darin finden, die vielleicht für das Lexikon mehr geeignet sind als für eine Sammlung von Sprichwörtern, und Herr David Löwt), der Verfasser des lehrreichen hebräischen Wörterbuches, welches wir bereits in diesen Blättern angezeigt haben (1818 Nr. 19. 20 f. fj möge besonders darauf sehen, von dieser Seite sein Lexikon so vollständig als möglich zu. machen. Es ist z. B. in dieser Hinsicht die Stelle (Bereschit Rabba Cap. 41) interessant, wo es h^ißt: rap mp DiNtco ’dhd m jmp jn d^inbo — * niDN mit* „Wenn der Mensch schlecht ist, heißt man ihn Sodom it, ist er hart, heißt man ihn Emorit". Eine solche Stelle ist interessant, denn sie ergänzt nicht nur das Maaß der Bedeutungen eines Wortes, sondern sie giebt auch eine geschichtliche Thatsache. (Der Artikel niDtt fehlt gänzlich in dem Wörlrrbuche des Herrn LLwy, so wie auch in Burtorfs Lexiken, hoffentlich wird derselbe düst Stelle im Art. ONO nachliefern.) Ebenso wird das Wort in einem Sinne und mir Zusammensetzungen gebraucht, die es als eine Art von sprichwörtlicher Redensart erscheinen lassen. Wir Lassen zur nähern Anschauung für den Leser die ganze Stelle hier folgen, um so mehr, da diesesWort ebenfalls bei Buxtorf fehlt. (Bereschit rabba Cap» 44 *£> 's) rtau . rw nrvD rto > jn mbnn — . mttf an”yn rtau . mbn mm ,, Es giebt 3 Dinge, die ein schwaches Sekrenstück zu andern geben. Das schwache Seitenstück des Todes ist der Schlaf: das schwache Seitenstück der Prophetie ist der Traum, das schwache Seitenstück des künftigen Lebens ist der Sabbat". (Das nfctf hier ist die Substantivform von welches „welken" bedeutet. Wörtlich hieße hier also das nfaü Dinge die verwelkt sind, d. h. die alle nur einen