Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 22
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 409-410 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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409 Jüdische mystische Sekten vor Saadja. 410 richteten Kriegsunternehmung, damals gegen die Macht des Badis, stellt Jl-n Khakan diesen als einen Gottlosen dar, rvelchcr alle Grundsätze der Religion und Moral unter die Füße tritt, der eben dessenungeachtet seine Macht zu erhalten und sein Gebiet zu schützen wußte bis zu dem Augenblicke, wo er, sich selbst ganz und gar den Vergnügungen hingebend, alle seine Geschäfte dem jüdischen Wesir anvertraute. Da der Artikel überel-Mutamid im Ganzen bereits von dem gelehrten Hrn. Dozy^ mitgetheilt worden ist, so sind wir enthoben, hier die ganze Stelle gegen Badis »viederzugeben, und wir beschränken uns darauf, blos die Stelle anzuführen, die uns hier besonders angeht, und wo er klar auf Josef ha- Nagid (denn Samuel war bereits um diese Zeit schon gestorben) anspielt: *npnöO , rpHNJO 'O dNplD KOI ■-jw rh rrcy nb) rro ntcp n1? , ./nNDDDDW IHN mDN bl JN ’bs , bl 'by pywt* mnx) , nNs'inoN 'NN inte 'O n# iNnDHi^bj , pny 'd Mi , ■jiqifcN ^astD •yiNrÄK "V 'D mnoi , ^nd^n *>♦ h. Indessen hörte er (Badis) nicht auf, mit Eifer an seine Zwecke zu gehen" und über seine Länder zu wachen, und ohne daß man ihm Langsamkeit oder Ueberstürzung vorwerfen konnte und ohne daß irgend einer seiner Schützlinge die geringste Furcht hattet bis.auf den Augenblick, wo er seine Geschäfte einem gewißen Juden anvertrauete, den er dazu für genügend hielt, und er stürzte sich in die Rennbahn der Nachlässigkeit, als wollte' er sie ganz und gar durchlaufen. Alsdann waren seine Geschäfte schneller hin als das Lampenlicht am Morgen^, und er war für nichts weiter eingenommen, als für das Getränk der Nacht und dessen 18) Siche: llistoria Abbadidarum, anetorc H. P« A. Dozy (Bd. I. Leyden, 1846, 4) p. 37 flg. Die Stelle, welche uns hier besonders angeht, befindet sich auf S. 51 und die lat. Uebersetzung auf S. 119—20. 19) Dozy übersetzt, mit der Ansicht des Hrn. Weijers übereinstimmend: non autem desierat ardere (alacritate) in loci s a se habitatis (f. p* 120 und Anm. 263). Ich bin der Glosse der HS. p. 734 der Nationalbibl. k. 13 gefolgt, wo das Wort inNJD durch nyttpft erklärt ist. 20) d. h. er wachte mit Sorgfalt über alle die, welche seinem Schutze anvertrauet waren (s. Hist. Abbadidorum p. 325 Anm. 4). 21) Dozy übersetzt: Tune perditum est ejus invp eri u m propte r poculum m aj us niatu tinu m. Wie groß auch meine Achtung für das Ansehen eines Gelehrten ist, welcher überall die gründlichste Kenntniß der arabischen Sprache bewiesen, so kann ich doch hier feine Uebersetzung nicht annebmen. Es scheint mir aber genügend, daß anstatt wie Dozy gelesen, man aussprechen muß; der Sinn ist, daß sein Reich dann weniger als die Nachtlampe am Morgen galt. Es ist hier eine sprichwörtliche Redensart, entsprechend dieser andern DDttf '3 JfcOD [D'gjuöf n»ajis periens (inutilis) quam lucerna in sole (f. Freitag, Prov. arab. 111. p. 294). des Morgens. Sein Land wurde ein Gegenstand der Lüsternheit für alle Verwegenen und sein Schleier war unter den Händen eines Jeden, der ihn zerreißen wollte" **. (Forts, folgt.) Literarische Analekten. Jüdische mystische Sekten vor Saadja. Schahrestani (blühte Ende des 11. und Anfang des 12. Jahrh.) hat uns in seinem Werke JjsajJfj JJUol (eä. Cureton, London 1842; deutsch von Haarbrücker, Halle 1850) einige Nachrichten über die alte Mystik der Juden mitgetheilt, die wir hier als Beitrag zur Geschichte der Mystik näher erläutern wollen. 1) I eh n d ä e r. Saadja kämpft in seinem „Emunot we-Deot" 39 b und 68 a gegen eine Sekte, die sich „Jehudim"nennt: a**nrp D'frnpjtf D’tm * ♦ EP Y)rp DWpJItSP -’DÖ D’IMN TINUDttf Es sind dies die Anhänger des Jo d a'an, der sich auch Jehuda nannte. Schahrestani erzählt von ihm (deutsche Ucbers. I., 256): „Er glaubte, daß die Thora einen äußern und einen inner» Sinn, eine buchstäbliche und eine allegorische Erklärung habe, verschieden von den allegorischen Erklärungen derselben, welche die Jahud im Allgemeinen annahmen." Außer der allegorischen Methode der Haggada überhaupt nahmen also die Jehud ä e r, wie die spätem Kabbalisten, einen besonder»! mystischen Sinn der Tora an, so daß sie neben dem MO und g/m noch "w und TD~) kannten. Ibn-- Esra charakterisirt diese Art Bibelerklärung in seiner Einleitung zum Pentateuch-Kommentar mit den Worten: fnD , nt>DNi ^in wbm ^nn dwidni , nniD onnn bd? nd?o D'NmTDm,n^n .nnn D’üswDro nninn v 2) Makariba. Dieser Sektename stammt wahrscheinlich daher, daß die Träger desselben Anhänger der n 3 D10 WJJD waren nnd sich viel mit der Ausbildung der Angelolvgle beschäftigten. Sie »verden von Sch. (a. a. O.) solgeudermaßen geschildert: „Eine Sekte von der Makariba glaubte, daß Gott mit den Propheten vermittelst eines Engels gesprochen, welchen er ausgewählt und allen Geschöpfen vorgesetzt und zu seinem Statthalter für sie gemacht habe; sie sagen, Alles was in der Thora und dm übrigen Büchern von der Beschreibung Gottes vorkomme, das beziehe sich auf diesen Engel; denn es sei anders nicht zulässig, daß der höchste Schöpfer irgendlvie beschriebe»! werde. Sie behaupten, derjenige, »velcher zu Müsa mit Worten ge- 22) d. h. Jeder konnte ihn leicht angreifen und ihn beschimpfen.