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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 22 · p. Seite 407-408

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 22
Date
1851-01-01
Page
Seite 407-408 (sequence 71)
Language
German
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40? 408 Samuel ha-Nagid. Glück Samuel's und seines Sohnes uns eine hohe Meinung von ihrer Befähigung zu geben geeignet ist< zu deren Gunsten Chabüs und Büdis dem Borurtheil und der religiösen Schwärmerei ihrer Zeitgenossen zu trotzen wußten, so wird man doch auch begreifen, daß die Moslemen nicht gleichgültig Zusehen konnten, wie die Macht von einem Ungläubigen ausgeübt wurde, und daß der Einfluß, dessen damals die Juden am Hofe zu Grenada sich erfreueten, wie es scheint, einige Mal sogar andern moslemischen Fürsten Spaniens, den Feinden des BLdis, zum Vorwand dienen mußte, um diesen als einen gottlosen Menschen darzustellen, unwürdig über die wahren Gläubigen zu herrschen. Die Klugheit und Bescheidenheit des frommen und sanften Samuel flößte Hochachtung ein und diente ihm zum Schild gegen die Anzettelungen des Neides*^ vielleicht hat Samuel nicht einmal ganz bestimmt den Titel Wesir angenommen. Aber der Hochrnuth seines Sohnes Josef, auf dem Gipfel seiner Macht angelangt, endigte damit, daß der lange zurückgehaltene Sturm hervorbrach und eine schreckliche Katastrophe herbeigeführt wurde. Wir haben bereits gesagt, daß die arabischen Geschichtschreiber sehr wenige Einzelheiten über die Geschichte Grenadas im 11. Jahrhundert Voraussetzung. Ich glaube übrigens, daß in der Urkunde, dessen sich Conde bedient, ein Fehler gewesen, und daß anstatt Äsa nwß man Jachja (urp) lesen; es ist hier ohne Zweifel die Rede von dem gelehrten Arzt Jachja b. Jschak, von dem Jbn Abi-Oseibfa spricht, und welcher, ursprünglich Christ, zum Islam übergegavgen und zum Wesir in den ersten Jahren der Regierung Abd-el-NachmLn lll. ernannt worden war. S. el-Makkari nach Hrn. Gahangos 1. S. 187 und 464. 16) In einer Stelle des Werkes über Rhetorik und Poetik von Mose Jbn 'Esra (fol. 67 der Oxf.HS.) spielt er an auf ein angesponnenes Komplot gegen Samuel ha-Nagid von zwei großen Persönlichkeiten, von denen der eine Jbn "Abbas, der andere Jbn Abi-Mufa hieß. Indem er von Träumen, welche zuweilen die Zukunft voraus verkünden, spricht, berichtet Mose Jbn 'Esra folgende Thatsache: .T3SWD TI&N DN3J? pN bnp IJ» ’NT N'33^1 ■on pN* by Vin nhxdn iwn hjn m^Neci nby jbvbw nb miwaa'w ’s nanas yrbtt ’Dio .'J3N'3N^N1. 1 ’Jpl DN2J7 1J3 “2N 123 btt:1? vyjiht iii bä njo IW Ply) tini’i näj? ios t^>n V3ni ajjphi oni^n ~bo rvw d.h. Und der Nagid, von dem gesprochen worden ist (Samuel) träumte, nachdem der Wesir Jbn Abb'Ls, sein Angreifer und Ankläger hingerichtet worden war, daß er Verse machte, welche voraussagten das Verderben des Wesir's Jbn Abi- Musa, Mitschuldigen des Jbn Abbas in der Anklage, in welcher der Nagid dev Gegenstand gewesen ist und in den gegen ihn angestellten Ränken. Hier sind die besagten Verse (welche hier mitgetheilt sind). lieferten; aber die Bruchstücke, die wir hier lesen wollen und welche im Allgemeinen sich auf die Zeit der Macht Josefs beziehen, genügen uns zur Rechtfertigung der Beobachtungen, welche wir machen wollen. In einem Gedichte von Abu-Bekr Jbn Ammar, gerichtet an el - Mutadhit Jbn Abbad, den König von Sevilla, bei Gelegenheit eines von diesem bei Carmona über Badis, dem Könige von Grenada" errungenen Sieges, finden wir folgende Verse: 'inbtt nrltti 's itn jon N’s mbtt *»3 ’s nwV» 113 N’i j; nhsjd . -pfay rosa jx -rkhtt i> | j ■ Tis Ny’Dj nnjo bs jtynl? \ ■ N3C&R WN31 t/nri’ nsoi>N3 nh3o nnaoSi ' d. h. „ Wie schön ist dieses Schwert in der Hand der Religion; Wie erfrischend ist dieses Feuer in dem Herzen des Ruhmes! Gott ist mit dir, wenn deine Feinde sich miteinander verbinden; also gebe sie allesammt demjenigen Preis, der einzig i ist, die Juden so wie die Berber. — Ziehe denn das Schwert,; und spreche sie mit seinen spitzen Zungen." \ Offenbar ist hier eine Anspielung auf die Gewalt, welche | die Juden Lm Königreiche Grenada erlangt hatten, und auch f-:J ihre Beteiligung an den öffentlichen Geschäften. Wir finden | ■ jedoch noch einen viel unmittelbarer»! und verletzender» Ausfall \ gegen den jüdischen Wesir und gegen BadLs selbst in einem f; langen Artikel, welchen Jbn Kh akan in seinem Kalaid ' el-"Jkjan an el-Mutamid Jbn Abbad, Sohn des el-Mutadid, gerichtet. Es ist hier offenbar eine Anspielung auf die Gewalt,; welche die Juden im Königreiche Grenada erlangt Haben und / auf ihr Eingreifen Ln die öffentlichen Geschäfte. Jedoch finden j. wir auch einen unmittelbarerern und verletzenderen Ausfall ’ gegen den jüdischen Wesir und gegen Badis selbst in einem s langen Artikel, welchen Jbn Khakan in seinem Kalaid el-'Jkjan dem el-Mutamid Jbn Abbad, Sohn des el-Mutadhid gewidmet. Bei Gelegenheit einer von Letzterem gegen Malaga ge-! 17) Dieses Gedicht ist von el-Fatch Jbn Khakan in seinem Kalaid el-°Jkjan, in dem Artikel, welchen dieser Schriftsteller dem Wesir und Dichter Jbn Ammar gewidmet, mitgetheilt. Mutadhid, nachdem er Jbn Abd-Allah (el Birzali), Fürsten von Carmona, angegriffen hatte, so rief dieser den König Badis zu Hilfe, dessen Heer von dem des Königs von Sevilla geschlagen wurde. Man darf jedoch diese Schlacht, deren Zeit uns nicht genau bekannt ist, mit einer andern verwechseln, von der el-Makkari spricht (übers, von de Gayangosl!. p. 249), die unter ähnlichen Umständen zwischen Badis und demKhadi Abu'l-Kasem Jbn Abbad, Vater des el Mutadhid, statt gefunden. In dieser letzten Schlacht, welche von dm Jahren der Regierung des Badis datirr, hat dieser den Sieg davon getragen und der Khadi Jbn Abbad hat da seinen Sohn Ismail verloren. Vergleiche mir der Stelle el-MaKkari's: die Geschichte der Almohaden von Abdel-Wachid, veröffentlicht von Dozy p. 65.

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