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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 22 · p. Seite 401-402

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 22
Date
1851-01-01
Page
Seite 401-402 (sequence 65)
Language
German
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401 Samuel Ha-Nagid. 402 Abu'l-Küs (od. Küsim) den el-Arif. Als dieser diese Briefe sah, bewunderte er die Klugheit im Inhalts Nach Verlauf einer Zeit, als der Wesir Jbn el-Arif Urlaub vom Könige ChLbus verlangt und nach Haufe zu Malaga gekommen war, fragte er feine Hausleute: „Wer hat euch diese Briefe geschrieben, die mir zugekommen?" Sie sagten ihm: „das war em Jude in der Nähe deines Schlosses von der Gemeinde zu Kordova, der für uns geschrieben." Sofort gab der Katib (Wesir) Befehle und man führte bei ihm ein R. Samuel ha- Lewi. „Es ist deiner nicht würdig, sagte er zu ihm, in einem Laden zu bleiben; du wirst dich nicht mehr von mir entfernen, weder zur Rechten noch zur Linken." R. Samuel wurde also sein Schreiber und Rathgeber, so daß er dadurch selbst der Rathgeber des Königs war. Alle seine Rathschläge waren als wenn Jemand den Ausspruch Gottes'befragt; und der König Chabüs hatte Glück durch seine Rathschlage und wurde sehr groß. .Hierauf wurde später der Wesir Jbn el-Arif krank und kam dem Tode nahe, der König Chabüs kam ihn zu besuchen: „Was werde ich nun machen, sagte der König zu ihm, wer wird mir in den Kriegen, die mich umgeben, rathen?" „Ich habe dir niemals, antwortete er, nach meinem eigenen Sinn gerathm, sondern nach Eingebung dieses Juden; richte deine Augen auf ihn, daß er dir sei ein Vater und Diener; thue Alles was er dir rathen wird, und Gott wird dir helfen." Und nach dem Lode des (Wesi'r's) Schreibers nahm der König Chabüs den R. Samuel Ha-Lewi in seinen Palast auf; er wurde Krttib und Rathgeber und lebte seit dem Jahre 4787 (1027)7 im Palaste des Königs. Der König hatte zwei Söhne, von denen der ältere 7) Der Text hat das Jahr 4780 (1020), aber diese Zahl ist nothwendiger Weise ungenau. Die arabischen SchriftsteUer sind nicht einig über die Zeit der Abreise des Züwi Jbn Zeira, der nach Afrika zurückkehrend, seinen Neffen Chabüs mit der Herrschaft Grenada's beauftragt habe. Nach Einigen wäre Züwi erst 420 der Chag'. (1029) zurück gereist (siehe Casiri II. p. 213; Conde III. Kap. 1; ed. Paris p. 318, wo Züwi durchweg den Namen Chabüs führt). Nach Jbn el-Khütib, angeführt von Gayangos (el - Makkari II. p. 501, Anm. 10) hätte die Abreise Züwi's 416 d. CH. (1025). Wir dürfen jedoch mit Jbn Khaldün (Geschichte der Berber, Hgg. v. Hrn. de Sl ane p. 233) das Darum 410 d. Ch. (1019—29) annehmen, übereinstimmend mit dem was man in den Auszügen Jbn el-Khütib's, gegeben von Casiri, (II. p. 255) liest; auch aus der Erzählung des Abraham b. David ergibt sich, daß Chabüs , schon einige Zeit als Herrscher regiert, als Samuel an seinen Hof gezogen wurde. Es ist also erwiesen, daß in der Zahl 4780 d. Sch. d. h. 1020 ein Jrrthum sein muß; ich setze dafür, nach Vermuthung, das Datum von 4787 (1027), ohne daß ich deffen Genauigkeitverbürgen kann; ich nehme an, daß der Abschreiber hier ] weggelaffen, zumal wir weiterhin das Datum 4787 als das der Anstellung des R. Samuel Ha-Lewi als Nagid finden, und dieses Datum auch durch Sa'adja Jbn Denün, wahrscheinlich nach andern Quellen, bestätigt wird. Wir werden einen andern Fehler ein wenig 'weiterhin sehen in dem Datum über den Tod'des Chabüs, wo es gewiß ist, daß für man ri'sr lesen muß. Büdis und der jüngere Buluggin* hieß« Alle Berber-! Hauptleute waren gesinnt, Buluggin, den jüngsten, regieren zu taffen; allem die ganze übrige Bevölkerung fühlte Neigung für Büdis. Auch die Juden waren in zwei Partheien getheilt; unter diesen waren drei der Großen (Granden) Grenada's, nämlich Josef Jbn Mig'asch/bJsaakJbn Leon und Nechemja Aschküfa, sür Buluggin, und Samuel Ha-Lewi war für Büdis. Am Todestage des Königs Chabüs stellten sich die Berberhäuptlinge und ihre Großen in Reihe aus, um seinen Sohn Buluggin zum König auszurufen; allein Buluggin trat sofort vor und küßte seinem altern Bruder Büdis die Hand und dieser wurde also znm Könige ausgerufen im Jahre 4798 (1038)*. Da verfärbten die Freunde 8) Man ist nicht einig über die Rechtschreibung und Aussprache dieses Namens, den man häufig bei den Berbern antrifft; mancher jüdische Verfasser schrieb pp^j mit Kos, die arabischen Schriftsteller schrieben am meisten aber man findet auch (s. The history of the Almohades by Abdo I- Wähid el-Marrekoslii, edited by DivDozy p. 97) und hie und da auch Diese Verschiedenheiten lassen voraussetzen, daß der dem Lam folgende Buchstabe ein hartes g ist, der im Arabischen nicht gut ausgedrückt werden kann. Was die Aussprache anlangt, so sagt Jbn Khaldün (zum Art. jrfea des Abu'l-Fotüch) bestimmt, daß die zwei ersten Buchstaben ein Dhamma haben und daß der dritte ein Kesra und Leschdid f)at (cxbbw TirTO^K #**:£«* DIÜpDfcn miDDD^M Folglich muß man Buluggin aussprechen. Was die Person dieses Buluggin anlangt, von dem cs sich hier handelt, so machen ihn der größte Lheil der arabischen Schriftsteller und unter diesen Jbn Khaldün, nicht zum Bruder, sondern Zum Sohne des Büdis. Jndeß die Einzelheiten, welche unser Schriftsteller aus der ersten Hälfte des 12. Jahrh.'s giebt, sind ohne Zweifel aus glaubwürdigen Urkunden geschöpft. Jbn el-Atir stimmt mit unserem jüdischen Chronisten überein; er sagt von Büdis sprechend: pba nbbs 73p imv ps mjo wsin, d. h. und als er starb, regierte der Sohn seines Bruders, 'Abd-Allah b. Buluggin, nach ihm (siehe die Chronik Jb-n el-Atir's zum Jahre 407, im Kapitel überschrieben ‘jbNüO p)bn 1D7 (HS. der NB. sup. crr. n. 740, Lheil III, fol. 16). Makkari in seinem weitschichtigen Werke hat ohne Ordnung und Kritik die Urkunden der verschiedensten Zeiten gesammelt, und wahrend er in seiner Uebersicht der Geschichte Spaniens den Buluggin als Sohn Büdis' (Uebers. von Gayangos II. p. 249) darstellt, nennt er ihn an einer andern Stelle Sohn des Chabüs (das. I. p.132). Diese letzte Stelle findet sich auch im zweiten Lheile des arabischen Originals vom Werke el-Makkari's (HS. der NB. n. 705, fol. 126), wo wir lesen: Dan p j'pba p -ny noms 8 b) Dieser I o s e f b. M i g"a s ch oder Megas war der Großvater des gleichnamigen berühmten Gelehrten, eines Schülers des Isaak el-Füsi und welcher nach dem Lode desselben (1103) die Schule von Elisana leitete. 9) Der Text hat isro D'S^ 'l &« 3* 4787, was dem 1027 entspricht; allein alle arabischen Schriftsteller stimmen überein, daß Chabüs im I. 429 d. Chag., was den 13. Oet. 1036 beginnt .und was dem Jahre 4798 der jüd» Aera nach der Schöpfung, den 13. Sptbr. 1037 beginnend, entspricht. Nach Jbn el-Atir (1, c. f. 164) starb Chabüs iw Monat Ramadhan (Juni 1038). 26

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