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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 22 · p. Seite 399-400

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 22
Date
1851-01-01
Page
Seite 399-400 (sequence 63)
Language
German
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Samuel Ha-Nagid. 400 399 nur sehr wenige Nachrichten über seine, zahlreichen Schriften, die fast alle verloren sind; aber gleichsam als Ersatz besitzen wir viele merkwürdige Einzelheiten über sein Leben. Dieses liegt darin, daß Samuel und sein Sohn Josef eine bedeutende Rolle in denpolitischen Angelegenheiten Grenadas im 11. Jahrhundert gespielt. Das was in.dieser Hinsicht in dem Sefer Ha-Kabbala des Abraham ben David erzählt wird, findet sich in verschiedenen wesentlichen Punkten durch einige Bemerkungen, welche ich aus arabischen Schriftstellern zusammentesen konnte, bestätigt. Der Bericht des jüdischen Schriftstellers erlangt dadurch die Bewährtheit einer sehr ansehnlichen geschichtlichen Urkunde, und indem ich denselben hier völlig wiedergebe, glaube ich um so eher-Angenehmes denen zu bieten, welche sich mit der moslemitifchen Geschichte Spaniens in dieser.Zeit befassen, als die arabischen Geschichtschreiber außerordentlich nüchtern sind in.Einzelmittheilungen über die Begebnisse Grenadas zur Zeit der M u l uL el - Tuwa i f oder der kleinen Herrscher, welche nach dem Sturze der Omajjaden-,Dynastie sich in Andalusien getheilt. Ich werde diesen Bericht mit einigen arabischen auf dieselben Ereignisse sich beziehenden Bruchstücken begleiten; ich hoffe, man wird es mir verzeihen, von dieser Gelegenheit den Nutzen gezogen zu haben, daß ich einige geschichtliche Ereignisse dieser Zeit besser habe erkennen lassen und' einige Blätter der Geschichte in diese Abhandlung über die Grammatiker gemischt habe. Nachdem Abraham b. David von Rabbi CH an och, dem geistlichen Oberhaupte der jüdischen Gemeinde Kordova's (gestorben den 22. Sp t. 1014) gesprochen, fährt er in folgen- -den Ausdrücken fortL: „ Einer seiner berühmtesten Schüler war - Samuel tfa-Lewi, der Nagid, Sohn des Josef, und bekannt unter dem Namen Jbn Ncrghdila", von der Gemeinde zu Kordova. Dieser war ein ftalmudischer) Gelehrter von höchster Einsicht und außerdem war er bewandert in den Büchern der Araber, geschickt in ihrer Sprache, und gehörte zu denjenigen Menschen, welche sich in dem Palaste eines Königs zeigen konnten. ' Er war Spezereihändler und erwarb bis zur Zeit 1) Siehe Seder Dl am rabba und andere Schriften, welchen Sefer Ha-Kabbala folgt (vd. Amst. 1711, 8) Fol. 13. Da diese Sammlung schon vielmal übcrdruckt worden ist, so sind wir enthoben, den hebräischen Text hier wieder zu geben, in welchem wir mehrere Fehler, namentlich in Betreff der Data, verbessert haben. 2) Unser Text hat n^DpVl (Gikrila od. Chiquililla'), ebenso die Ausgaben des Juchasin und Jesod Dl am. Aber in zwei Handschriften des Jesod Dlarn (hebr. Ms. der Nationalbibl. AF. 411. und Orat. n. 169) lesen wir und in einer dritten (Orat. n. 169, 2) nWlJ. Hr. DukeS theilt mir mit, dah in einer HS. des Juchasin (Bodl. o. Hunt. n. 504) dieser Name geschrieben ist, und daß in der Chronik des Saadja Jbn Danan (Ure, ji. 461) man liest. Es ist erwiesen, daß :n^apv| ein alter Fehler eines Kopisten ist; die wahre Orthographie dieses Namens ist od. nbtU ^ud so finden wir ihn auch geschrieben bei wo die Bürg exkriege in Spanien, zum Ausbruche kamen, als die Herrschaft der Söhne Jbn Abi-"Amir's^ aufgehört hatte, und die Berberhäuptlinge1 2 * 4 die Oberhand gewannen, nur mühsam seinen Lebensunterhalt.. .Die Stadt Kordova wurde zerrüttet und ihre Einwohner flüchteten sich, die Einen nach Saragossa, wo ihre Nachkommen noch sich heute befinden, die Andern nach Toledo, wo man heutigenTages ihre Nachkommen kennt. R. Samuel Ha-Lewi flüchtete sich nach Malaga, wo er, sich in einem Laden als Spccereidandler einrichtete. (In derFolge) befand sich sein Laden in der Nähe des Schlosses des Jbn el-'A^if, des Schreibers und Wesir's des Königs!. Chabüs ben Mäkes^, Königs der Berber zu Grenada;! ein Diener des Schreibers kam ihn oft bitten, die Briefe zu redigiren (die-er zu senden hatte) an seinen Herrn, denWesir^ einigen arabischen SchriftstellernV In einer Stelle des Jbn Khaldün, die wir weiterhin ansühren werden, hat eine unserer Handschriften sdOJü mit Vokalen. Samuel ha-Lew! war \ , . j s zu Kordova von einer aus Merida stammenden Familie ss geborerr; Mose Jbn "Esra (l. c. Bl, 32) nennt daher unfern j Samuel: lP | ’ HDNnw. ■! 3) Der C h.a g'i b el-Man für Jbn Abi-^Amir, { welcher alle Macht unter dem Khalifen He schäm Ü. on sich \ gerissen hatte, starb im Monat August 1002; sein Sohn \ "Abd el-Malik folgte ihm und nachdem Jener Sptbr. 1008 ' gestorben war, übernahm die Macht Abd kl-Rachman, der? zweite Sohn el-Mansürs, trieb den Stolz bis zum Verlangen nach dem Thron der Omajjaden und wußte von dcm schwachen Heschäm, der keine Sohne hatte, eine Urkunde zu erhalten,! . welche ihn zum Nachfolger des Thrones erklärte. Jedoch siel j er bald als Opfer einer Verschwörung (siehe; C o n d e, Th. II. | Kap. 102—104; The history «)f the muhainmedan. üyna- : sties in Spain, by AI-Makkimi, tiansladet by Pascmal i de Gayaiigos II. p. 22 %.). 4) Der Text hat □vi&g6d TiD; ich habe bereits anderwärts bemerkt, daß die jüdischen Schriftsteller die Berber mit dem Namen Philistaer bezeichnen ls. meine Abh. über Josef ben Iehuda im Journal Asiatique, Julitzest 1842 p. 50 Amuerk. 1). 5) Dieser berber'sche Name, welchen unser Verfasser onNB. mit Chet schreibt, ist bei den arabischen Schriftstellern z! bald bald Makesen geschrieben. 6) In Spanien hatte der erste Minister oder Wesir auch den Titel des Kat i b oder Schreibers. In einer Stelle des el-Makkari, die wir weiter unlen geben werden, liest man: i,i i'iött i« Sin rnsyi Darum nennt ihn unser Schriftsteller bald bald ') Es ist merkwürdig, daß auch bei dem kabbalistischen Schriftsteller aus Medinat-Ceti, Josef ben Abraham Jbn (Ehiquitilla) in Schreibung dieses Namens eine grosie Verwirrung herrscht. In dem Hs. Scharre Zedek ood. Ki8eioni p. 66 steht und Masius (zu Jofua) hat ^lvp5 Nikteta gelesen. Sollten vielleicht jene Corruptionen mit dadurch entstanden sein,-weil mau aus der Erinnerung p,j\* gekannt? ' Uebers.

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