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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 22 · p. Seite 355-356

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 22
Date
1851-01-01
Page
Seite 355-356 (sequence 19)
Language
German
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I 355 Der masoretische Ausdruck Lschlemta. 358 $ Zwiegespräch gepflogen 209, ' daß in ihm sich alle Chachma (aocpLCi), bie S()eo'* un> Philosophie, concenfrirt 57°, galt als der größte Heros .der Geheimlehre'oder der damaligen jüdischen Phsiosophie2^), und sein Leben wie seine-Studien/seine Schülerschaft bei Kana, Vater des Nechunja, dem Hierophanten der Geheimlehce und sein Umgang mitrben Engeln, um Gottesbeschlüsie zu erfahren, sein tragisches Ende als erster der zehn Märtyrer und die Reliquien von ihm sind schon vielfach von der Sage erobert worden^-, so daß die Abfassung eines speciellen Sagenbüchtems über diesen Heros nicht auffallen kann. — * Indem ich genöthigl bin, diesen halben Jahrgang abzuschließen, sehe ich mich auch veranlaßt diese Abhandlung über die drei ersten Jahrhunderte nach Abschluß des Talmud abzubrechen und ich werde dieselbe entweder in begonnener Weise anderwärts forterscheinen lassen, oder in einem neuen Gusse den Lesern das noch Fehlende vorführen/ Literarische AnaleSte». I. Der masoretische Ausdruck In der Masora werden die Bücher der Propheten auch . unb zwar die ersten Propheten die letzten genannt. Vgl. Mas. sin. unter rbü/) eine andere Stelle ist mir freilich bis jetzt noch nicht vorgekommen. Worauf mag nun diese Benennung für D'N’CU beruhen? Herr Dukes hat in seiner Ausgabe des p rrDTO der darin für DW'Itf vorkommenden Benennung mmn DlVtCJ die Bemerkung beigefügt: „justo »THDCn ^>JD ’D3 ,*opJ NDD^N Diese Bemerkung ist als Hinweisung aus Identität beider Ausdrücke vollkommen richtig, wiewohl dieselbe uns nicht überraschen konnte. Das ganze in der rTDhD p unter der Überschrift i\-)pßn TID enthaltene Fragment, worin jene Benennung mra erscheint, kommt 269) Borachet 7 a. 270) Abot des R. Natan e. 40 Ende. 27k) Es werden ihm zugeschrieben: 1) die großen und kleinen Hechalot (Hallen), HechalotRabbati, Hechalot Sutrati; 2) Pirke Hechalot, eigentlich nur Auszüge und Bearbeitungen aus dem vorigen; 3) Sefer Schi'ur Komah, ursprünglich als Theil des Sefer Maaße Bereschit; 4) Sefer Chanoch; 5) Sefer Ha- Temuna u. s. w. 272) Semachot e. 4; Abot de-R. Natan e. 37; 'Aboda Sara 11; Chulin 123a; Gittin 55. Siehe, noch Seferha- Pardes; Emek Ha-Melech f. 39c1. nämlich, bis auf die ersten 12 die mm betressenden Wörter desselben, mit einigen unwesentlichen Abweichungen auch schon in der gewöhnlichen Masora zur Hälfte am.Beginne des Iosua, zur Hälfte am Anfang der Psalmen vor, und, ohne je noch die erwähnte rrarjfr gßWen zu haben, hatte ich das fragliche längst schon mit dem mir aus der Masora bekannten rntfin verglichen. Wenn aber der gelehrte Herausgeberdes Orients-, im lausenden Jahrgang dieser Zeitschrift l Nr. 3, mit Rücksicht auf obige'Identität den Ausspruch thut, ' „daß hierdurch die masoretische Benennung über die vielfache Erklärung gegeben worden, auf ein Mal klar wird"; \ so scheint mir dich z» viel gesagt. — ist zu Nnoi)»N i Nn.niNI completiren, und die Masoreten haben durch diese; Benennung die Bücher der Propheten als in ergänzender Beziehung zur mm stehend. bezeichnet.; das ist in der That - Alles, was ich aus der Vergleichung dieses Ausdrucks mit rninn zu lernen vermochte: in welchem- Sinne? namentlich die Masoreten sich die EW33 üi solcher Beziehung Zur mm gedacht, diese hier sehr wesentliche Frage bleibt noch i zu beantworten übrig. In einem Pergament-Codex im Besitze der hiesigen Gesellschaft für Geschichte und Alterthumskunde, der die 8 Bücher der Propheten enthält, stehen am Ende Ieremiä und am;j Schlüsse der ganzen Handschrift zusammen 5 Aufschriften, die / lauter Kaufverträge sind. Die Handschrift hat nämlich in den Jahren der Welt 5081, 5089,, 5097, 5140 und 5148 fünf | Mal durch Verkauf ihren Besitzer gewechselt, und über jeden dieser Verkäufe ist an der Handschrift selbst der Vertrag angebracht worden. Unter diesen Verträgen führen nun 2 namentlich jene von 5081 und 5140, die Handschrift, als das Verkaufsobjekt, unter dem Namen „“ny D^DD ~)DD TnjN" auf. | Die Bücher der Propheten, die die Masora als etwas Ergänzendes im Verhältniß zu mm bezeichnet, sind also auch, die ersten die Bücher der Vergangenheit, die letzten die Bücher der Zukunft genannt worden. Ware es nun wohl unerlaubt anzunehmen, daß beiderlei Bezeichnungen derselben der agadischen Dichtung des Mittelalters gewiß sehr angemessenen Anschauungsweise entflossen, wornach man das Volk der Bibel sich in seiner historischen Entwickelung in analoger Gliederung mit der Bibel.selber gedacht, und demzufolge die mm, die ersten und die letzten Propheten, also die 3 die historischen Bücher umfassenden Hauptabtheilungen der heiligen Schrift, gleichsam als Verkörperungen der eben so vielen großen Schicksalsepochen des heiligen Volkes betrachtet hätte? — Ich nehme sonach keinen Anstand, die Vermuthung auszusprechen, daß das jüdische Mittelalter die mm mit Hinsicht auf die darin vorkommenden und nom als das Buch der Weissagungen im Kindesalter, — die DWÜ.3 als das Buch der bereits eingetroffenen Erfüllung dieser Weissagungen für die Vergangenheit, — die D’jTTIN D'KOJ aber als das Buch der erst noch einzutr.effmden Erfüllung jener Verheißungen für die verklärte Zukunft des jüdischen Volks-

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