Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 22
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 353-354 (sequence 17)
- Language
- German
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353 Zur Kultur- < und Litexaturgeschichte der Juden in Wen. übrigen Sagenbüchern nicht bekannt ist. Ein großes Fragment dieser palästinischen Bearbeitung führt ein Autor des 13. Jahrhunderts an^'. Wir hätten demnach bei diesem Sagenbuche uns drei verschiedene wenn auch in eins zusammenlausende Büchlein zu merken, nämlich die Geschichte des Josua b. Lewi (Maaßede-Rabbi Iehoschua den Lewi), worin sein Wunderleben, seine Sehnsucht nach den Belehrungen des ELijjä, seine Wanderungen mit ihm u. s. w., dann die Traktat« über das Paradies und über die Hölle, die in ihrer Verschiedenheit existkrt haben, und endlich die palästinische Bearbeitung dieser Sagengruppe.— 6) Maaße de-Harnge Malchut, d. h. Geschichte der (zehn) Märtyrer 258),' oud) Midrasch Elle Eskara genannt, d.h. ein Midrasch, der Elle Eskara beginnt 259. Die Wundersagen über zehn Mischna-Lehrer, welche von den römischen Machthabern während der letzten politischen Stürme des jüdischen Volkes hingerichtet wurden, hat schon der babylonische und palästinische Talmud, haben schon die Midraschim und die anderen Schriften des talmudifchen Zeitalters in den beiden Ländern Palästina und Babel in scharfen und trefflichen Umrissen mitgetheilt 2S0), und es ist kein Wunder, wenn man nach diesem reichen Stoffe griff, um diese Sagen zu verknüpfen. Die Sage kümmerte sich dann natürlich nicht mehr darum, ob diese Hinrichtungen nach der Geschichte fast in siebzig Jahren auseinandergehen, worauf übrigens schon alle jüdischen Chronisten aufmerksam gemacht, oder ob die Jahrzahl sich historisch gar nicht begründen laßt251), sie bearbeitet ihren Stoff episch als Einheit und die spätere Theosophie fügte noch ihren Theil dazu, um das Ganze imponirend und rnotivirt «darzustellen. Später, bemächtigten sich dieses Stoffes die religiösen Dichter und versuchten in ihrer Weise diese Sage zu verarbeiten^2; und durch diese kam sie dann in die 257) Mose Nachmani in seinem Sefcr Torat ha-Adam (in der Abh. über Vergeltung) f. 97abc., angeführt beim Ko l eb zu ^En Jakob ('Erubin e. 2) und dann wieder in der erwähnten Wilnaer Ausgabe der „Maaße" beigedruckt. — 258) Unter diesem Namen findet sich dieses Sagenbüchlein Handschriftlich bei de Rossi (cod. 473), wofür in einer Handschrift des Vatikans (ood. 285)'Assara Haruge Malchut d. h. die zehn Märtyrer des Reichs steht, wo aber wahrscheinlich ,,Maaße de" weggelaffen ist. Auf das Vorkommen dieser Worte bei Iuchasin (36 a) ist aber kein Gewicht zu legen, da dort von keinem Buche die Rede ist. — 259) Unter diesem Namen, worin es mit dem Psalmvers 42, 5 anfängt, befindet es sich in der Oppenheimer'fchen Bibliothek (tz.'n. 1032); eben so war es unter diesem Namen in der Uffenbach'schen Bibliothek (B. Uffenb. 1. p. 125— 128). — 260) Eine Zusammenstellung der vorzüglichsten Stellen stehe in Seder Ha-Dorot unter Jsmael, Simeon b. Gamliel, 'Akiba, Jehuda b. Baba, Chanina b. Taradjon, Chuzpit, Elaser b. Schammua, Chanina b. Chachinak, Jehuda b. Dama u. Jeschebab, und danach Zunz GV. 142, Anm. b. '— 261) Zunz, GV. 1. c. u. die folg. Anm. — 262) Dukes, Z. K. d. neuh« rel. Poesie S. 66. 354 Synagoge, in die Liturgie, uin.bei dieser Gelegenheit auch der spärern Märtyrer zu gedenken, an denen es den Juden nie fehlte. Auch dieses Sagcnbüchlein besitzen wir gegenwärtig nicht mehr vollständig, ein magerer Auszug ist in den Handschriften, und auch die jüdisch-deutsche Uebersetzung ist nur nach einem Auszuge gemachter). — 7) Midrasch Ladsche (wegen seines Anfanges mit Gn. 1, 1 1) 264, ein Sagenbüchlein über die Urgeschichte, namentlich üiber die zwölf Stämme und ihre Nachkommen unter Richtern, Konigen und Lehrern, über Symbolik der Stiftshütte und ihrer Geräthe, über die 3 frommen Proselytinnen in der jüd. Geschichte, und vorzüglich, viele Sagen über Pinchas den I a'ir, der schon in den Talmuden und Midraschim mit Sagen geschmückt ist, woher auch dieser Midrasch Barajta de - Rabbi Pinchas den Ja'ir genannt wurde2"). Dieses Sagenbüchlein des siebenten Jahrhunderts, welches schon im 11. Jahrhundert citirt und ausgezogen wird2"), hatte schon das Sefer Jezira vor sich2"), und muß demnach bei der Besprechung jenes Büchleins mir in Betracht kommen. — 8) Maaße de - Rabbr Iischma'el Kohen Ha-Gadol, d. h. Erzählung von Jsmael, dem Hochpriester2^. Jsmael den Elifcha', der Hohepriester, von dem schon der Talmud berichtet, daß er einst im Allerheiligsten die Gottheit gesehen und mit ihr -ein 263) Der Titel der jüdisch-deutschen Bearbeitung lautet: Das ist Midrasch Ella Eskara im Deutschen gedruckt. Bern, s. a. 8. (13, Blättchen). Es wurde zur Tröstung bei einer Verfolgung gearbeitet und gedruckt. — 264) Die Opp. Bibl. (Kat. F. in 12 Blättchen, Q. in 11 Blättern) soll davon zwei Handschriften haben (Wolf B. H. 111. p. 938), indessen wäre es der Mühe werth, sie zu untersuchen und über den Inhalt etwas Genaueres anzugeben, da bis jetzt die Inhaltsangabe nur nach den citirten Fragmenten gemacht werden konnte. Daß sich dieser Midrasch mit „Tadsche" nach Gn. 1, 11 beginnt, bezeugen N. Elasac aus Worms im Rokeach ft ln; Samuel (b. Mose) Heide in seinem Sikkukin dc-Nura (Comm. zu Tana debe Elijjahu) Prag 1676. 4. Anft und Asulai (Schem. II. ft 81a). „Weil Tadsche" eben den Zahlmwerth von Sehu de Rabbi Pinchas benJair hat, so meint Heide, daß deshalb der Midrasch auch als die Barajta des Pinchas bezeichnet ist. — 265) Dieser Inhalt ist aus den größeren oder kleineren Fragmenten in Jalkut Schimeoni II. f. 3 b, 9a, 29 cl; Jalkut R'ubeni f, 181 c; Rokeach la, 2abö, 6e, Bachja zu Exod. angeführt in Seder ha-Dorot ft 15 b; Hagahot Maimuniot hilch.-Jesode ha-Tora c. 2 entnommen. David Vital in seinem Michtam le- David citirt es dreimal (27 a, 28 b, 29 b) nach einer alten Handschrift, allein viel zu wenig, um einiges daraus zu entnehmen. Sonst gedenkt noch dessen Seder ha-Dorot ft I4ld und im Bücherverzeichnisse. — 266) Jalkut Schimeoni II« s. 2.9d. 267) Ib. ib. — 268) Handschriftlich in der Oppmheimer'schen Bibliothek« (Catal. Q. 1257). — 23