Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 22
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 351-352 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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352 351 Zur Kulturüüd: LiterÄurg«schrchte der Juden in Asiens Jochanan begann", ganz wie'Bereschit Rabba, obgleich hier die' am Eingänge erwähnten Autoritäten die einzigen sind. Das dritte Kapitel beginnt mit einer Barajta (Borja), alle vier Kapitel zusammengenommen sammt dem Eingänge.weisen darauf hin, daß das Meiste.aus alten unbekannten Midraschim oder Hagada's gezogen ist. Die eigentliche Beschreibung der Hölle ist ganz unbedeutend, aber vorzüglich wird über die für die Hölle Bestimmten abgehandelt, und unterscheidet sich daher ganz und gar von der Höllenbeschreibung des Josua ben Lewi, die einen Theil des Maaße de- Rabbi Iehoschua den Lewi bildet. — 4) Massechet Chibbut ha - Keber, auch Pirke Chibbut Ha-Keber genannt, d. h. ein Traktat oder einige Abschnitte über die Züchtigung im Grabe und das Gericht daselbst als Vorhölle2'". Der Traktat besteht aus fünf Kapiteln, wovon das erste über die Todesstunde und den Todesengel, das zweite über das Chibbut Ha-Keber, das dritte über den Vergleich der Vorhölle mit der Hölle, und die letzten zwei über das Specielle des Gerichts; Autoritäten (Eliüser, Josua ben Lewi, R. Me'ir, R. Jose u. s. w.) werden angeführt, und Manches ist aus bekannten Hagada's geschöpft. Die Kabbalisten und Moralisten haben diesen Traktat häufig benutzt, Manche ihn sogar ganz mitgetheilt 246, unb (Sita Seoita247 gedenkt nur Kapitel 2 und 3, aber nicht als aus einem besondern Traktate, sondern aus einem Midrasch Rabdi Jizchak ben PHarn ach <Pharnaces), in welchem sich diese zwei Kapitel gefunden 24S. — 5) Midrasch de - Rabbi Iehoschua ben Lewi2", Maaße oder Barajta de-R. Jos. b. L.250 genannt, d. h. die-Geschichte des Josua ben Leü)i, ^der-im 3. Iahrh. gelebt), die Sagen von seiner Paradieses- und Höllenfahrt und der Beschreibung dieser beiden, wozu schon -die ralmudischen und Midrasch. Sagen über Josua reichen Stoff geliefert2M). Diese Sagen'von Josua zerfielen in drei 245) Auch diesen Traktat hat der erwähnte Elia de Vidas abgeschrieben und ist zuletzt gedruckt Wilna, 1802. 8. (2j Seiten stark) hinter dem vorigen Traktate. Aus dem Gedruckten sieht man auch , daß er Pirke Chibbut ha-Keber genannt wurde. — ' ’ 246) Z. B. R. David ben Simon, woraus die Verianten in unserer Wilnaer Ausgabe in Klammern mitgetheilt sind. — 247) Im Tischbi s. v. Chibbut. 248) Ueber den Midrasch des Isaak b. Pharnaces ist uns nichts bekanntda wir außer dem Citate bei Elia Levita weiter nirgends darüber etwas gefunden haben. Da Jizchack ben Pharnaces nicht der Name eines Tannai oder Amora ist, so ist der Name des Midrasch, den Elia Levita noch gehabt, nicht von dem Anfänge sondern wahrscheinlich vom wirklichen Verfasser h'erzuleiten. — 249) Unter dem Namen Midrasch wird er bei Meir Aldabbi in seinem Schebile Emuna Absch. IX. eitirt. — 250) Als „Maaße" d. h. Mähr, führen es an Zidkija b. Abralam in Schibbole Ha-Leket, Ende; Kol-Bo §, 120, und bei vielen andern Schriftstellern; als Barajta wird er in Sefer Alijat Kir Ketanna. angeführt, wo auch Einiges daraus citirt ist.— 251) Ketubot 77 6; Sanhedrin 98a; Makkor 11a; — Abschnitte, von denen der erste das wunderreiche Leben Iosua's der zweite feine Paradiesesfahrt nebst ' einer'Beschreibung des Paradieses und der dritte endlich die Höllenfahrt nebst einer Beschreibung des Gehinnom gegeben; allein diese drei Abschnitte haben sich nicht in ihrer Ganzheit und Umfänglichkeit erhalten, sondern in bedeutenden Abkürzungen und Verstümmelungen, und selbst in dieser mangelhaften Form' findet man selten Alles beisammen. Am meisten litt bei dieser Abkürzung t )y der erste Abschnitt, der sich fast ganz verlorenen., von dem ij zweiten haben sich Fragmente unten dem Titel Massechet Gan Eden2^, und von dem dritten unter dem von Massechet Gehinnom2" erhalten, und sowohl die be- , kannten Handschriften 254 wie die Citate bei Spa'tern^ haben meist die Fragmente der Letzten zwei Abschnitte im Sinne j; oder haben nur diese benutzt. Indeß sind beide letzteren ■ Abschnitte schon in ein Ganzes perarbeitet unter dem Namen „Maaße de-Rabbi Iehoschua ben Lewi" und so gedruckt worden25G. Eigentümlich ist es übrigens, daß gerade von diesem Sagenbüchlein eine palästinensische Bearbeitung gemacht wurde im Dialekte des jerusalemischen Talmuds, was um so auffallender, als ein Gleiches von den j. Terumot c. 8, Ende; j. Aboda-Sora c. 3, 1; j. Taanit c. 3; j. Ketubot e. 8; — Bereschit Rabba c. 35. ^62. 92. 94; Schemot Rabba S. 1646; — Pesikta n. 17. Ms.; |; Pesikta Rabbati f. 56 c. — Massechet Derech Erez (Sutta)! e. 1. Auf alle diese Stellen hat bereits Seder. ha-Dorat . . 11-2 a aufmerksam gemacht. — i ' 25 l a) Er enthielt vorzüglich die Sagen über den Umgang Iosua's mit Elija, wonach die muhamedanischen Sagen von Chidr nachgebildet sind. Ein bedeutendes Fragment davon hat das Sefer Massijjot des R. Nissim b. Jakob, das ausgezogen in Seder h.-Dor. 112 c sich findet. 252) Dieser Traktat existirte besonders. Bon Mose Romi, Schüler des Moses Cordovero, existirt über diese Partie ein Commentar, unter dem Namen Sefer Schaare Gan Eden, und dieser erschien Venedig, 1589. 4. Lublin, 1597. 4. — 253) Diese Massechet Gehin nom ist von der vorher erwähnten, die aus vier Kapiteln besteht, genau zu unterscheiden, Indem jener Traktat mit der Sage von Josua ben Levi gar nichts zu schaffen hat, während dieser die Höllenfahrt Iosua's und dessen Beschreibung des Gehinnom enthält. Ob dieser Abschnitt noch besonders, wenn auch nur im Auszuge, existirt, kann nur nach einer genauen Einsicht in die Handschriften des Vatikan's und de Rossi's ermittelt werden.' — 254) V&tir. cod. 285 n. 6.; il>. cod. 299 n. 10; de Rosst' cod. 563 n. 7 und 8. — 255) Pngio Fidei p. 419, 505, 874; Galatin p. 601; Abravanel in Jeschuot Meschicho s. 13 c, 44c; Ialkut Sch. 1. s. 7a; Schalschelet ha - Kabbala f. 73 6 u. A. — 256) Jir der Sammlnng 16 kleiner Sagen Kstpl. 1519.4, wo die Mahr von Josua ben Lewi die zweite Stelle einnimmt. In der oft erwähnten Ausgabe des Agadat Bereschit Wilna, 1802. 8, wo mehrere Partien angehängt sind, steht j Y sie hinter Massechet Chibbut ha-Keber. Von jüdlfch-deutschen Bearbeitungen dieser Sage berichten die Bibliographen. Eine j.-deutsche Übersetzung steht angemerkt im Katal. der Opp. -- Bibt. o. n, 864. —