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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 22 · p. Seite 349-350

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 22
Date
1851-01-01
Page
Seite 349-350 (sequence 13)
Language
German
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MT Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. 35T einzelnen Goldmünzen geholt haben, so greisen die hier folgenden Schriften nach dem jüngern Schatze, nach der Geschichte des talmudischen Zeitalters, nach der seiner Persönlichkeiten und Zustände, und es ist natürlich, daß die Legendenform von dem gewöhnlichen Midrasch - Gewände sich mehr entfernt, wie auch die äußere Oekonomie derselben angelegt sein mag. Dergleichen Schriften sind: 1) MassecheL Kelim schel Bet ha-Mikdafch, d. h. 'ein Traktat über das Schicksal der Gera'the und Schätze des ersten Tempels nach seiner Zerstörung^. Dieser Traktat besteht aus zwölf Mischna's, in welchen abgehandelt wird, was mit den heiligen Geräthen des ersten Tempels nach dessen Zerstörung durch Nebukadnezzar, was mit dem unermeßlichen Reichthum geworden, wo sie versteckt und wie sie bei der künftigen Erlösung wieder zum Vorschein kommen werden. Diese Mischna's sollen nach der Sage 238 die berühmten Männer, nämlich der Levit Schamur der Schristgelehrte Chiskijja, der Schriftgelehrte Zidkijja, der Prophet Chaggai, der Prophet Secharja ben'Jddo mit andern Propheten und dem Schriftgelehrten Esra, in kupferne Platten zu Babylonien eingegraben haben, zum Angedenken für die Zukunft der Herrlichkeit. Nach Voraussetzung dieser Sage wird nun berichtet, daß einen Theil dieser Gerüche, die aufgezählt werden, die Erde in sich ausgenommen, einen andern (n. 4) haben hundert mit Schamur gerettete Leviten in dem Thurm zu Babel versteckt; Manches (n. 7) soll der Schriftgelehrte Chiskijja dem Engel Schamschiel für die künftige Erlösung übergeben haben, oder es ist in Borsipp vergraben worden; wieder Anderes in die Mauern Babylons., in Hilla, gesteckt, oder unter die Trauerweiden, wo die Israeliten ihre Harfen aufgehängt, vergraben/ und zwölf große Edelsteine, worauf die Namen der zwölf Stämme eingegraben waren, hat Chilek, Sohn, des .erwähnten Schamur, aufbewahrt (n. 12). In diesem Sagenbüchlein, worin, natürlich alles Sage ist, verra'th eigentlich kein Ausdruck eine spätere Abfassung, und wenn in der vierten Mischna Babel durch Bagdat erläutert wird, so sieht man offenbar, daß dies eine spätere Einschiebung ist.— 2) Sefer Serubabel" ben Schealtiel, d. h. das Orakelbuch des Serubabel den Schcaltiel in Bezug dieser Gelegenheit will ich noch erwähnen, daß ursprünglich unter (Sorg, zu Ies. 11, 4) nur Cag. Caligale gemeint war, der weil „er M i 11 a t u s in publicum procesbit“ (Suetori. Cal. 1. 52) den Namen veranlaßt^ und als Feind der Juden und Verfolger der Sage den Stoff gegeben. Auch dachte man 2 Theff. 2, 3. 4 in der Zeichnung der Antichristi an ihn. — 237) Abgedruckt in Emek Ha-Melcch (von Rastatt Hirz b. Jakob Elchanan). Amst. 1648. f. p. 14 b, und daraus in der Sammlung hinter Agadat Bereschit Wilna, 1802. 8. P« 73 b. (4 Seiten stark). — 238) Emek da - Melech 1. c. — 239) 1 Chr. 24, 24. Es scheint, daß vieles in diesem Traktate zu den genealogischen Derascha's der Chronik gehörte. — auf .die zukünftige Erlösung aus dem edomitifchen Exil^o. Das dritte und vierte Kapitel des apokryphischen Esra rühmt schon legendenhaft die Erben der Weisheit des gefeierten Serubabel, was schon Josef gewußt^, und es ist kein Wunder, wenn die Sage ihn, den ersten Anführer aus dem babylonischen Exil und den ersten Pascha in der neuen Heimath, zum Helden einer Weissagung nimmt. Der Gegenstand dieses. Sagenbüchleins, in der Weise der Daniel'schen Weissagungen, nämlich in der Form-eines orakelhaften Gesprächs zwischen der betreffenden Person und einem Engel (hier Michael, Metatron), ist die Erlösung, welche das Orakel auf den 21. Nisan des Jahres 999 nach der Zerstörung Jerusalems (d. h. 931 n. Chr.) verkündet, mithin der Abfasser eine sehr geraume Zeit vor 931 gelebt haben muß, da ihm jene Zeit als Endziel erschien. Die Sprache ist ganz der Apokalyptik nachgebildet, wie sie Jesaja, Secharja und Daniel hat und ziemlich rein hebräisch; der Inhalt ist durch das Zwiegespräch fast dramatisch und durch das Phantastische über Arm illos und seine Geburt, über die Polemik gegen Rom und. gegen die Maria-Verehrung, die im 7. Jahrhundert gerade einen breiten Boden gewonnen, der sogar in der Kirche Widerspruch gefunden, durch den glühenden Haß gegen Rom und seine Kirchen, oft sehr anziehend, wenn auch Vieles noch ganz unverständlich ist. In Bezug auf dieArmillos-Sage bietet der oben erwähnte Midrasch wa-Joscha Manches zur Erklärung dar, und in der starken Ausbildung dieser Sage weisen Beide auf eine Zeit hin. Unter denen, welches dieses Sagenbiichlem schon als etwas Bekanntes angesehen, nimmt Saadja Fajjumi'^ den ersten Platz ein (933)/ der diese Sagen schon als etwas Bekanntes voraussetzt, dann gedenket dessen Jbn-Esra^, aber er hat ganz den. Charakter der Sage mißverstanden, und es für wahre Geschichte haltend eifert er dagegen. 3) M a ssa ch et Gehinnom, d. h. ein Traktat, berichtend über die Hölle 244, aus vier Kapiteln und einem kurzen Eingänge bestehend, im Geiste der altern Midraschwerke gesammelt und zusammengestellt. Der Eingang, den Namen Gehinnom und Toset erklärend und den Schriftvers (Spr. 30,15) „Die 'Aluka hat zwei Töchter, Gieb, Gieb" erläuternd, beginnt „Rabbi Sei'ra begann", Kapitel 1 und 2 mit „Rabbi 240) Dieses Buch befindet sich handschriftlich in der Opp. Bibl. Q.. 1257 in einer großen Sammlung. Gedruckt ist es erschienen Kstpl. 1519. 4. und dann auch s. 1. s. a. 4. Eisenmenger (11 708 ff.) und Buxtorf (Lex. Talm. fol. s. v. Armilos) theilm vieles daraus übersetzt mit. 241) AG. 11, 3. , : 242) Emünot wa-Deot Absch. 8, §. 6 (ed. Fürst). Siehe d. j. Religionsph. 1. 434. Nnm. — 243) Sefer Ha-Jaschar (Pentateuch - Commentar ) zu Ex. 1, 22. 244) Elia (b. Mose) de Vidas, der bekannte Verfasser des Reschit Chachma, hat diesen Traktat aus einer Handschrift copirt. Der neueste Abdruck desselben ist Wilna, 1802. 8. (2-J Seiten stark) hinter Midrasch Agadat Bereschit. —

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