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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 22 · p. Seite 347-348

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 22
Date
1851-01-01
Page
Seite 347-348 (sequence 11)
Language
German
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318 347 Zur Kultur- und Literaturgeschichte, der Juden in Asien. welches wir oft gedruckt mit dem vorigen besitzen22^ und auch allein in Uebersetzung, zeichnet das Hinscheiden Moses'fast ganz dramatisch, indem es dabei Engel Und selbst Gott redend einführt, und dabei ist die Sprache lieblich, fließend und zuweilen hochpoetisch, obgleich an eine Entlehnung aus poetischen Arbeiten nicht nothwendjg zu denken ist, da es bereits im Geiste ener Zeit lag, wie die vorhergehenven Sagenbücher beweisen, die hebräische Form schon mit einer gewissen Sorgfalt zu handhaben. Manche Partien haben sogar eine gewisse Rhytmik, wie die Reden Josua's, und das Ganze trägt schon Spuren eines erwachten poetischen Sinnes. Der älteste Midrasch, welcher dieses Sagenbüchlein wahrscheinlich vor sich gehabt und exeerpirt hat, ist der M idr a sch D e b a r i m Ra b b a der zahlreiche Stellen aus unserem Midrasch Petirat Mosche gezogenwie er doch auch im Uebrigen den Schceltot die Form abgesehen, und wenn er m Europa nur sehr wenig citirt worden, so ist dies aus dem Umstande zu erklären, daß er mehr im Oriente geblieben, wie auch nur dort eine spatere Bearbeitung dieses Midrasch, unter dem Titel: De rasch li- Petirat Mosche, aufgetaucht 227 , die ebenfalls gedruckt wurdet — 5) Midrasch Petirot Ahron, d. h. ein Midrasch über das Hinscheiden Ahron's, womit auch ein Midrasch Petirat Mirj am, eine Sagenzusammenstellung über das Hinscheiden Mirjam's verbunden war, wie man aus der erschienenen deutschen Uebersetzung desselben und der vorhergehenden2^ ersieht. Wie schon der vorhergehende Midrasch ist auch dieser, der nach dem Muster des Midrasch Petirat Mosche offenbar angeftrtigt ist, aus verschiedenen zerstreuten Midraschim zusammengestellt und zu einem Ganzen verarbeitet 225) Kstpl., 1516, 8; Venedig, 1544, 85 ib. 1605, 8; Paris, 1629, 8. In. jüdisch-deutschen Versen ist dieses Sagenbüchlein erschienen Amsterdam 1693/8; Fürth 1693, 8 (nebst der Geschichte vom Lode Ahron's und Mirjam's) bei Josef ben Salman Senior und Ff. a. O. s. a. von Ahrcn den Samuel besorgt; Prag s. a. 4 (nach Sabbatai). Die Pariser 2tusgabe, sowohl des Dibre Ha-Iamim schel Mosche als des Midrasch Petirat Mosche hat Gilbert Gaulmyn edirt., — 226) Zunz GV. S. 146 Anm. ez ib. S. 253. — 227) Gilbert Gaulmyn erhielt aus dem Oriente seinen „Derasch li-Petirat Mosche", der eine spätere Bearbeitung dieses Midrasch ist, und veröffentlichte ihn mit den zwei 'Merkchen über Moses zusammen in Paris 1629, 8. Zu diesen Lextausgaben fügte genannter Gaulmyn eine lateinische Uebersetzung (<3e vita et morte Mosis) mit vielfachen^ gelehrten Noten versehen. Die Rede Josua's übersetzte Gäulmyn (de morte Mosis p. 64 — 66) in Hexametern. ' Johann Albert Fabricius übrrdruckte die Gaulmyn'sche Version mit andern, kleinen Dingen zu Hamburg, 1714, 8. In der llffenbach'schen Bibliothek (B. Uff. 1. 143—146) existirte übrigens auch eine handschriftliche jüdisch-deutsche Version, die mit dem hebräischen Originale nicht üvereinstimmte und eine eigene Bearbeitung zu sein scheint (Wolf B. H. 11. p. 1394). Vgl. noch Schudt, j. Merkm. IV. Abtl). 2, S. 390—99. — 228) In der Pariser Ausgabe von Gaulmyn. In diesem Derasch wird schon Jbn-Esra citirt (39a). 229) S. vor. Aam. — nur ist dieser sowohl in seiner gedruckten Forrn^°, als auch handschriftlich231, nur noch fragmentarisch vorhanden. — 6) Midrasch wa-Josch a^2, ein Midrasch über die Durchführung durch das rothe Meer, nur über c*>n CTW sich erstreckend, mit Bezug auf die künftige Erlösung, den wir handschriftlich^ und gedruckt^*, wie in jüdisch-deutscher Bearbeitung^ besitzen. Da in diesem kleinen Midrasch bei Besprechung der letzten Erlösung die Armilas- Sage, von der schon früher Spuren bemerkbar sind, ausgebildet erscheint23G, und Saadja Fajjumi (933) sie in dieser Ausschmückung schon gekannt, so ist das auch ein Kriterium für das Alter dieses Büchleins, das offenbar in diese Zeit gehört.— Mit diesen kleinen Sagenbüchern, die alle nur einzelne Themen des Pentateuchs zum Gegenstände der Verarbeitung nehmen, und. weniger um symbolische Auslegung, um die Eruiruug ethischer Lehren, als um die Ausschmückung der Sage und Legende sich kümmern, schließt aber keineswegs schon die Sagenliteratur unserer Periode ab, sondern, vielmehr dieser schließt sich nun diejenige Anzahl von Schriften .an, die, wenn jede zwar ebenfalls ein einziges Sagenrhema hat, den Sagenstoff aus der spätern jüdischen Geschichte und aus den spätern Zuständen herholen. Haben jene sechs die alle Geschichte, wie sie der Pentateuch giebt, als ihre Schatzkammer betrachtet, aus der das edle.Metall zur Prägung der 230) Er liegt uns gedruckt vor in der oben (Anm. 225) erwähnten Sammlung Kstpl. 1516, 8; Venedig 1544', 8; db. 3605, 8; j.-deutsch übers. Fürth 1693, wo auch die Sagen über den Tod Mirjam's. 331) Ja der Handschrift auf der Rathsbibliothek zu Leipzig (Cod. hebr. XXL 9. Cf. Catal. Eibor. Mss.-p. 288), wo sich dieser Midrasch, nebst den zwei vorhergehenden, handschriftlich findet, hat der Midrasch Petirat Ahron zuerst einen Prolog und dann noch die besondere Aufschrift Derasch li-Petirat Ahron» 232) Nach Ex. 14, 30, wo der Text mit diesem Worte beginnt. Die Erläuterung des Sicgesliedes Mosis am Meere gab eine passende Gelegenheit, verschiedene Sagen über die künftige Erlösung und deren Vergleichung mit der aus Egypten zusammenzutragen. 233) de Rossi cod. 473 und 804. Auch Jakob Reifmann aus Galizien (Orient 1844 LB. N. 31) besitzt davon eine Handschrift. In der Oppenh. Bibl. Quarto N. 1284 befindet es sich handschriftlich ans Pergament; vollständiger aber in F. N. 256, wo es zwölf Blatt umfasien soll. — 234) Mit achtzehn kleinen hagadischen Schriften wurde es gedruckt Kstpl. 1519, 4 (Es bildet dort die 18. Nummer); dann 8. 1. et a. 4 (nach Kat. Opp.) und erst neulich wurde es von El-Aschkenasi in Metz überdruckt und in dessen rft-j D'DDH ausgenommen. > 235) Ja Prag erschien dieser Midrasch in jüdisch-deutschen Strophen, jede zu sechs gereimten Versen in 4, sechs Blätter stark (.Oppenh. B. kl. Q. 1201), was sich auch auf der Berliner kön. Bibliothek befindet. Diese Ausgabe ist dieselbe, die Wolf (B. H. 11» p. 1329) gesehen und fälschlich s. 1. angemerkt. — 236) Siehe: Fürst, die jüd. Religionsphilosophie des Mittelalters, Bd. 1, (Leipzig, 1845, 8) S. 434, Anm. Bei

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