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Der Orient · 1851-01-01 · Heft 22 · p. Seite 341-342

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 22
Date
1851-01-01
Page
Seite 341-342 (sequence 5)
Language
German
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311 312 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. .ha-Dlam), auf Aahlensymbolik reducirt, ferner die kosmologische Emtheilung derselben und die Wettentfaltung (e..8). Dairn folgt (e. 9) die Erklärung des Ostens mit der Beschreibung des Paradieses, in fünf Hallen gelheilt, hierauf des Westens (c, 10) mit seinen Wüsten, dann des Nordens (c. 11) mit der Beschreibung des Gehinnom und endlich des Südens mit seinen Wettenkammern, im Zusammenhänge mir Ost und Nord (c. .12), mit Paradies und Hölle. Dann folgen von c. 13—20 Erklärungen über Ocean und Liwjatan, über Urwajser und die Stufengänge, über das ideale und reale Tehom, über das Ksvat] yga^arj, über die mystischen Süßwaffer und die Tehoni, über die sieben Sphären und Wetten und deren Zusammenhang, welche 7 Kapitel, aber eigentlich nur das 12. Kapitel weiter commentiren, welches das wichtigste 1 in der Barajta tjl196 a. Was die Sprache anlangt, so ist sie, je nach den benutzten Quellen, bald ganz hebräisch , sogar mit einem Anfluge von poetischen Wortformen, bald ganz aramäisch, mnd diese Verschiedenheit beweist, daß damals diese Stoffe mehr zusammengetragen als verarbeitet wurden. — 2) Massechet Azilot d. b. der Traktat über die Emanationen197, auch Pirke Merkaba oder Barajta de-Azilot genannt. Diese kleine Schrift,, welche blos vier Kapitel umfaßt, behandeltem ersten Kapitel die Anpreisung der Weisheit und der Geheimnisse in der schlichten einfachen alten Midrasch-Weise, .ohne selbst etwas von den Geheimnissen (Sodot) zu sagen, im zweiten die Lichtschöpfung und die Umwälzungen, die Goct mit der Welt vorgenommen, bevor sie die gegenwärtige' Gestalt erhalten, und spricht dann endlich über die vier Welten der Geheimlehre (Azila, Beria, Jezira und Aßija), über die zehn Gcisterklassen und ihre Namen. Das dritte Kapitel handelt über Schechina, Metatron, Samael, Lilit u. s. w. und das vierte über die 50 Pforten der Bina, über die Vorzüglichkeit der Chochma, über den einstigen Untergang des bösen Prinzips, über die zehn Sesirot, ihre Namen und Deutung, womit geschlossen wirdDas Sefer Jezira lag dem Verfasser dieses Traktats vor, indem er es selbst im vierten Kapitel als alte Autorität anfühct und cs in Bezug auf die zehn Sesirot zu interpreriren sucht, wie auch eine Etymologie über Sestca gegeben wird, die gar nicht zurückzuweisen istlö!>. Eigenthümlich aber erscheint die Einführungsarr, wie 196a) Mit dem Seser Maaße Bereschit, das im Vatikan handschriftlich liegt, darf dieses hier nicht verwechselt werden, indem jenes nur 15 Kapitel hat und blos über das Hexaemeron handelt?—■ 197) So in der mir vorliegenden Ausgabe Wilna, 1802. 8, unter den kleinen Partien, die hinter Agadar Bereschit gedruckt sind. Diese Ausgabe wurde nach einer Handschrift gemacht. — 198) Aus dieser Inhaltsangabe ist ersichtlich, daß unser Massechet AziLot mit dem Sefer Maaße Merkaba, wel- . ches im Vatikan (geschrieben 1295) liegt, nicht identisch ist, welches nach Bartolocei (I V. 522) die Vision des Jesaja und Secharja und das Gebet des Habakuk erläutert. — 199) Se fira wird nämlich von Sappir abgeleitet, also von safar <8. Conctml. s. v.) in der Bedeutung glänzen, die vier Kapitel eingeleitet werden. Das erste Kapitel nämlich beginnt: Elija den Josef begann (patach)", und für diesen Namen hat das zweite Kapitel Ja'a ro schj a ben Josef, das dritte Sacharja (Sichri) ben Josef und das vierte Jerocham ben Josef, und die erste Frage muß natürlich entstehen, was für eine Bewandtniß es mit diesen vier Söhnen Josef's habe, da sie doch offenbar als die Einzigen in diesem Buche nur singirt, . d. h. willkührlich hergestellt sind. Allein die vier Namen Ja'aroschja, Elija, Sichri (Sacharja) und Jerocham, die sich im ersten Buche der Chronik (8, 27) finden, sind schon früh in der Weise des Midrasch allegorisirt und für den Propheten Elija genommen worden200, was nun für unser Buch recht gut paßt und vermuthlich liegt auch in dem „ben Josef", wenn es nicht mit dem midraschischen „von den Nachkommen Rachels" identisch ist, irgend eine mystische Auslegung. — Es bleibt aber in Bezug auf diese zwei philosophisch-mystischen Werke. da sie sich uns nur anonym erhalten, freilich noch von der Kritik zu erweisen, daß sie Erzeugnisse des 7. Jahrhunderts sind, wenn schon von einem Einflüsse des arabischen Elements nichts zu merken ist, jedoch ist soviel gewiß, daß die Sprachßriterien wie der Inhalt, sie nicht zu einer jüngern Zeit drängen. — Nächst der altjüdischen Religionsphilosophie, die noch vor Begründung und Ausbildung des Talmuds schon in den erwähnten zwei Ausgangspunkten, Kosmogonie und Theösophie ihren Anbau gefunden und ohne Zweifel bis zur Zeit des arabischen Einflusses gepflegt wurde, waren auch andere Gebiete, zu denen die Vorbereitungen längst vorhanden waren, nicht leer ausgegangen. Es war diesen talmudischen Epigonen wohl ein Bedürfnis;, auch über andere Gegenstände des jijdischen Wissens und Forschens, Ueberliefertes und Selbstgedachtes in den einmal gangbaren Formen, wie Massechet, Halachot, Midrasch, Barajta, Seder "Olam u. s» w. zu sammeln und schimmern, daher denn zur Bezeichnung der himmlischen Sphären als Lichtkreise. Sinnig wird damit auch Die Stelle Job 38, 37: „wer macht lichtvoll und durchsichtig die Schechakim durch Weisheit" combimrt. — 200) Bereschit Rabba c. 71 §12 wird daraus abgeleitet, daß Elija, der einst das Glück der Welt-Völker abschneiden, aus Binjamin entstammen und daß er Gott für Israel an das Erz-Väter-Verdienst, an die bene Jerocham erinnern wird. Hier werden aber nur die drei Brüder identisicirt. Aber in der Parallelftelle Schemot Rabba c 40 steht schon richtig, daß Elija vier Namen habe, nämlich die hier erwähnten und daß das bene Jerocham nur eine Allegorie sei. Es wären somit die vier mystischen Namen für unser mystisches Buch erklärt. Daß die Genealogien der Chronik allegorisch ausgelegt wurden, ist ans den bekannten Stellen im Midrasch (Chasit u. Koh. rabba Bereschit rabba 61: „Die Chronik ist nur zur Derascha" bekannt. Die Genealogien der Chronik waren reiche Fundgruben des Midrasch und der Talmud (Megilla 13 a, Sanhedrin 21b, Temura 16, j. Jebamot c.8. Jalküt zur Chr.) giebt Proben davon. Daraus allein ist auch der Ausspruch Pesachim 62 5 zu erklären: Zwischen Azel u. Azel waren 400 Rollen Deraschot. Vrgl. Meor Enajim e. 15. — 22

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