Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 22
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 339-340 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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339 349 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien Lheile.dieser Periode, die in dieses Gebiet Anschlägen, haben wirr 1). Barajta de-Maaße Bereschit 1). h. eine Barajta über die Kosmogonie, mit Bezug auf den kosmogonischen Inhalt dieses Werkchens,^° auch.Midrasch Konen"^ oder Midrasch Jehova be-Chochma Jasad Erez genannt,^ mit Bezug auf den von der Geheimlehre wie von der Gnosis vielfach benutzten Vers aus den Sprüchen (3, 19): Gott hat mit der Chochma die Erde gegründet, und die Himmel mit Einsicht befestigt (Konen). Dieser Vers aus den Sprüchen war schon, im talmudischerr Zeitalter^9 eine klassische Stelle für Kosmogonie und Lheosophie oder für die alte Religionsphilosophie, und Saadja Fajjumi in seinem religionsphilosophischen Werke Emunet (933) gedenkt schon dieser Anwendung als einer uralten und allbekannten,^9 so daß eine Barajta über die Schöpfungsgeschichte wohl mit diesem Verse beginnen konnte. Was nun die äußere Ökonomie anlangt, so besteht diese Barajta gegenwärtig aus 24 sehr kleinen Kapiteln oder richtiger Barajta's, die aber in ihrer jetzigen Gestalt, wie dieses Werkchen uns gedruckt vorttegt191, in großer Unordnung sich befinden192, und theils verdessen ebenfalls Salmon b. Jorocham 1. e. gedenkt, und so mehrere, die eben sämmtlich als auf palästinischem Boden entstanden bei einer Besprechung des dortigen Literaturganges kritisch durchforscht werden müssen. Aber auch Babylonien pflegte gewiß schon, sehr früh diese jüdische Philosophie, da nach der Meinung aller jüdischen Lheofophen von Babylonien aus. diese Wissenschaft sich nach Italien verpflanzt. N. Eliesec aus Worm's in seinen Sodot Ha-Lesilla (angeführt in Mazres le-Chachma S. 14b) erzählt, daß ein Sohn des Mar Samuel ha- Nasi, mit Namen Abu-Harun, aus Babylonien flüchtiggeworden, und dann bei seinem Herumreisen nach Lukka gekommen wäre, wo er den Mosche ha-Saken angetroffen/dem er die Geheinrtehre mitgetheilt. Schem-Lob ben Schem-Tob in seinem Seser Ha-Emunot (e. 14 2fnf*) berichtet, daß die Gaonen der soranischen Schule sich mit der Geheimlehre viel befaßt, .und ein Sprößling jener Geonim, Nab Kaschischa habe sie nach Apulien gebracht. — 186) So heißt das Werkchen bei Abraham b. Mardachai Asulai aus Fas in seinem Werke Chesed le-Abraham (Amst. 1685. 4 Sulzbach, 1685, 4) Strom 25, Q.uell 5, wo überhaupt Vieles aus demselben angeführt wird. — 187) So der Herausgeber der Sammlung Arse Ya-Lebanon (Venedig 1601. 4, Krakau 1648. 4) und danach im Seder ha-Dorot. — 188) So im großen Rastel t. 12 ab» — 189) Berachot 55 a. — 190) Weniger klar Emunot l. § 19 20 («6. Fürst, Uebers.), aber schon besser 11. § 25. obgleich eigentlich ein anderer Vers aus den Sprüchen dazu citirt wird. — 191) Sie ist abgedruckt in der schon erwähnten Sammung Arse ha-Lebanon (Venedig 1601. 4, Krakau 1648. 4), dann folgt noch Zolkiew, 1785. 4, endlich aber Wilna 1836. 4, mit einem Kommentar Zeruf la-Kesef, und mit Noten Bechon la-Sehab betitelt, von Chajim Jakob b. Jehuda Löw S luzki verfaßt. Ich citkre nach diesem Ausgabe. — Daß Jalkut Reubeni Ha-Gadol reiche Auszüge daraus hat, ist bekannt. 192) So z. W. müssen Kap. 21—24, also die letzten vier, unmittelbar nach Kap. 1 folgen, indem sie nur verschiedene stümmelt und defeet sind^, theils durch Abschreiber, Drucker und Herausgeber oft mit Phrasen zu Anfang und Ende, seltener in der'Micte, versehen wurden, um den Zusammenhang der Kapitel, die Verschiedenheit des behandelten Stoffes, anzumerken^9^, oder um Wörter und Phrasen zu erläutern Der Inhalt zerfällt in drei Partien, und mit ihm auch die äußerliche Einteilung der Barajta, nämlich die erste Partie (Kap. 1 mit den Zusatz - Kapiteln 21—24), welche fünf Kapitel umfaßt, bildet die Einleitung oder Allgemeines über die kosmogonische'Lehre. Nach einer Jdentificirung der Chachma (GocpLcc) mit der Lora (vo^og), insofern im Gesetze die Weisheit sich abgespiegelt19G, werden verschiedene Namen des Gesetzes in Bezug auf die Schöpfung gedeutet, ihm alle jene Eigenschaften zugeschrieben, welche der Alexandrinismus der aocptcc oder dem Äoyog zugetheilt, wie Vorweltlichkett, Lichtbildlichkeit und Gottdurchdrungenheit u. s. w. Nebenbei wird auch Lora und Chachma nachZahlwerth (611 und 73) gedeutet, jeder einzigen Zahl bei der Schöpfung der Welt eine schöpferische Kraft zugedacht und auch auf andere Mysterien angewendet. In dieser Weise werden die Schöpfungen des Urwaffers, des Urlichts und des Urfeuers erklärt, wie auch die ganze Schöpfung der Idealwelt, bis endlich auf die reale Schöpfung der Gedankengang geführt wird. In den vier Zusatz-Kapiteln werden nur Materialien in der Ausbildung des mystischen Verses medergelegt, und wenn sie auch nicht vom eigentlichen Verfasser der Barajta herrühren, wie die ganze Anlage beweist, so hat sie doch der Interpolator jedenfalls gleich dem ersten Kapitel folgen lassen wollen. Der summarische Inhalt dieser vier Kapitel ist darzustellen, wie die 6OPr.c>L sich in den Schöpfungen der Gegensätze offenbaret, wie sie sich in den Schöpfungen der vier Weltgegenden, der vier Geistergattungen um den Gottesthron, der vier Feldzeichen, der Stimme in der Wüste und in den Mysterien der Letras bekundet u. s. w. — Die zweite Partie behandelt das Hexaemeron, und zwar wird für jeden Schöpfungstag ein Kapitel oder eine Barajta bestimmt, also o. 2—7, und nach Darstellung des Sechstagewerks schließt sich die Abtheilung ab, wie auch wirklich die Drucker und Herausgeber schon „Ende" (ChasLat) dahinter gesetzt. Der Gedankengang im Hexaemeron erinnert oft an die phllonische Mystik in seinem Buche von der Weltschöpfung, jedoch ist hier alles zu fragmentarisch und zu materiell gefaßt. — Die dritte Partie endlich, die letzte und umfänglichste, welche mit einer eigenen den Inhalt angebenden Aufschrift versehen (— freilich von späterer Hand —) ist, behandelt die Ausdehnung und den Umfang der Welt (Midat Weisen in der mystischen Auslegung des erwähnten Verses ansmachen und auch daher mit Dabar Acher beginnen. — 193) So z. B. fehlt der Schluß zu o. 20, wozu der erste Herausgeber die Worte angemerkt: „Bis hierher habe ich gefunden". — 194) So z. B. c. 8 Ans., c. 15 Ende, c. 17 Ende, 18 Ende, 19 Ende, c. 20 Ans. — 195) So z. B. e.! Zeile 4. — 196) Ben-SLra 24, 22. —