Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 22
- Date
- 1851-01-01
- Page
- Seite 337-338 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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337 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien 338 Zur Kultur - und Literaturgeschichte der Juden i» Asien, Die ersten drei Jahrhunderte nach Abschluß des Lalnmd. Eine Skizze von Julius Fürst. (Fortsetzung unb Schluß aus Nr. 21.1 — 3) Sefer Halachot Pesukot des Iehudai, eine den großen Halacha's des Simeon Kahira verwandte und ähnliche Arbeit, nämlich als Kompendium des Talmud, nur mag die ganze Anlage noch kürzer und zusammenfassendec gewesen sem. Neben diesem Namen Halachot Pesukot de-Mar Iehudai^^ §{<>§ das Werk auch Halachot de-Mar Nab Iehudai177 und auch Halachot Gedolot de-Mar Iehudai,^ aber aus der Gleichheit des Namens wie auch des vorzüglichen Inhalts, aus dem Umstande, daß Iehudai selbst aus den großen Halachot Simeon's, gesammelt und gezogen,179 ist es leicht zu erklären, wie diese beiden Werke ineinander gemischt wurden, so daß das Werk des Iehudai eigentlich m jenes aüfgegangen. IsaakIbn- GhajjLt bei der Ausarbeitung seiner Halachot hat noch die Pesukot des Iehudai, die er den Gedolot entgegenstellt, getrennt vor sich gehabt und nach beiden citirt und auch ihre Verschiedenheit oft angegeben^. Mar Chananja Gaon, der Vater des Scherira, hat sie bei seinen Gutachten noch als besondere Werke vor sich gehabt/^ und eben so der Gaon Hajü/^ und, wie es scheint, haben die Pesukot.des Iehudai noch bis viel später herab sich in ihrer Getrenntheit hie und 176) Schaare Zadek, Pf, 3, IV. § 42. - 177) In den Halachot des Isaak b. Iehuda JbnGhajjüt (s. Derenburg, Ztschc. st jüd, Th. V. S. 401).— 178) Raschi zu Berachot 42a, Sukka 385. — Wenn das von Raschi citirte in unseren großen Halachot des Simeon stehet, so ist dies aus der Mengung beider Werke zu erklären, und bei Raschi hat sich Iehudai als Autor erhalten. Dem Raschi folgt R. Jakob Tam (Mardechai 35 6) und Tosafot (zu Iebamot 35a), die nur die großen Halachot des Iehudai kennen. — Most Nachinani nennt sie Hast Gedolot in Bezug auf die Rischonot des Simeon (Milch, zu. Sabbate 3). 179) Sest ha-Kal>b. 316 und nach diesem die andern Chronisten. — 180) Derenburg 1. c. Die Gedolat werden dort oft auch Halachot schlechtweg genannt, aber wenn damit die Pesukot gemeint sein sollen, dann steht immer dabei „de-Mar Iehudai". Aus jenen von Derenburg angeführten Stellen aus Isaak b. Ghajjäc sieht man, daß 1) damals schon in diesen Halachot-Kompendien verschiedene Lesarten angemerkt waren, 2) manche Halachot unter dem Namen des Iehudai circulirten, welche Ibn-Ghajjät nicht anerkennen wollte, 3)-auch in der halachischen Entscheidung eine Divergenz zwischen diesen beiden Werken vorhanden war. — 181) Schaare Zedek 1. c. -- 182) Derenburg 1. c. — da erhalten allein eben so gewiß, ist,es, und gerade diese Autoren machen es klar, daß schon früh die Wirrnlß zwischen diesen beiden Werken sehr groß war, daß schon früh beide Werke zu einem verbunden wurden, und je nachdem man Iehudai's oder Simeons Partie als den überwiegenden Thekl anfah, schrieb man dann dies aus zwei Sammlungen zusammengeschmolzene Werk bald dem Iehudai bald dem Simeon zu. Raschi, Saut, Tosafot und To b -"El enannten es nach dieser Zusammenschmelzung Iehudai's Werk, während eine größere Anzahl von Lehrern es Simeons Werk benannte, jedenfalls scheint die Zusammenschmelzung schon c. 800 geschehen zu sein, wenn auch nebenbei noch diese Werke sich einige Jahrhunderte getrennt erhalten. Ob die Halachot Pesukot in der Oppenheimer'schen Bibliothekars, sich noch getrennt befindet, läßt sich ohne eigene Anschauung nicht bestimmen. — Das sind die drei halachischen oder nomokanonischen Werke am Schluffe der Periode, welche, indem die Nomokanonik in dem Vordergründe damals stand und die vorzüglichsten Geistesthätigkeiten absorbiere, natürlich bei der Betrachtung des damaligen Schristthums die erste Stelle einnehmen. In ihnen lag schon insofern der Keim eines Gegensatzes zu der Tradition, als sie aus dem Bedürfnisse und dem Streben hervorgegangen, die Ueberwucherung und maaßlose Ausbreitung der Ueberlieferungen der Halachcr in Kompendien einzudämmen, und diese Bahn wurde nun auf verschiedenen Wegen versucht. Aber neben der Nom okanonkk wurden auch andere Gebiete der geistigen Thätigkeit nicht ganz uriangebauet gelassen, wenngleich ihnen nur spärliche Kräfte zugewendet wurden, und unter diesen Gebieten nimmt die jüdische oder hebräische Relig i on sphil osoph ir, d. h. die Maaße Bere schit oder die Kunde über die Weltentstehung (Kosmogonie) und die Maaß e Merkaba oder-die Kunde von den himmlischen, göttlichen Dingen (Thcosophie), den. ersten Platz ein, indem für dieses Thema bereits viele Vorarbeiten vorhanden waren. Von den Schriften im zweiten 183) Elieser b. Natan (U40) hat die Pesukot ausgezogen (Kol-Bo 145b.» ed. Kstpst); Tosafot (Nasir 39 n) nennt noch die Pesukot des Iehudai. — 184) Raschi, Tam und Tosafot 1. c. Tob-'Elem schließt seine Abschrift der Halachot Gedolot mit den Worten: Ende des Werkes des Iehudai Gaon (Most v. Coucy, gr. GB. Verbot 60). — 184 a) s. Katal. Kohelet David S. 294. 185) Die älteste jud. Philosophie, angebaut auf den erwähnten zwei Bahnen, war eine rein spekulative Wissenschaft in orientalischer Hülle vorgetragen, und dem praktischen Leben ganz entzogen, daher sie zur Geheimlehre geworden Schriftliche Vorlagen für unsere Periode waren: 1) Das Buch der Schöpfung (Sefer Jezira, Hilchot Jezira, Sanhedrin 655 675); 2) Die großen und kleinen Hallen (Hechalo^ Rabbati, Hechalot Sutrati), deren Häja Gaon gedenkt -('En Jakob zu Chagiga): 3) Sefer ha-Ras im, d. h. das Buch der Geheimnisse, dessen schon Salmon ben Jerocham in seiner Streitschrift gegen Saadja gedenkt; 4) Schi'ur Ko in ah, 22