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Der Orient · 1851-05-17 · Heft 20 (17.5.1851) · p. Seite 309-310

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 20 (17.5.1851)
Date
1851-05-17
Page
Seite 309-310 (sequence 5)
Language
German
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300 310 - Die profanen Wissenschaften unter den Juden. VII. lsN'22 D 222^ NAK 'NA inpbp ^2 222' lr-'2.n^ 2i>2 B/>K 222T1N AQV2 IJ^SJ ntzz) : WJJDty ikb ^A2?]2 KJjPO Der Sinn dieser Spruchstrophe ist leicht aus den Worten zn entnehmen. In der HS. stand in A. 1 -an*. MR. VIII. =6 n^;n a’öa VNZ NW 1^22 bt$ na’iiaa VN2 ivZ J72 Di'2 '2 NA-'^L NA)I1V1 Wäö ib 1->«2 )NAW Wer undankbar ist gegen seinen Mitmenschen, der ist ebenso schlecht als wenn er die Wohlthaten Gottes leugnete; aber wer einem Mitmenschen Gutes gethan und deswegen Liber ihn stolzirt und es ihm beständig ins Gedächtnis; ruft, der hebt dadurch sein Verdienst auf. Das ist in dem biblischen Sinne von ^mp2' oder DTOpm HkNSOI 7>rf?K HN DttfD. — Sn Z. 2 stand in der HS. gegen das Metrum. JAN. Luzzatto. (Fortsetzung folgte Ueber die Aufnahme der profanen Wissenschaften unter den Israeliten durch Moses Meudelssoh» und Naftali Hartwig Wessely. (Schluß.) Daß M.'s großer Nus bei allen Gelehrten und selbst bei Fürsten viel zur Hebung seiner Nation beitrug, ist bekannt. Der Fürst von Dessau, sowie der Herzog von Mecklenburg waren seine größten Verehrer; besonders Letzterer. Als derselbeseinen jüdischen Unterthanen die frühe Beerdigung verbot, wandten sie sich in ihrem Wahn, daß dadurch die ganze Religion gefährdet sei, an M. Dieser suchte erst ihnen ihren Wahn zu benehmen, als es ihm nicht gelang, schrieb er einige Zeilen an den Herzog, woraus das Verbot sofort zurückgenommen wurde. Niemand weiß bis heute, wodurch M. zu dieser hohen Achtung gelangte; mein seliger Vater löste nur das Ralhsel durch folgende Erzählung. „M. hielt des Sonnabends Früh Gottesdienst in seinem Hause, dem auch ich beiwohnte. Nach der Andacht ging ich als Hausfreund gewöhnlich mit ihm zum Frühstück. Hier öffnete sich jedes Mal die Thür, und ein schöner Knabe an der Hand eines stattlichen Mannes trat ein. Beide machten eine zweimalige Verbeugung gegen M. Alsdann stellte der Herr den Knaben zwischen die Knie M.'s und posticte sich selbst hinter dessen Stuhl. Nun begann M. den Knaben in allen Schulwiffenschastm zu eraminiren, woraus Beide wiederum eine Verbeugung machten und das Zimmer verließen. Wissen Sie, sagte einst M. zu mir, wissen Sie wer Diese sind? Dieser Knabe ist der Thronfolger des Herzogs von Mecklenburg, der auf der hiesigen Universität seine Studien macht, und jener ist sein Hofmeister und Begleiter.^ Dieser war nachher der Herzog, an den sich M. wandte. Ein gleichzeitiges und sehr fruchtbringendes Unternehmen war die unter M.'s Anleitung erschienene Zeitschrift: ^dndh „der Sammler", von den obgenannten Gelehrten tti hebräischer Sprache herausgegeben. Sie hatten den doppelten Zweck dabei vor Augen, durch eine reine und elegante Sprache das durch W. wieder aufgelebte Neuhebräisch und durch dm Inhalt den Trieb zur Wissenschaft zu fördern. Der Inhalt bestand aus Gedichten, Fabeln, Lebensbeschreibung großer jüdischer Männer der Vorzeit, Besprechung über Elementarwissenschast und Erziehung rc. und di.e Herausgeber erreichten vollkommen ihren Zweck. Denn auch sie traten nicht mit dem frechen Tone der jetzigen Reformstürmer ^auf, sondern mit sanfter, bescheidener, sich der Zurechtweisung unterwerfender Sprache. Nicht als Lehrer, sondern als lernbegierige Schüler berührten sie wie der kluge Arzt die faule Wunde, an welcher die Nation siechre. Gar oft brachten sie dem Aeskulap ein Opfer, d. h. sie huldigten manchem Veralteten, wodurch sie beim Volke Zutrauen gewannen, das dann wiederum manchem Neuen huldigte. Sie suchten das von M. und W. angefachte Feuer anzuschüren und zu unterhalten und es gelang ihnen vollkommen. Die Stimme der Zeloten wurde täglich schwächer; die Jünger der Weisheit gewannen an Achtung und Zutrauen; mancher damalige Halbwisser genoß mehr an Achtung als jetzt der Meister. Freilich wurde anfänglich nicht immer der rechte Weg zur Wissenschaft gewählt; manchem alten Talmudisten, der noch profane Studien treiben wollte, kostete dieser verspätete Sprung vom. Talmud zu Kant das Leben. Von einem solchen schreibt M. an seinen Freund Lessing: „ heute haben wir wieder einen Mann durch sein verkehrtes Studium zu Grabe getragen." Auch führte dieser Weg Manchen vom Glauben ab. Der Unwissende nahm Alles was Deutsch geschrieben war für Weisheit an und ward Freigeist, oder gab sich die Miene es zu sein, um als Philosoph bei dem großen Haufen zu glänzen. So wurde der Weg zur wahren Aufklärung erschwert aber nicht gehemmt. Wie ei» reißender Waldstrom lief der Trieb zur Geistesveredlung in Israel unaufhaltsam fort, streckte den Finsterling und den falschen Weisen vor sich hin und überwand das Vorurtheil seiner christlichen Brüder, die ihm die Freiheit und das Recht zum Forschen noch immer streitig machten, ihn zu keiner Wissenschaft, zu keiner Kunst, nicht einmal zum gemeinen Handwerk zulassen wollten; er sollte sich dieses Menschenrecht durch die Taufe erkaufen. Mancher zahlte diesen den Fordernden wie den Gebenden gleich schändenden Zoll; aber das Gesammt-Israel blieb seinem Glauben treu, und drang in 20*

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