Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1851)
- Date
- 1851-05-17
- Page
- Seite 307-308 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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307 308 Das Ben-Mischle von Samuel Ha-Nagid. und fleißiges Studium derselben aufs Nachdrücklichste empfohlen»!Aber die außerordentliche Kürze macht das Verständmß.schwierig; denn die wichtigsten Lehren sind nur in Worten ausgedrückt, ja nicht selten sehr leise nur angedeutet. Die ältesten und berühmtesten jüdischen Gelehrten, wie z. B. Raschi, Rambam, Abarbanel und viele Andere haben daher Kommentare dazu geschrieben in hebräischer Sprache, also für das gelehrte Publikum, um so weniger wird man einen solchen für den Ungelehrten als etwas Ueberflüffiges ansehe». Besonders der 5. Abschnitt enthält einen Schatz von Weisheit für dm, der ihm ein sorgfältiges Studium widmend, in seine Liefen einzudringen sich bemüht. Daß aber die alten Kommentare (qwpd) sowohl ihrer Seltenheit als der Sprache wegen, in der sie verfaßt sind, nur sehr wenigen zugänglich sind, ist eine bekannte Lhatsache. Eine mit Benutzung der hebräischen Auslegungen verfaßte deutsche wird sonach jeder als ein zeitgemäßes Unternehmen anerkennen, welches eine nicht unbedeutende Lücke in der jüdischen Literatur ausfüllt. — Ich habe dieses ausgeführt und einen solchen Kommentar verfaßt, der nicht nur den Text erläutert, den Zusammenhang nachweist und durch faßliche Erläuterung den Inhalt verständlich macht, sondern auch die Lehren selbst weiter ausführt, durch Beispiele veranschaulicht und auf andere, daraus abzuleitendo aufmerksam macht. Hierdurch ist das Buch ganz geeignet, ein Volks-, Haus- und Familienbuch zu sein, welches sowohl zur Belehrung als Erbauung, Unterhaltung und Veredlung dient. Aus dieser Rücksicht, um nämlich das Buch recht allgemein zu machen, daß jede Familie es anzuschaffen im Stande sei, ist auch der'Preis äußerst niedrig gestellt. Die Lieferung von 4 bis 6 Bogen, gr. 8, kostet 18 kr., so daß also die Anschaffung gewiß Niemandem schwer fallen kann. Denn nicht materielle Vortheile find es, die mich zur Herausgabe veranlassen, sondern die Uebrrzeugung, daß Gutes hiedurch gewirkt wird, was der höchste Wunsch meines Lebens ist. Schlüßlich mache ich diejenigen, welche noch sogenannten Schiur zu lernen haben, daraus aufmerksam, daß ihnen dieses Buch hiezu reichliches Material bietet, indem ich selbst schon diesen Gebrauch davon machte. Alle Freunde der jüdischen Literatur, der Förderung der Sittlichkeit, des Menschenwohles, sind um ihre gefällige Mitwirkung gebeten." Von Dr. Z. Frankel, Oberrabbiner zu Dresden, wird soeben ausgegeben: Heber das Verhältniß der palästinischen Exegese zur alexandrinischen Hermeneutik. Leipzig, 185t. 8. Der gelehrte Vers, kündigt in der Vorrede noch zwei zu erscheinende Schriften an: „Philo und Maimonides", und „Einleitung in die Mischna." Das Besr- Mrschle von Samuel ha-Ikagid. Vor 11 Jahren habe ich in die Zeitschrift Zijjon, welche in Fkf. et. M. gedruckt wurde, Einiges aus dem Spruchbuch des Nagid*, von mir punktirt und erklärt, überschickt, aber nur fünf der Spruchstrophen wurden gedruckt und das Ucbrige hatte nachher im LB. d. Or. 1845 S. 652. 697 u. 711 einen Platz gefunden. Da nun manches in Zijjon Ueberschickte weder dort noch hier gedruckt wurde, so erlaube ich mir, dies hier in der Absicht mitzutheilen, daß auch noch das Mbrige, was ich besitze, nämlich Alles was in der Pärnu Handschrift n. 129 sich findet, 126Spruchstrophen, hier bald veröffentlicht werden möge. Die erste Strophe, welche LB» S. 652 ('Dl p “)DN"5 veröffentlicht wurde ist die 14. im Original und hier folgen die 8 Strophen nach den fünf, die im Zijjon stehen. VI. ircj; NWy; -iw« rnto m; rurgr nj« hidsd w’öbo irw voit^ia rre:: &b) nyp 7$; tawro Täpn rÄ rnpm täzmm riöw nibrnp injjs'i ~jp nm Dm* psn rir&yb : nfibp ph rwy Der poetische Ausdruck rnttfD 'I7N bedeutet soviel als mTO t^N , rWD'^JJrj, nach arab. Sprachgebrauch, nach welchem man in der Bedeutung von fc^N sagt; ebenso nteü Tk\* , ajh TN , DW TIN ein Thor, ein Hungriger, ein Wanderer (si Schultens, Komm, zu Job 30 , 29) und in gleicher Weife in unserem Ben-Mischle HNJp TIN im Sinne von Der Sinn von ->NN rWD hier ist wahrscheinlich: Mann des Vorzugs und von edlen Sitten d. h. ein edler Mann und der Sinn des Ganzen ist ungefähr: Wer kann wohl ein edler Mann genannt werden? dessen Rath wie die Sonne rein und klar, der Gewänder sinnlichen Lust baar; welcher den sinnlichen Vergnügungen sich entsagt und des vielen Schlafes sich entschlagt und seine Gedanken nicht)feffelt (die Vergnügungen bilden die Fesseln); dessen Sinnen und Denken fest wie Zinnen, und dessen Gedankenglanz wie die gesahnten Schaaren majestätisch und der gern den Willen der Freunde thut und nie etwas übt, wus Schande bringt. Für mpjn muß es vielleicht heißen rjpin, als zu irDKTID gehörig. Das hy in Zeile 3 habe ich zugefetzt, da es in der HS. fehlt. In Zeile 8 stand in der HS. noch & voraber als gegen das Metrum har es mein Schüler Jos. Ahr. Randegger, der es in Parma für mich kopirte, gestrichen. Die Noten Randeggers werde ich hier unter JAN. mittheilen.