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Der Orient · 1851-05-10 · Heft 19 (10.5.1851) · p. Seite 301-302

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 19 (10.5.1851)
Date
1851-05-10
Page
Seite 301-302 (sequence 13)
Language
German
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301 Literarische Analekten. 302 befestigten war Asphalt aus dem Meere und aus dm Wasserbetten im Lande Sinaar. Und sie bauten daran 43 Jahre Lang Und' der Herr unser Gott sprach zu uns: „seht, es ist ein Volk suud har dasj cmgesangen zu thun!" Und nun will ich nicht ablaffen von ihnen! Seht, wir wollen hmabsteigen und ihre Sprachen zusammenschütten, daß einer Len andern nicht vernehme und sie sich zerstreuen in Länder und Völker, und daß nie mehr ein Rath unter ihnen zu Stande komme, bis aus den Lag des Gerichts." Und der Herr kam herab, und wir kamen mit ihm herab, die Stadt zu sehen und den Lhurm, den die Menschenkinder gebaut hatten z und er Zerriß jegliches Wort ihrer Sprachen, und keiner verstand mehr das Wort des Andern. Und nun ließen sie ab, die Stadt und den Lhurm zu bauen. Deswegen wurde das ganze Land Sinaar Babel genannt. Denn dort zerriß Gott alle Sprachen der Menschenkinder; und von dort zerstreuten sie sich in ihre Städte nach ihren Sprachen und Völkern. Und Gott schickte einen starken Wind gegen ihren Lhurm und zerstörte ihn auf der Erde. Und siehe (er stand) zwischen dem Lande Affur und Babylon im Lande Sinaar; und man nannte seinen Namen Trümmer.^ — Im ersten Jahr der vierten Woche des [fün f unbfccet gf&ft en]68 Saft Üäum wurden sie zerstreut im Lande Sinaar. Und Cham mit seinen Söhnen ging in das Land, das ihm zu geeignet war, das bei der Lheilung ihn traf, in das Land des sStiden^^ Kanaan aber sah das Land des Libanos, bis an den Bach Aegyptens, daß es sehr schön war, und ging nicht in das Land seines Erbes westlich vom Meere, sondern wohnte im Lande Libanos, im Osten und im Westen von den Söhnen der Leute des Libanos, und dem Meere entlang. Und sein Vater Cham, und Chusch. und Mizraim, seine Brüder, sagten zu ihm: „du hast dich in einem Lande niedergelassen, welches nicht dein ist- und welches durch das Loos uns nicht zusiel. Du sollst nicht also thun l Denn wenn du also thust, so wirst du sowohl als deine Söhne in dem Lande fallen^ als Verfluchte, durch Waffengewalt: denn mit Waffengewalt habt ihr euch niedergelassen, und durch Waffengewalt werden deine Söhne fallen, und du wirst ausgerottet werden in Ewigkeit. Wohne nicht in dem Wohnorte des Sem, denn dem Sem- und seinen-Kindern ist es durch das Loos zugefallen. Verflucht bist du und verflucht wirst du sein vor allen-Söhnen Noah's durch den Fluch, durch den wir uns in einem Eidschwur verpflichteten vor dem heiligen Richter und vor unserem Vater Noah." Aber er hörte sie nicht und wohnte im Lande Libabanvs, von Hamath an bis zum Eingang Aegyptens, er und seine Kinder bis auf den heutigen Lag. Und deswegen ward jenes Land Kanaan genannt. Japhet aber und seine Söhne 66) Hür folgen noch einige Zeilen über das Maas des Lhurms: sie sind aber so verdorben, daß sie rem unverständlich sind. 67) Dgar, Einsturz, Trümmer. 68) Auch hier steht im Text bloS .XXXIV. 96) 3m Text „Norden". zogen westlich und wohnten im Lande ihres ErbLheils. Und Madai sah das Land des Meeres'", und es gefiel ihm, und er erbat sich es von Elam und Assur und Arphaskad, dem Bruder seines Weibes, und wohnte im Lande Midakim (modischen Lande), nahe bei dem Bruder seines Weibes, bis auf diesen Tag, und er nannte seinen Wohnort und den Wohnort seiner Kinder Medekm'", mit dem Namen ihres Vaters Madai. Literarische Analekten. Neuere Beurtheitungen Spinozas. „ Spinoza war ein Jude, und seine Philosophie enthält den Kern des Judenthumsz aber im Sinne seiner Zeit gegen die positive Religion feindlich gesinnt, hob er an dem Judenthum das auf, wodurch es eben Religion ist." Sourtheilt Consta nt in Frantz (Speculative Studien. 1. Heft. Ueber die Freiheit. Berlin, 1843. S. 13) über den Schöpfer der neuen Philosophie, und doch ist er von jüdischen Gelehrten bis auf die neueste Zeit sehr lieblos, als unsittlicher Atheist/ behandelt worden, weit man es nicht verstand, Religion von Spekulation/ Denken von Glauben, philosophische Theorie von religiöser Praxis zu trennen. Wir haben es jedoch hier nicht mit der Erörterung dieses Punktes, sondern mit zwei in der Neuzeit auf Spinoza gemachten Angriffen zu thun, die von Herrn Lambert in Paris u. von Prof. S. D. Luzzatto ausgingen. Der Erstere sage im Januar-Hest des^Univers israelitecc vom Sohar: „li a fait la fortune liUeraire de Spinosa. Tout le Systeme pretendu philo sophique de Spinosa <est li.tteralement cop i e sur le Sohar: roila tout, ni plus ni inoins. Seulement ce que le Sohar donne comme figure, ce charlatan le donne comme realite.“ Da Hr. Lambert den bescheidenen Glasschleifer Spinoza einen Charlatan nennt, und er selbst kein Pythagoras ist, bei welchem ein autos ephe genügte, so hätten wir einfach das Recht, von ihm die Beweise für seine Beschuldigung, daß Spinoza ein Plagiator des Sohar sei, zu verlangen. Hr. Lambert weise doch nach, daß Spinoza's strenge, mathematische Methode nichts Anderes sec als die Schale, in welcher der Kern der Sohar-Phantasie verborgen liege. Allerdings wird man zwischen jedem Systeme, das Natur und Geist, oder um mit Spinoza zu reden, die cogitatio und die extensio, in Gott oder die Substanzsetzt — was den Grundgedanken der modernen Philosophie bildet — und .der Mystik, die Ideales und Reales aus einem Quell emaniren läßt, Aehnlichkeiten aufsinden; allein da die Form wesentlich den Inhalt und dieser jene bedingt, so verhalt sich Spinoza zur Mystik des Sohar wie ein Dreieck zu drei von einem Kinde willkürlich verbundenen Linien. Vielen Einfluß 70) mdra brlchr. 71) Mridt.xT].

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