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Der Orient · 1851-05-10 · Heft 19 (10.5.1851) · p. Seite 293-294

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 19 (10.5.1851)
Date
1851-05-10
Page
Seite 293-294 (sequence 5)
Language
German
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293 294 Hiftor. u. llterar. Sündenregister einiger Zeitgenossen. Maaßlost'gkeit der Traditionen das Meiste gu: diesem Widerspreche beigetragen. Nach solcher Idee wurden in diesem Kompendium manche frühere Halachot ausgenommen, um sie entbehrlich zu machen, manche sind als enthaltene Fragmente eingeschaltet worden (Halachot Ketu^ot), um sie nicht untergehen zu lassen, und Scherira^^ hatte noch dergleichen fragmentarische Halachot in diesem Werke gesehen, die in unserer Ausgabe den fragmentarischen Charakter verloren. Wenn mithin von Halachot Gedolot und Halachot Ketu^ot gesprochen wird,^o nur das Werk unseres Simeon zu verstehen und keine besondern Sammlungen; eben so wurde dies Werk unter dem Namen Halachot Kezubot, d. h. für die praktische Entscheidung bestimmte Halachot, citirt, ohne daß man ein anderes Werk verstanden. Jedoch ist es höchst wahrscheinlich, daß die Kezubot und Ketu°ot gewisse Partien des Werkes ausgemacht, die sich mit der Zeit theils ganz verloren, theils in ihrer Selbständigkeit verwischt wurden, woraus auch die Citationsweisen hindeuten. — Was nun den Verfasser anlangt, so haben Abraham ben David,132 Serachja Ha-Lewi aus Lünel^, Menachem ben Serach^^, Simeon ben Zemach Duran*^, Mose Nachmani^ un& Isaak aus Marseille schon ganz richtig die Autorschaft des Simeon Kahira anerkannt und sein Anrecht auf dieses Werk ausgesprochen, 129) Scha are Zedek Pst 7. V. §. 26. 130) Der Halachot Keti/ot gedenkt Maimuni in der Vorr. zu seinem Mischna-Komm., ferner den Vers, des Mardechai f. 36 6 zu Mocd-Katan o. 3, ebenso Hagahot Maimcmi zu hil. Abel. c. 2, und der schon erwähnte Scherira, die aber alle die in den großen Halachot ausgenommenen fragmentarischen Halachot meinen. 131) Dev Halachot Gedolot Kezubot, und zwar unsere großen Halachot meinend, gedenkt schon derGaonHLja (Sal. Adra GA. §. 854) und eben so Mdir von Rothenburg (GA. 677). Eine Spur dieses Namens in unserer Ausgabe smdet sich noch hil. Schebua, wo ein Stück, überschrieben: die Halachot Kezubot der Westländer, sich findet, das offenbar der gaonäische Verfasser des Seder Tannaim wa-Amoraim benutzt. Aber dieses gehört eigentlich gar nicht zu den Halachot, wie schon der Inhalt ausweist. Auch Isaak aus Marseille in seinem Sefer ha-^Jttur (p. 47 a) gedenkt der Halachot Kezubot, unsere Sammlung meinend. 132) Sefer ha-Kabbala S. 31a und nach ihm die andern Chronisten, die Verfasser von Schalschelet, Zemach David, Kore Ha-Dorot und Seder Ha-Dorot. 133) Zu Keritot, Ende, und zu Sabbat c. 2 sagt er, daß Simeon Kahira der Verfasser der ersten Halachot ( Rischonot) sei, d. h. der ersten großen Halachot, im Vergleich zu den großen Halachot des Jehudai. 134) Zeda la-Derech, Vorr., wo auch das Datum angegeben ist. 135) Sefer Sohar Ha-Rakfa, Gebote, §. 125. 136) Seftc Mizwot, Vorr. Wenn daher Nachman im Mlchamot zu Sabbat c. 3 die ersten und die großen Halachot anführt, so meint er unter „ersten" die von Simeon indem Jehudai auch große Halachot geschrieben. 137) Sefer ha-Jttur 9. 41 d 59c 62a 63a 76a 81a 82 a. und wenn Nissim ben Jakob aus Kairawan von Hüja , dem Gaon, eine Stelle citäict, 238 wo ec sagt: „diese Worte stehen in den großen Halachot, die nach den Saboraern verfaßt worden", so beweist das nur, wie den Alten die Sache näher lag als die Person, wie doch auch dasselbe mit Schrrira und Isaak ben Jehuda Jbn-Ghajüt Alisani der Fall ist, die zwar die großen Halachot des Simeon von den andern unterscheiden, ohne jedoch gerade des Verfassers zu gedenken. (Fortsetzung folgt.) Historisches und literarisches Sündenregister einiger Zeitgenossen. , Zusammeugestellt von einem Freunde der Wahrheit» (Fortsetzung.) Wir wenden uns zu dem Aufsatze des Hcr. Zunz: „über die geographische Literatur der Juden", der im zweiten Lheil der.'englischen Ausgabe der Masaot von Binjamm abgedruckt ist. Auch hier nehmen wir Zunz's vertrauenden Glauben an die Katalogisten wahr, nach denen er, ohne Selbsteinsicht und Selbstforschung sich seine jüdischen Geographen schuf, formte und bildete. Daß ihm daher so manche Schrift, die seinen Vertretern unbekannt war, entgangen ist, versteht sich von selbst; so weiß er z. B. nichts von der Schrift biNW pN *pnä nbnp, aus der schon Binjamin von Ludet» geschöpft hat; nichts von „arm 'o ^pD '1 b" welches A. Sakkuto im handschriftlichen Juchasin erwähnt, mit der Angabe: “Y>y b.2) )2 TOtD DH3 "Dp3 ’DVnDl btilW pND > so auch nichts von der Relation, die Isaak Alfara aus Melka im Jahre . 1441 an R. Simon und an dessen Sohn Salomo Dur an schickte, dessen Reise nach Jerusalem in des letztern Responsensammlung (p'bEH) No. 512 erwähnt ist und endlich nichts von jpVyn pro 13 *p)' '1 hw mpoD nni •Dnso) zn3n D'bima D3Bsn m:m pnnnm. Xfo* auch allbekannte gedruckte Werke, die geographische Notizen haben, sind ihm entgangen; so hätte er z. B. bei seinem nicht eng' gezogenen Kreise der geographischen Literatur auch Menachem Lonsano, der im Maarich mehr als 30 im Talmud vorkommende Ortsnamen und Elia Bach ur, der im Tischbi mehrere Ländernamen erklärte, ebenso gut wie so manchen obskuren Verfasser, bei weit geringerer geographischer Leistung erwähnen dürfen; ja sogar Jehuda Poliastro dessen Werk er citirt, unterließ er aufzubringen, weil es auch die Katalogisten nicht gethan haben. Wir wollen jedoch keine Rücksicht nehmen auf das, was Z. nicht gesagt hat, auf : 138) Sefer ha - Mafteach (ed. Goldenthal). Dort heißt! auch der Titel der großen Halachot aramäisch: Halachot Rab- [ wata, was aber dasselbe ist. 19

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