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Der Orient · 1851-05-10 · Heft 19 (10.5.1851) · p. Seite 291-292

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 19 (10.5.1851)
Date
1851-05-10
Page
Seite 291-292 (sequence 3)
Language
German
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291 292 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. Abraham, den Messias tu s. w. auf seinen Propheten anwendete , da doch dieser Prophet über alle in der Vergangenheit und Zukunft verherrlicht werden sollte. In diesem Sinne wurde für Israel das Volk der Araberfür die (Tora der Koran, für Jerusalem die Stadt Mekka subffituirt, für Abraham, Moses, den Messias der neue Prophet,"^ wie auch umgekehrt in apologetischer -oder polemischer Absichtlichkeit gegenwärtige Zustände des Muhammedanismus in bunter Phantasterei auf vergangene Zustande und Persönlichkeiten übertragen. Und die Ergründung dieses Verhältnisses zu dem ungetrübten jüdischen Quell, dieser apologetischen Absichtlichkeit, ist der eigentliche Kernpunkt, der bei einer Vergleichung ins Auge gefaßt werden muß, da diese Absichtlichkeit den Legenden erst einen gewissen Pragmatismus gegeben. Noch andere Gründe mögen wohl die Erscheinung hervorgerufen - haben, daß den Trägern jüdischer Legenden andere Namen zugetheilt worden, als si^cm der Quelle halten; sie nennen z. B. Iis.ka, die erste. Gemahlin. Abraham's,„ R ad h a, für O snat haben sie Zuleicha, Idris für Chanoch, Hud für "Eber, Schueib für Jetro, Kalthum für Mirjam u. s. w. und die meisten Aendenrngen dieser Art sind entweder wirkliche Uebersehungen,,1Ä3 oder mit Bezug auf eine Eigenschaft der betreffenden Person,124 oder aus andern leicht erkennbaren Gründen gemacht worden. — Eine andere Eigenthümlichkeit stellt sich heraus, daß die talmudischen Sagen über Tatmudcsten den biblischen Personen zugeschoben wurden, weil rnan mit Absichblichkest sich nur bei bitl.ischen Personen halten wollte. So. z. B. ist die Sago von der Mücke des Titus auf Nimrod , die von J.o s u a ben L e.w i auf Elia, ein. Rech.tsfall unter Alexander auf David übertragen worden rmd eine schneidende Willkürlich k-eit stellt sich' in der Opfcrungssage. Isaaks, heraus, wo -für Isaak der Ahn Jsmael substituirr wird. Nun können wir zur Betrachtung des Schriftthums in einem Theile dieser Periode (588 — 760) übergehenso erschwert auch dieses Geschäft durch Mangel an Vorarbeit für uns wird. Wie schon vormals in Palästina neben te breitgetretenen schriftstellerischen Bahn der Halacha, die freilich jeden Neben gang verdu n kelte, und fast vergessen machte, noch kleinere un> engere Bahnen für andere Studien nicht verschüttet waren: wie dort neben-dem Talmud , der die meisten Kräfte auszehrte, noch die Schrifterklärung (Exegese) im Midrasch,. die Religionsphilosophie. in dem Buche Iezira. und in Mischna's und Barajta'ßüber Ma'aße Bereschit (Kosmogonie) 122) Weit J, c. S. 10. 14 und überhaupt die Anmerkungen. 123) I. B^ Kolthum (die Fette) gleichbedeutend mit Mirjam (st meine Concordanz zu den Eigennamen). 124) Z. B. Idris von Daraso forschen. 125) Nach diesem iift der Aufsatz (Mag. f. de Lit. d. Ausl. 1845. No. 72): „Etwas über das Verhaltniß der mu- Hammedanischen Legende zur rab bim scheu (soll heißen „jüdischen") durchgehends zu berichtigen. uird Maaße Merkaba (Theosophie), die Geschichte, wenn auch Mr in ihren primären Zügen, in der Ta"anit-Rolle (Megillat Ta"anlt) und im Seder Olam (Chronik), die religiöse Poesie in der sich gestaltenden Gebetordnung, die Astronomie in der Barajta de-Sod Ha-Ibbrrr, die Fabelpoesie in den Meschalot (z. B. die Meschalot des R. Me'ir) u. s. w. u* s. w. ihre karge Pflege gefunden, eben so war es Babylonien, und zwar nicht blos erst nach den Saborccern, und wenn wir über diese Pflege, so karg sie auch von Anfang an gewesen sein mag, nichts berichtenso trägt die Gewalt der Zeit, welche alle Data hinweggespült, allein die Schuld. Aber wenn wir auch in einem Theile dieser Periode (588—760) schon' auch andere außerhalachische Schriften rn den Kreis der Betrachtung ziehen können, so müssen wir doch mit den halachischen beginnen, indem sie jedenfalls noch immer in den Vordergrund traten. Dergleichen halachische Schriften,. die sämmtlich erst gegen Ende dieser Periode auftcmchen, sind: 1) Sefer Halachot Gedc-lot, d. h. das Buch der großen Halachot, von Simeon Kahira, indem die schon früher dagewesenen Halacha-Sammlungen, die kleinen, diesem Werke vorangingen. Dieses Werk, welches 742 geschrieben worden ist, wie bereits oben angegeben wurde, wo auch unter Mar Samuel ben Mare in Pum-Badita über den Verfasser das Nöthigste gesagt ist, umfaßt in unfern Ausgaben"^ 76 Rubriken oder Abschnitte, und ist das erste Kompendium des Nothigsten und Brauchbarsten aus dem Talmud mit seinen kleinen nachträglichen Traktaten., Jedoch war der Verfasser bei dieser.ersten derartigen Arbeit', da die kleinen Sammlungen nicht in Betracht kommen können, noch so unbeholfen , daß er den Stoff nicht zu durchdringen und durchzuarbeiten vermochte, undnur dem Talmud, von Traktat zu Traktat, und innerhalb eines Traktats von Kapitel zu Kapitel uachsolgt und ihn auszieht,, so daß seinem Werke die Abrundung und die Durchsichtigkeit fehlt. Die Idee zu einem solchen Werke,'wie auch die Wahl eines solchen Titels, lag sehr nahe, indem schon in der frühern talmudischen Periode, wie auch im ersten Theile unserer Periode bei den Saboräern, Spuren von Halachot.-Sammlungen über einzelne Objekte des Gesetzes, der Moral und des Brauches sich finden."^ Die Umfänglichteit der. mündlichen Lehre und die maaßlose Ausbildung derselben drängte zur Ausarbeitung solcher Kompendien für den praktischen Gebrauch, und wenn man früher dergleichen Ausarbeitungen, weil sie den Lauf der traditionalen Strömung zu hemmen schienen, nicht gern gesehen,"^ so betrachtete man es doch jetzt als ein lobenswerthes Unternehmen, da der Widerspruch gegen die Ueberlieserung wie das Auftreten 'A na n's um 760 zeigt, sich schon geltend zu machen begann, und die 1.26) Venedig, 1548 f. bei M. A. Iustiniani (148 Blatt enthaltend); Lemberg, 1804. f.; Aolkiew, 1811 f. 127) Sukka 38 b, Baba Mezssa 1121), Derech Erez e.. 2 Ende. 128) Raschi zu Sabbat 6 5, 96 5.

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