Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1851-05-03 · Heft 18 (3.5.1851) · p. Seite 275-276

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 18 (3.5.1851)
Date
1851-05-03
Page
Seite 275-276 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2360092-2360688-2360714--7400-3536379
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

275 278 Zue Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. legen und häufig auch wörtlich Auszüge daraus giebt; ferner habe ich im LB. nachgewiesen, wie er von dem Sohne Abravanels in den Dialogis de amere eitirt wird^ wo sogar dev 2lricebron aufgehellt ist, und ich wünsche, daß Hr. M. Alles bei Herausgabe der Fragmente benutzen möge. Von Jbn G'ebirol geht Hr. M. zu Bach ja ben Jose f über und bemerkt in einer Note, daß nicht Bechai sondern Bachja geschrieben werden muß; diese seit Jahren im LB. desOr. eingeführte Schreibung war aber bereits im LB. erörtert undaus Aboabs Nomologie von Jellknek sestgestellt, rote es auch mit Haja u. A. geschehen. Hierauf geht Hr. M. auf den Kusari des Jehuda ya-Lewi über. Unter den bekannten Citaten zur Kennrniß der Chasaren, vermisse ich die Anführung der sehr vollständigen Schrift von Hrn. Carmoly über diesen Gegenstand, die in der Thar alles erschöpft, was darüber zu sag-en ist und vielleicht ist die Idiosynkrasie des Verf.s, seine Schriften 'nicht zu verbreiten, an der Nichterwähnung schuld. Die Charakteristrung des Kusari als religionsphilosophisches Buch ist wie bei Emunot u. a. nur äußerlich und von dem Zusammenhang mit der arabischen Philosophie , den man hier erwartet, ist keine Rede; auch begreift man nicht, warum der Philosoph Josef Jbn Zaddik und sein pp cfriy, warum früher schon die philosophischen Kommentatoren des Sefer Jezira nicht aufgeführt sind. Nach Kusari kommt Hr. M. zum More Mairndni's, spricht von den UeLerfetzern und Auslegern der philos. Werke in der Provence, von Jak. Anatoli, von den Laboniden u. A., dann von Jcdajcr Pen in i, dann folgt eine Auszählung der. Schriften des Leoi ben Gerschon, des Mof. Narbonni'u. a. und schließt endlich seine Abhandlung mit Albo's Jkkarim. Da, wie wir bereits erwähnt, eine Uebersetzung derselben erscheint, so behalten wir uns vor, eine ausführliche Besprechung später bei Anzeige der Übersetzung zu gehen. (Fortsetzung folgt.) Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Jude» tu Asien. Die ersten drei Jahrhunderte nach Abschluß des Talmud. Eine Skizze von Julius Fürst. (Fortsetzung.) Diese Schilderung von Mar Samuel und von den Ansichten seiner Zeitgenossen ist so treffend und kaum bezweifelbar, daß wir es sogar voraussetzen wüßten, wenn -es nicht berichtet wäre, da wir sonst die damalige Entstehung des Karäismus und selbst die Abfassung von Halachot-Kompendien nicht begreifen würden. Dazu kommt noch, daß damals der Islam bereits seit Jahrhundert In jugendlichgestaltender, schöpferischer Kraft gebliihet, daß seit dem sechsten Jahrhundert, unter den gebildeten persischen Fürsten Nuschirwan (531—571) und Permiz (591—628) die griechische Philosophie unter nestorianischcm Einflüsse Eingang gefunden", und es undenkbar wäre,- daß die Juden davon ganz unberührt geblieben sein sollen. — Unter dem Rektorate dieses Mar Sann uel, und zwar als Zeitgenosse desselben, lebte Rabbi Simeon Kahira (aus Kahira), der gar kein öffentliches Amt bekleidete und als Verfasser eines großen Werkes sich auszeichnete?" Dieser R. Simeon führte auch den Namen Simeon Ha-Babli?" theils weil er in Babylonien nun einmal gelebt, theils vielleicht auch, well Kahira damals kleines Babel genannt wurde?" Das Werk, welches er verfaßt, genannt Halachot Gedolot, schrieb er schon 742, also noch fünf Jahre vor dem Rektorate des Mar Samuel, und sein Lehrer hieß Mar Kohen-Zedck, der ebenfalls kein öffentliches Amt bekleidete?" Er starb im Jahre 751, im fünften und letzten Jahre des Rektorats Mar Samuels?" — 15) (751— c. 756). M>ar Natronai Kahana ben Mar Emu na, aus Lutlra-Wara im Gebiete von Bagdad, wurde 751 als Nachfolger des Mar Samuel eingesetzte Er war Schüler des damaligen Gelehrten Mar Acha aus Schabcha, welcher nach Mar Samuel der einzige Würdige zum Rektorate war; allein die Abneigung des damaligen Erllarchen gegen, ihn war Veranlassung, daß der Schüler vorgezogen wurde, so daß Mar Acha, der berühmte Verfasser des Scheeltot, 751 nach Palästina auswanderte, dort sein Werk redigirte nach den palästinischen 175 Sidra's im Pentateuch und endlich dort, auch starb. Der Lehrer des berühmten Mar Acha soll Mar Samuel Resch-Kalla gewesen fein.,ic — 16).(c. 756—760). Mar A braho m Kohen folgte und starb 760?" —^ 17) (1760—763). Mar Dubai ben Na chm an folgte im Rektorate 760, wahrend sein Bruder Jehudai bereits ein Jahr vorher (759) Rektor an der Hochschule zu Sora geworden, so daß 760 zwei Brüder an den beiden Hochschulen die Nektorwürde bekleideten. Mit diesem Brüderpaare schließt sich diese Periode ab; der Gegensatz und der Widerspruch gegen die bisherige Ausbildung der jüdischen Lehre, gegen die bisherige Richtung und Abzweüung des ganzen Schriftthums 111) Sef. Ha-Kabb. 31 a. Es ist merkwürdig, daß Scherira dieses Simeon gar nicht gedenkt, obgleich er oft das Werk in seinen Gutachten erwähnt. Dieser Umstand ist nur daraus zu erklären, das nur auf die Schulhäupter Bezügliches erzählt wird und er daher alles Uebrige bei Seite ließ. 112) Kol-Bo hil. Abel. 113) Rapaport, Natan, Anm. 24. 114) Sef. Kabb. S. 316. 115) ib. ib. heißt es: — im fünften Jahre des Mar Samuel", wo aber offenbar das Wörtchen „u-mer" vorher ausgefallen. 116) Sal. ben Adderet, Ehidd. zu Berachot 43. 117) Dieser Abraham Kohen ist nicht zu verwechseln mit jenem Gaou Abraham (ben Scherira), dessen der Aruch (Art. Sach.) gedenkt, der 827 in Pum-Badita als Gaon starb.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.