Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1851)
- Date
- 1851-04-25
- Page
- Seite 269-270 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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269 Die kleine Genesis 270 keinen unmittelbaren Anknüpfungspunkt Bietenden, zugewender hat. So bliebe denn nur übrig, daß man von dem jüdischen Publikum 'forderte, es solle Bücher und Zeitschriften kaufen auch ohne sie zu lesen, um seine Literatur und feine Gelehrten zu unterstützen. Aehrrliches ist vordem geschehen, wie schon angedeutet wurde, und das war schön und gut, aber wir wollen darum nicht ungerecht gegen unsre Zeit sein. Wenn früher der reiche pwn OZ). Bücher kaufte, so geschah es vielfach aus der Hand -es Verfassers und dann zum Merl allerdings dem mjn p zu Ehre, oft wollte er wohl eben nur auch ein -©d im Hause haben, mitunter mischte sich gar Aberglauben ein, der darin einem Talisman erblickte. An „Unterstützung der Literatur" wurde wohl selten gedacht. Man erwäge ferner, daß es vordem für den Juden nur eine Literatur gab, jetzt stehen ihm so viele anziehende Felder offen; wer will ihn schmähen, daß er, wenn er Bücher kaufen kann und will, doch solche wählt, die er gebrauchen kann? Und doch kennt Schreiber dieses auch jetzt noch manchen Edeln, der nicht nur Kupferstiche und Kabinetausgaben, sondern auch jüdische Werke kauftwenn er sie gleich unaufgeschnitten laßt. Nur ist dann, wenn auch nicht das widerliche Kolportiren, doch das Subskrideinen sammeln nothwendig, denn das ist zu viel verlangt, daß der Laie sich solche Bücher aus freiem Antriebe vom Buchhändler holen laffe. Und dabei, und selbst bei der Pränumeration, ist ja, Reellitat vorausgesetzt, nichts Entwürdigendes, wie viel Werthvolles in allen Fächern erscheint auf diese Weise! Man bedenke ferner, daß in Deutschland durchgehends von Laien viel weniger Bücher gekauft werden, als in Frankreich und zumal in England; nur in letzterem Lande versieht es sich von. selbst, daß jeder Gentleman eine wohlbesetzte, prachtvoll gebundene Bibliothek aus verschiedenen Fächern habe, wenn er auch vom Inhalt wenig versieht, und der deutsche Verleger rechnet darum bei gar manchem Werke mehr auf das reiche Albion als auf sein Vaterland. Endlich kann die Forderung, die Literatur und die Wissenschaft freigebig zu unterstützen, doch nur an die im eminenten Sinne Reichen gestellt werden (unsre Herren „von der hohen!Finanz" wollen wir daher durchaus nicht in Schutz nehmen); wenn in andern Fächern theure Pracht- und Kupferwerke in kleiner Auflage erscheinen, so kaust sie der Freiherr und Lord, wenn größere Sammelwerke oder auf ein kleines Publikum berechnete Schriften aufgelegt werden, so unterstützt sie der Staat, von den blos wohlhabenden Gebildeten verlangt es Niemand. — Damit kommen wir auf einen andern Punkt, dem wir einen neuen Abschnitt widmen müssen. (Fortsetzung folgt.) Das Buch der Jubiläen, oder die kleine Genesis. (Fortsetzung.) Und im fünften Jahre machet einen Erlaß, daß ihr es erlasset in Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, und ihr werdet gerecht sein und alle eure. Pflanzen werden gedeihen. Denn also hat Henoch, der Vater eures Vaters Methusalah, seinem Sohne und Methusalah seinem Sohne Lamech befohlen, und Lamech hat mir befohlen Alles, was ihm seine Väter befohlen haben. Und auch ich befehle es euch, meine Söhne, wie Henoch seinem Sohne befahl in dessen erstem Jubiläum; als er noch am Leben war, m seinem Geschlechte der siebente, befahl und bezeugte er es seinem Sohne und den Söhnen seiner Söhne, bis auf den Tag seines Todes. Kap. 8. Und im neunundzwanzigsten Jubiläum, in der ersten Woche, im ersten Jahr nahm Arphaskad sich ein Weib, Namens Rasuja, die Tochter der Susan, der Tochter des Elam, sich zum Weibe, und sie gebar ihm einen Sohn im dritten Jahre in dieser Woche; und er nannte seinen Namen Kainam. Und sein Sohn wuchs, und sein Vater lehrte ihm die Schrift, und er ging sich einen Ort zu suchen, wo er sich eine Stadt besetzen könnte. Und er fand eine Inschrift, welche die Vorväter auf einen Felsen eingegraben hatten; und er las, was darauf stand, und übersetzte es, und er fand, daß die Wiffenschaft darauf stand, welche die Wächter gelehrt hatten, der Wagen der Sonne und des Mondes und der Sterne, und über alle Zeichen des Himmels. Und er schrieb es ab, erzählte aber nichts davon, denn er fürchtete sich, dem Noah davon zu erzählen, damit er nicht darob über ihn zürne.40 — Und im dreißigsten Jubiläum in der zweiten Woche, im ersten Jahre derselben nahm er sich ein Weib, Namens Melka, die Tochter des Abadai, des Sohnes Japhets. Und im vierten Jahre gebar sie ihm einen Sohn, und er nannte seinen Namen Sala, denn er sprach: „entlassen bin ich worden". Im vierten Jahre wurde Sala geboren, und er wuchs und nahm sich ein Weib Namens Muak, die Tochter Keseds, des Bruders seines Vaters, sich zum Weibe. Und im s e i n u n d d r e i ß i g st e n ] Jubiläum in der fünften Woche im ersten Jahre gebar sie ihm einen Sohn fl... 41)], und er nannte seinen Namen Ebor. Und er nahm ihm ein Weib, Namens Azurad, die Tochter Nebrod's, und zwar im zweiu nddreißigsten Jubiläum in der siebenden Woche im dritten Jahre. Und im sechsten Jahre gebar sie ihm einen Sohn, und er nannte seinen Namen Phalek. Denn in den Tagen, da er geboren wurde, begannen die Kinder Noah's die Erde unter sich anszutheilen; und deswegen nannte er seinen Namen Phalek. Sie theilten aber schlecht 40) Vgl. Fabricius I. c. 309—311. 4L) Hier steht noch: „im fünften Jahre". Auch heißt es statt XXXI im Text XXX.