Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1851-04-19 · Heft 16 (19.4.1851) · p. Seite 251-252

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 16 (19.4.1851)
Date
1851-04-19
Page
Seite 251-252 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2360092-2360688-2360712--7386-3536363
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

251 252 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. der schon 634 starb/ und dann den 23. Aug. 634 Omar ben Chattab zum Weiten Nachfolger eingesetzt.*^ Von diesem Khalisen Omar b. Chattab ist das große persische Reich unter dem letzten Jesdeg'ird, in der Letzten berühmten Schlacht von Nehawend, im Jahre 641, vollständig vernichtet worden, und im Jahre 642, als der damalige 35 Jahr alte Exilarch mit Namen Bost anai, den siegenden Khalisen Omar feierlich begrüßte, schenkte der Zcrtrümmerer des persischen Reiches dem jüd. Exilarcheu die persische Prinzessin Dar a, Tochter des Letzten Perserkomgs Jesdcg ird, die dann Jüdin und seine Frau wurde.104 In jener Zeit war auch der jüdische Renegat Kacrb el-Akhbar in Jemen, der unter dem Khalifate Omars zum Islam überging , und vorzüglich als Gewährs- 103) Ueber alle diese Daten in Betreff der ersten vier Khalisen vgl. v. Hammer-Purgftall, Gemäldesaal Bd. 1. 104) Das ganze Faktum mit Bostanai und der persischen Prinzessin gedenkt Abraham ben David in Sefer ha- Kabala 30 6/ ohne jedoch das Datum, wann Omar die Tochter des Jesdeg'ird dem jüdischen Exilarchen geschenkt, anzugeben. Ebenso gedenkt dieser Geschichte der Gaon Ha ja (Schaare Zedek, Pf. 1. I. §♦ 1), wo wir erfahren, daß dieser Exilarch den jüdischen Namen C.haninai geführt, daß 'die persische Königstochter einen Sohn dem Exilarchen geboren, und daß er neben ihr noch andere Frauen (Jüdinnen) gehabt, mit denen er ebenfalls Söhne erzeugte und daß zwischen den Brüdern nachher Disharmonie entstanden, indem der Sohn der Dara als Sklavmsohn angesehen wurde. Die Engherzigkeit sah später Ln der Nachkommenschaft des Bostanai einen Schandfleck für dm'Adel der Exilarchen, die sich davidischer Abstammung rühmten, und Scherira (GR. 37 a SR. 117 a) hält es für einen großen Ruhm, daß ec nicht von Bostanai stamme. Jndeß ist dieses Thema doch schon früh sagenhaft bearbeitet worden. Ein Maase Bostanai (Bostanai-Geschichte) wurde Venedig, 1585. 8. gedruckt. In der Geschichte über die Davidifchen Nachkommen unter den persischen Herrschern (Maase Bet David bi-Jeme Malche Paras), wo die Bostanai - Geschichte einen eigenen.Theit ausmacht, wurde sie gedruckt Basel, 1589. 8, Amsterdam, 1686. 8, Offenbach, 1720. 12 und in einer jüdisch-deutschen Uebersetzung von David ben Josef aus Teplitz in Franks, a. M. 1705. 8. In dem Buche Chibbur Maasiot (Geschichten-Sammlung) von Samuel ben "Altar, das zu Verona 1647. 8 gedruckt erschien, wurde dieBostanai-Geschichle beigedruckt. Der Verfasser des Seder Ha-Dorot hat auch noch eine Bostanai - Geschichte in einem kleinen Werkchen gefunden (S. 44 c) und aus der Maase Bet David zieht er das wichtigste aus. In An bar soll sich Bostanai's Grab befunden haben (Gelitot Erez Israel u. danach Seder Ha-Dorot, Binjamin, Maffaot I. S. 50 ed. London). — Was den Khalisen Omar anlangt,, so haben die dem Abraham ben David nachfolgenden Chronisten, unter ihnen auch Con forte, ihn mit Ali ben Abu-Talib verwechselt, und somit die ganze Relation des. Abraham ben David nicht verstanden. Die Tochter des letzten^ Jeödegird. Dara, ist nur von Omar beit el- Chattab, gefangen genommen worden, . und zwar 18 Jahre bevor Ali nach Persien kam. Der Vorgang mit Omar war im Jahre 3'n, d. h. 642, und die mit dVi, d. h. 660, und die leichte Verwechselung dieser Zahlen im Hebräischen, mag wohl die Ursache sein, daß in Sefer Ha-Kabb. selbst die erste Zahl weggeblieben und bei den Nachfolgern beide Geschichten in einandergemengt wurden. mann der. islamitischen Traditionen, die ohnehin aus demJudenthume übertragen worden, angeführt und gerühmt wird. Auch der dritte Khalif Os man, der den 7. Nov. 644 gewählt wurde und der den 18. Juni 656 endete, war während des Rektorats des erwähnten Mar Chana. — Unter diesem Osman den "Assan blühete der jüdische Arzt Abu- Hassa Jezid in Jemama.104 — 5) (657—670). Mar Jizchak*^ folgte und betrat unter dem Khalisen Ali beu Abu-Talib (der den 31. Aug. 661 starb) sein Rektorat zu Puin-Badita. Als dieser vierte Khalif Ali ben Abu-Talib im Jahre 660 nach Firuz-Schabur kam, das bereits seit Omar (641) dem Khalifenreiche zugehörte, zog ihm dieser Mac Jizchak dahin entgegen, und mit ihm versammelten sich in dieser Stadt neunzig Tausend Juden, um den Khalisen Ali feierlich zu begrüßen und zu bewillkommnen. Ali nahm das jüdische Schulhaupt Mar Jizchak mit großem Wohlwollen auf. — 6) (670—679). Mar Raba folgte 670 und fungirN bis 679. Um jene Zeit wurde der Brauch eingeführt, einer widerspenstigen Frau (Meordet), d. h. einer solchen, welche als Motiv der Trennung die Unleidlichkeit des Mannes angiebt, ohne die geringste Zögerung und Säumniß den Scheidebrief zuzustellen, während sonst Verzögerungen, um die sich Meidenden zu versöhnen, stattgefunden. Gewiß ist diese Einführung aus einem dringenden Zeitbedürfniffe hervorgegangen, wenn auch die Chronisten uns darüber nichts berichtet. — 7) (680 — 685). Mar Bosai folgte dem Raba im Jahre 680 und starb 685. Nach dem Ueberlieferungsbuche des Abraham ben David schließt sich mit diesem Rektor erst die Saboräerepoche ab, was übrigens gleichgültig ist, da die Scheidung zwischen Saboraer und Geonim ohne erheblichen Werth ist und auch von den wichtigsten Autoritäten gar nicht beobachtet wurde. Wenn aber daselbst sich die Behauptung findet, daß die Saboräerzeit nach ihrer gewonnenen Ausdehnung, 187 Jahre umfaßt habe, so ist das ganz richtig, da von 498, der Abschlußzeit.des Talmuds, bis 685, dem Todesjahre Eosalls, wirklich 187 Jahre sind. Wahrend des Rektorats des Mar Basai blühete zu Bosra der berühmte jüdische Arzt Maserdscheweih, der sich als Schriftsteller bemerklich machte. Er übersetzte unter dem Khalisen M erwart, dem Vater des Abdulmalik (im Jahre 683) die me drei nischen Pandekten des Presbyter Ahrori (Arzt in Ale- 104 6) Wüstenfeld, Gesch. d. arab. Aerzte S. 9 Nr. 14, nach J bn CHali kan, wo fälschlich Omar b. "Assan steht. Daß er von Osman zum Islam übergeführt worden sein soll ist übrigens noch ungewiß. 105) Der Text in beiden Necensionen ist hier korrumpier, er muß nach folgender eingeklammerter Verbesserung lauten: ,,-Mar Rab Chana. Gaon (be-) Pum-Badita, u (-Batrah) Mar Rab Jizchak Gaon (bi-Schenot oder ]"r\ 'i), 106) Scherira GR. 39 a, vgl. Ketubot 36 b. In RJTbA zu Kidd. Za wird die Tekonra de-Meredet als in dieser Zeit entstanden bezeichnet. Der Tosaflft Rabban Jehuda, vermuthlich Sir Leon (geb. 1166, gest. 1224), citirt schon diese Anordnung aus dem „Sendschreiben Scherira's" (Ketubot U c. in Tos)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.