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Der Orient · 1851-04-19 · Heft 16 (19.4.1851) · p. Seite 249-250

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 16 (19.4.1851)
Date
1851-04-19
Page
Seite 249-250 (sequence 9)
Language
German
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249 250 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. Lehrer in Sora zu finden war, so wurde dieser, wenn er auch blind war, aus Pum-Badita dahin versetzt, und zwar von demselben Exilarchen, der schon 730 einen von dorther nach Sora sandte. Dieser Mar Jehudai war in Sora zu derselben M Rektor (760), als sein Bruder Mac Judai in Pum- Ladita dasselbe Amt bekleidete, so daß am Ausgang dieser Periode (760) an beiden Akademien zwei Brüder fungirten. Um dieselbe Zeit (760) trat auch das Karäerhaupt °Anan den David auf."^ — Das ist die soranische Gaonenfolge bis zum Abschluß dieser Periode um 760, und so lückenhaftste auch im Ganzen ist, reicht sie doch für die Darstellung des Schriftthums der babylonischen Lehrer in dieser Periode vollkommen aus. — Einen viel engern Zeitkreis haben wir in Bezug auf die Hochschule zu Pum-Badita zu durchlaufen, da für den ersten Theil dieser Periode die Reihenfolge der Geonim bereits gegeben ist, und wir gehen gleich zur zweiten Partie über. In dem zweiten Abschnitte dieser Periode, den Zeitraum von 588 bis 760 umfassend, war in Pum-Badita eine ununterbrochene Reihe von Schulhä'upteru, deren Kunde als geschichtliche Grundlage zum Verständniß des Schriftthums dieser Zeit Muschenswerth sein muß, und da der sichere Gewährsmann für die richtige Reihenfolge, der treffliche Annalist Scherira, hier vollständiger als bei den soranischen Häuptern ist, so laßt sich aus der Vergleichung der zwei vorhandenen Recensionen seines Sendschreibens, wie aus den spätern Chronisten, die zuweilen auch noch besondere Notizen und Quellen benutzten, schon eine vollständige Reihenfolge Herstellen, wenn nur der Vergleichung eine kritische Prüfung vorangeht. Diese Reihenfolge ist: 1) (588—608). Mar CH an an aus Aschikia wurde »88 Rektor zu Pum - Badita. Er folgte dem Mar Rabai aus Nob, der wohl bis 588 Schulhaupt war, unter welchem Muhammed (571, April) geboren wurde und von dem noch Manches in den Talmud eingeschaltet wurde. Da sein Vorgänger Rab Simona, welcher 540 als Rektor dafelbst gestorben, bedeutender war, so wird angegeben, daß Mar Chanan von den Schülern des Simona die Lehre empfangen. Mar Chancm bekleidete das Rektorat 20 Jahre und starb 608. Wahrend seines Rektorats trat der jüdische Renegat Waraka Ibn Na u fal auf, der Vetter der ersten Gemahlin Muhammeds (Chadidscha), und belehrte Muhammed (596) über das 98) Beide Recensionen des Scherira sagen ausdrücklich, baß Jehudai den Nachman drei und ein halb Jahr Mklor zu Sora war, und das allein würde schon hmreichen, jede Konjektur über diese Zahl abzuweisen. Die Motive, welche Rapport (Natan, Anm. 2-l) veranlaßten, die Zahl 3| in 13|;5u andern, hat die erschienene Recension schon zum Theil gehoben, und die noch obschwebenden Ungewißheiten hat die Vergleichung beider Texte,.wie ich es hier versucht, bereits gelöst. Uebrigens hat Goldberg in seinen 'Anmerkungen zn seiner Wirten Recension, so wohl in Betreff der Reihenfolge für das Jahrhundert von-688—788 als auch in der Anordnung selbst die Wahrheit verfehlt, weil er der SR. gar keinen Werth beilegte. Judenthum.o» — 1) (608 —6l3). Rab Mare ben Mar Dime, Ahn des Scherira, folgte. — Er verlegte die Hochschule, wahrscheinlich durch Umstande und Zeitverhältnisse veranlaßt, nach Firuz-Schabur, wo noch zu Scherira's Zeiten die Schule Rab Mare's daselbst bekannt war und wo auch Scherira zuweilen sich aufgehalten. Schon zwischen 540 and 588 hat Rabai aus Rob, durch die Drangsale der Zeiten veranlaßt, dahin die Hochschule verlegt, was um so leichter war, als es ganz in der Nachbarschaft von Pum - Badita lag. Er starb 613 und zwei Jahre vorher (611) trat Muhammed mir seinen ersten Offenbarungen auf?°° _ Z) (613—630). Mar Chanina aus Be-Guhara folgte, bekleidete das Amt 18 Jahr und starb 630. Scherira fügt bei ihm den Satz hinzu: „Und zu seiner Zeit trat der Schwärmer (Muhammed) in die Welt", was wirklich 615 geschah, in welchem Jahre (in der SR. 4374, was 4375 heißen muß) Muhammed als Prophet öffentlich ausgetreten. Unter Chanina's Rektorate begann aber auch die muhammedanische 2Cera> nämlich vpn der Flucht Muhammeds nach Medina im September 622, als gerade zu Sora damals der Rektor Mar Chanüriai war.^ Damals Lebte auch der jüdische Gelehrte Abdallah Jbn Salam Ln Medina, der Muhammed als Prophet anerkannte.^" — 4) (630—657). Mar Chana oder Chinena folgtewo er bis e. 650 fungirte. Während seines Rektorats starb Muhammed (6. Juni 632), wurde Abubekr, der erste der vier Nachfolger des arabischen Propheten, zum Khalifen erwählt, 99) Zbn Efta zu Dan. 6, 23 bringt im Namen eines der Geonim, daß der „freche Herrscher" daselbst der arabische Prophet sei, der um 4354 d. h. 594 aufgetreten, und es ist darunter diese Periode gemeint, wobei nur um zwei Jahre die Zahlenangabe verfehlt ist. 100) Die Jahrzahl 4374 d. h. 614, die bei Scherira in der SR. steht, welcher die Chronisten gefolgt, rührt nicht von Scherira her, und sie fehlt daher auch in der GR. Sie ist aber beigesetzt worden, um das erste Auftreten Muhammeds mit seinen Offenbarungen zu bezeichnen, wie auch im Sefer Ha-Kabb. S. Bl a richtig dabei angegeben ist: Er hat angefangen seine Argumente vorzutragen (hitchil lit'oti ta'anotaw)", was übrigens auf sein Auftreten 615 sich beziehen kann. 101) Scherira GN. giebt keine Jahreszahl, sondern er sagt einfach Cbananai aus Be-Guhara. Aber R. Chananel in seinem Pent.-Komm., citirt bei Bachja b. Ascher zu Gn. 17, 20, gedenket des Beginnes dieser Acra, die er im Jahre 2335 nach der Beschneidung Abrahams, d. h. 4382 nach der Schöpfung, bestimmt, und dieses ist gerade die Zahl 622, wo die Aera wirklich beginnt. S. Rapaport, Chananel S. 43. Der erwähnte Chananel ben R. Chuschlel in Kairawün (bl. um das Jahr 1000) erwähnt diese Zeitbestimmung bei Gelegenheit, als er Gen. 17,20, die Verheißung, über'Jsmael an Abraham nach seiner Beschneidung betreffend, interpretirte. Er sagt: die Verheißung über Jsmael traf erst nach 2335 Jahren ein, diese Verzögerung hatten die Jsmaltiten nicht verschuldet und dennoch harrten sie geduldig auf diese Verheißung, um so mehr sollten wir Israeliten auf die Verheißung (der Erlösung) harren, da wir doch die Zögerung verschuldet. 102) Ueber alle diese Juden-Muhammedaner vgl. Weil'6 Leben Mohammed's und dessen Einleitung in den Koran«

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