Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1851)
- Date
- 1851-04-19
- Page
- Seite 245-246 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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215 Orthographie des A. L. 246 Mag man indessen über alle diese flüchtig angedeuteten Punkte denken, wie man wolle, so viel ist gewiß, daß wir die Zustände nehmen müssen, , wie sie geworden und in der Entwickelung begriffen sind; zu,ändern ist daran für den Augenblick nichts, an ein Oktroyiren ist wenigstens auf diesem Felde nicht zu denken. Kehren wir also zu unseem Satze zurück, daß unter diesen. Umständen der überwiegend größte Lheil der neueren jüdischen wissenschaftlichen Literatur dem Laien unverständlich sein müsse. Insofern die Bücher hebräisch geschrieben sind, oder Kenntniß des Hebräischen (und zwar mehr als zum nothdürftigen Verstehen des Gebetbuches gehört) voraussetzen, muß dies.Jeder zugeben. Leider bleibt dadurch gleich ein schöner reicher Literaturzweig, die neuen Auflagen und ersten Abdrücke werthvoller alter Werke, ohne genügende Unterstützung und die hebräischen Zeitschriften mußten emgehen. Aber von den in deutscher Sprache geschriebenen Büchern gilt dasselbe. Wollten wir dies beweisen, so müßten wir die neuere Literatur durchgehen, wir wollen statt dessen nur an die bedeutendsten Erscheinungen des letzten Jahrzehmds, des ersten im neuen Jahrh. j. Z., erinnern. Die nicht-wissenschaftliche Literatur: die Predigten, Erbauungs- und Schulbücher, Emancipationsschriften und jüdische Belletristik, geht uns, wie schon Eingangs bemerkt, hier nichts an; das Bessere hat hier auch Absatz gefunden, Schulbücher haben mehrere Auflagen erlebt* **), ebenso einige Emancipationsschristen^, von andern Hierhergehörigen haben, soviel wir uns erinnern, nur Lendlaus „Sagen und Legenden" zwei (wirkliche) Auflagen gesehen.'' Von der ganz oder halb wissenschaftlichen Literatur bringen wir auch diejenigen in Abzug, die als Streit- und Gelegenheitsschriften zumeist ein momentanes Interesse hatten, also die gesummte Pro- und Kontra-Reformliteratur; sehen auch von anderen kleineren Büchern ($.. B. Ste inh eim s „Mendelsohn u. s» Schule" und „Mos. Büdinger", I o l o w i c z „die fortschreitende Entwickelung u. U w.", Weisels „Hartw. Wessely" u, A. A.) ab. Also bleiben die größeren, die eigenttichen „Werke" und die Zeitschriften des Jahrzehends. Von jenen macht ein Lheil gewiß keine Ansprüche darauf für das größere jüdische Publikum bestimmt zu sein; so die deutsche Bearbeitung von Francks „Kabbala", Gr ätz „Gnosticismus u. Iudenthum", Hirschseld's „ haggadische Exegese", Fürst's „Kulturu. Literaturgeschichte der Juden in Asien", Geiger und Dukes 1) Den ersten Rang hat hier Fl eh in ge r s kl. bibl. Gesch. die seit 1840 sechs Auflagen erlebte, gewiß in jedem Fache eine respektable Zahl; zwei und drei Auflagen sind häufig. 2) z. B. Rieß er „über die Stellung rc." 3) G e lege nt (ich e Anfra ge an Freu n dLendlau: Wo bleiben die jüdischen Sprüchwöcter rc. von denen ich schon 1846 einen Lheil des Mskr. gesehen? 4) Dazu gehören auch Iellineks unv Becr's Akosta, die an Gutzkows Drama anknüpften, und Frankels Iudeneid, der cs daher auch auf zwei Ausgaben brachte. „ Sprache der Mifchna", Zu n z, „zur Geschichte rc." Frankjels „Vorstudien" und „gerichtl. Beweis."* — (Fortsetzung folgt.) Ueber Korruptionen und orthographische BerschiedenheiLen 'in einigen hebräischen Wörtern des Alten TestaMents namentlich kn den Eigennamen. I. (Fortsetzung.) In Jcr. 29, 23 heißt es um die Allwissenheit Gottes hcworzuheben; oder der Kone, schrieb mit Fleiß.das Waw vor dem Jod, statt nachher, um es als Bemerkung in dieser Hinsicht gelten zu lassen. Die Masoreten wollten in diesem Worte davon. nichts wissen, daher : ,,*np jnrn", denn es konnte ja für''IN genommen werden. Wer weiß aber ob nicht der Koncip. selbst dies'schrieb, um damit gleichsam zu sagend „ich schrieb mit Fleiß so, des Nachdrucks halber, lies du aber jni'H. —* Viele Wörter die ptene geschrieben sind haben offenbar ihren Grund in der gleichen Bemerkung des Koncipienten: So das Waw in 20, 13 daher das Dagesch in dem wie es im np heißt: ton pMV, welches der Koncip. setzte^ daß sein Waw als nicht zum Worte gehörig angesehen werden soll und daher ließen die Mas. das Dagesch stehen, weil sie seine Absicht kannten, die Abänderung in der Orthographie des Wortes aber nicht billigten. Sonst hätten sie geschrieben , daß man das p ohne Dagesch lesen solle. Dieser Art ist das Waw wahrscheinlich in mehrern Wörtern, z. B. 1 Ehr. 17, 19: öfters in ny und p?n und in mehrern Wörtern, wenn man den Zusammenhang genau in Betracht nimmt. SolChron. 21, 16 und 1 Kon. 14, 20: vujnn. — Auch giebt es hervorhebende oder nachschLeppende Jod und He und auch Ales, also alle Buchstaben des TON zu Verstärknngm; Letzteres finden wir z. B. 2 Sam. 11, 1 hi dem Worte Q’Otfta und in mehreren Nom. prr. z. B. niijj, Zach. 7, fnj; ohne Ales: ili. 1,1; und — Das Jod z. B. m jwdn. So das Jod zum "Nachdruck in ü'b'yb 2, Chr. 33, 7. Das Waw, welches nach dem Ajin stehen sollte, müßte deswegen weichen und nach dem Lamed.gesetzL werden. *) Von der exegetischen Literatur werter unten. **) Ueber das, was Gescnius unter von diesem Worte yrTO sage, weiter unten. 16