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Der Orient · 1851-04-12 · Heft 15 (12.4.1851) · p. Seite 233-234

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 15 (12.4.1851)
Date
1851-04-12
Page
Seite 233-234 (sequence 9)
Language
German
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234 238 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. Hilcho t Erez Ji srael^, welche der aus Fas stammende Reisende Eldadha-Dani-.einige Jahrhunderte später in Umlauf gesetzt^, die blos Vorschriften über Schechitot und Lerefot nach dem Brauche der zehn Stämme (Bene Jisrael) bieten und die Tosafosten vor. sich gehabt, 68 verwechselt werden, da sein Inhalt mit diesem Produkte nichts gemein hat. Das sind bie sieben kleinen Traktate der Saboräer in dem ersten Abschnitte dieser Periode, von welchen die letzten zwei sich nicht erhalten, die erhaltenen fünf aber gedruckt und kommentirr wurden, wenn gleich die kritische Behandlung derselben noch fehlt. . Außer diesen Traktaten existirte. aber noch von den Saboräern 8) Maffechet Zizit-.eine Halacha-Sammlung von den Schaufäden, die bald als Barajta bald ebenfalls als kleiner Traktat angeführt wird/" Schon der Talmud und die Midraschim haben zahlreiche Lehrsätze und Hagada's über dieses Thema,^ und der Midrasch gedenkt 66) Unter diesem Namen werden Halacha's über Schlachten und Teresa citirt von R. Baruch in Sefer ha-Teruma, Mose auö,<3buct) fiti großen Gebotenbuch 141b, in Tosafot zu Ehulin Ans. und Sebachim 31 b, R. Ascher zu Chulin, Anfang, und Jakob b. Ascher in Hilchot Netilat Jadajim, Ende. Aus der Vergleichung mit dem Reise-Buche Eldad, wo dergleichen Halacha's beigedruckt (ock. Zolkiew, 1772 8.), ersieht man, daß wir von diesen Zehnstämme - Halacha's nur Fragmente haben, da vieles Citirte fehlt. Auch schien man auf diese Halacha's nicht viel zu geben, da R. Ascher (zu Chul. e. 1 §. 2) den Widerspruch mit unserem Talmud nachweist und sogar einmal sagt (ib. 1. c.): „Dieser Gelehrte welcher die Hilchot Erez Jisrael geschrieben, hat eigene Erschwerungen ersonnen."— 67) s. Landauer über Eldad LB. d. Or.- 1845. Es ist sogar noch fraglich, ob diese'Halacha's aus Palästina waren, da Erez Jisrael auch das Land der Kinder Israel d. h. der zehn Stämme bedeuten kann. 68) s. Anm. 66. 69) Asula i (s. Schem ha-Ged. 1. Z. 89) besaß handschriftlich einen Kommenrar zu den kleinen Traktaten Kalla, Soferim und Derech Erez unter dem Namen Kiffe Kabod, verfaßt von I e h u d a *Abbas. Von dem GelehrtemR. Jakob b. Baruch Naumburg erschien unter dem Namen Nachlat Jakob zu Fürth 1793 ein Kommentar über alle erhaltenen fünf kleinen Traktaten mit Beigevung des Textest Von Josua b. Eisak Falk aus Lissa erschien zu Dyrmsurt 1788 funter dem Namen Binjan Jehoschua ein Kommentar über die Abot des R. Natan und über die zwei kleinen Traktate Gewachst und Derech Erez. Ueber den kleinen Traktat Soferim ist ein Kommentar von Löb b. Jizchak Schapna, unter dem Titel Me'on Arajot und Nachlat Ariel zu Dyrensurt 1732, wo der Text beigedruckt ist. 76) Mose N a ch m a n t in To rat ha - Adam 32 c Milch, zu Al fast Moed Katan c. 3 und R. Menachem b. Me'ir im Ziuni gedenken dieser Sammlung.— 71) Z. B. Ehulin 136 a 5 Sanh.86 6; Berach. 13» 14 b 18 a; Sebachim 186; Kidd. 33 b; Sabbat 26 b 27 b 32 b 153a; Menach. 28a 37b 38ab 39a 40ab 41 b 42a 43ub 44 a; st Kidd. c. 1. Ebenso im Sisre und Tanchuma. schon der Halacha's über die SchaufädenTSS als Sammlung, wie andere talmudische Sammlungen, so daß es nicht unwahrscheinlich ist, daß die Saboräer eine Sammlung der Art veranstaltet, zumal auch die Halachot Gedolot dieses^Thema unter besonderer Rubrik abgehandelt habend 9)nDas Buch Schimmuscha Rabba, eine Halacha-Sammlung über Philakterien enthaltend. David Conforte in seinem Kore Ha-Dorot^ sagt: „Ich sah m einem handschriftlichen Werke verzeichnet, daß nach dem Talmud noch ein kleines Werkchen. verfaßt worden, mit Namen Schimmuscha Rabba; er handelt von den Halacha's über die Phylakterien und über die Ge setz rolle und man schreibt es Abbaji und Raba und den Saboräern zu; allein aus der Anführung dieses Werkes bei Tosafot,^ im Temim D^im des Abraham b. David (st 79), bei R. Ascher in seinen Tesillüi-Halacha's^ und in den Gutachten des Menachem Asarja aus Fano (st 107), wird es klar, daß dieses Werkchen nur über die Halacha's von den Phylokterien handelte, und mithin der Ausdruck „und über die Gesetzrolle" gestrichen werden muß. Daß man bei diesem Merkchen Abbaji und Raba. nennt, hat darin seinen Grund, weil da großenteils Aussprüche dieser Männer gesammelt sind, wie aus dem bei R. Ascher mitgetheilten Frag-, ment zu ersehen, von denen freilich nur ein Theil-in unserem Talmud sich findet. Wenn aber bald ein Saboräer, bald ein Gaon als Verfasser angegeben wird, so ist dies aus dem Umstande zu erklären, daß die Saboräer von den meisten auch Gaonen genannt wurden.'' Ob auch 10) ein Massechot 61)anufa in jener Periode ausgearbeiket wurde, worauf 72) Midrasch Rut!. e.. wo Hilchod Tefillin und Mesusot damit verbunden ist. 73) Die Halachot Gedolot haben die Vorschriften über die Schaufäden unter eigener Rubrik, und so die Halachot-Verfaffcr bis auf R. Ascher herab, der sie in 20 Paragraphen zusammenstellt. 74) ed. Berlin 1846. 4. p. 3 a. 75) Berachot 601). 76) Bei R. Ascher in seinen 31 Paragraphen umfassende Hilchot Tefillin wird dieses Merkchens gedacht und als Beleg angeführt in §. 5. 8. 11 (2mal). 14. 39.31 und dabei ausdrücklich (st 5. 14.) gesagt, daß es ein uralter Tikkum Tesülnn ist. Am Schluffe der Ascher'schen Abhandlung heißt es: nun sind die Hilchot Tesillim, so weit sie in Mischna und Gemara sich Nachweisen lassen, beendigt, und nun will ich die Hilchot Tefillin kopwen, die man im Namen eines Gaon unter dem Titel Schimmuscha Raba findet", worauf dann ein Auszug aus dem Merkchen folgt, und dann eme scharfe Kritik über dasselbe, worin bemerkt wird, daß es viele Unrichtigkeit und Ungenauigkeit habe, daß Vieles gegen die Aussprüche des Talmuds, Lieles als aus dem Talmud citirt sich dort gar nicht finde. Vgl. noch ha-Mezaref v. Mos. Könitz st 15, wo R. Ascher ganz übergangen ist. — Elija Wilna nahm an, daß es auch ein Maffechet Tefillin wie Maff. Masusa gegeben (Vorr. zu Ag. Bereschit ed. Wilna). 77) Auffallend ist der Buchtitel Schimmuscha Rabba, etwa unserem „wichtiges Handbuch" entsprechend, da es der erste Titel der Art ist. Wahrscheinlich ist es blos wie das spätere Sedcr zu verstehen. —

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