Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1851)
- Date
- 1851-04-05
- Page
- Seite 215-216 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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213 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Jaden in Asien. Das Loblied, worauf diese merkwürdige und sonderbare Aufschrift Bezug nimmt'und das als rM-; zu dem alten Seder in allen Handschriften figurirt, lautet: Wnen nbnn jon . ' WJ)DO DJJD ~NT3 m.SDN cbv; *6 nvro^jfo d&n lairx1? inn«) 11 inN‘]’Nl Ntrj na^>a : mp «P twi ntPiyv'-ioiN Nach dem Kommentar über die nillls) zu Schebuot ist ein Abot-Kommentar, der aber weder mit dem im Namen Raschi's gedruckten noch mit dem in Machasor Vitry, den ich in Kerem Chemed IV. bekannt gemacht, identisch ist. Nach dem Abot - Kommentar ist hier das DWIDNI DWin V1D, das ich in Kerem Chemed IV. nach einer andern Handschrift abgedruckt habe, mit hie und da abweichenden Lesarten und ich, erlaube mir hier eine Stelle daraus mitzutheilen, wo gerade zwischen mir und Hrn. Rapaport vielfach verhandelt wurde (Kerem Chemed IV. S. 206; Abne Sikkaron S. 73). theilung, den hier mitgetheklten Hymnus gefertigt haben, nachdem er die Ausbreitung und Begründung des Christenthums besorgt chatte. Lebenslänglich in einem Thurm zu Rom bei der dürftigsten Kost sich absperrend, soll er diesen Hymnus an die Weisen Israels gesandt haben, um ihnen seinen nichtchristlichen Glauben zu zeigen. Er hat gleichsam eine Doppelgestalt und diese hat er nur angenommen, um gegen die Feinde Israels wirksam sein zu können. Der Hymnus ist nichts weiter als eine Polemik gegen das Christenthum." Das ist der ungefähre Sinn dieser Fabel. -Aber wie kommt diese sonderbare Erzählung von einem gerechtfertigten Petrus in jüdische Werke? Wie kam man dazu, ihm einen Hymnus im Machasor zuzuschreiben? Bei Annahme einer Uebersetzung aus einem Kirchenlied der apostolischen Zeit —■ und von Hilarius hinauf ist keine Spur vorhanden — bleibt immer die Sage unerklärt und unenträthselt. Ich will übrigens hier noch bemerken, daß in i^i rmito P* 21 ausführlich diese Fabel von Petrus erzählt wird und wo eine breite Erzählung über ihn sich findet, die mit der in diesem Kommentar zusammenfä'llt (S. Eisenmenger!. S. 284). Die Ausdrücke pyottf und riDO P ’W, die dort wechseln, wie noch verschiedene andere Redensarten, scheinen sogar auf eine gemeinschaftliche Quelle hinzuweisen und man sieht aus der Vergleichung beider, daß die Elemente zu Toldot Jeschu schon vor dem 12. Jahrhundert vorhanden waren. Die Pointe in dieser Mittheilung, wo es in Toldot Jeschu 1. c. von Petrus heißt: npjn pnsp d.ton rnoN väntin injn ]ytb , toi bi nrt>m , und , o-^prs toi , -o in bnjnirb b pnni^ nto die, wie die ganze jüdische Petrus-Sage, wohl verbreitet gewesen sein muß — es erwähnt dieselbe der Rabbenu Tam, der unbekannte Machasor-Kommentator aus dem 12. Jahrhundert und das Toldot Jeschu — ist der Pijjutim wegen so räthselhast, daß eine Andeutung darüber gewiß interessant wäre. Jedenfalls ist diese Petrus-Sage älrer als die antichristlichen Polemiker, wo Petrus -^ri 1DD genannt wurde, da er dort als frommer, heiliger dem Judenhume wohlthätiger Jude dargestellt ist. Vielleicht gelingt es einem Leser des LB.'s Weiteres beizubringen! F. 214 Diese Stelle tautet: , nPn ain nrw rotto, ...."„U'v'a irinco EHpDn N'2 nJ3W I1L1 ',1' ]tynm jprri ^-604 3n pj/opi;pin ttn jm« j’^ia p ict rmnn-3n-pj)Dtcn .uan bwbcn D'jpr ~bw p tn'jii '21 bw ua n’DT 'm idn .... tuua nuri'i ntnv'an bwbm wai p '->nNi dwim u,-b hon 13 d jru p iniN2i , irw mpim wan nVi p N’tyjn min’ 't jdVii 'i niN’tw 15 Hi-nro 'n mur 't ua pn ('di) fea^ ai iT »npn m Pa nw V'pn wiea .... Padua. S. D. Luzzatto. Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. Die ersten drei Jahrhunderte nach Abschluß des Talmud. Eine Skizze von Julius Fürst. (Fortsetzung.) 4) Der Traktat Soferkm, enthaltend die Halacha's und Gebräuche, die Vorschriften und Satzungen über die Schreibung der Gesetzrollen, der Rolle Ester und zum Theil auch die Tefillin und Mesusot, die kleinlichen Vorschriften über die Gestalt der Buchstaben, über die Schreibmaterialien, das Pergament und seine Bereitung , über die Weihe beim Niederschreiben des Gottesnamens u. s. w., woher der Name Soferim gewählt ist. Diesen Vorschriften schließen sich an die Regeln über Masora und darauf bezügliche Halachc^s, um die heiligen Terte genau und traditionsgemäß zu schreiben, dann über das Vorlesen aus den geschriebenen Rollen, über das Ritual des.Vorlesens an Sabbaten, Fest- und Fasttagen und die Vorlesepflichten wie über den Vorleser und endlich über den Synagogenritus, wie über, die Gebetordnung über- 11) In der Handschrift stehen gewöhnlich zwei Strichelchen an der Stelle des die Abhandlung schließenden Punktes. Hier ist auch in der That ein Schluß, da das Folgende in keiner Weise damit zusammenhängt. L. 12) Hier ist wieder der Schluß eines Abschnittes (si Anmerk. 11). Das Wörtchen NQ findet sich hier nicht. 13) Ueber dem b. stehen zwei Stnchlein und man kann es sür oder 7'^ nehmen. L. 14) Ueber das ] in ist ein kleiner Strich. L. 15) Hier sind wieder die den Abschluß anzeigenden Strichlein. L. 43) Von einer Verwirrung der Themata, von einer Unordnung (Zunz, GV. 95 Anm. a), oder von erster und zweiter"Hä!fte (das.) kann bei dem einheitlichen Geiste, der sich -urch die 21 Kapitel der Soferim zieht, nicht die Rede sein, und überdies ist diese Art Anordnung, wie die Einmischung von alten Sagen, ganz im Geiste der talmudischen Richtung.