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Der Orient · 1851-03-29 · Heft 13 (29.3.1851) · p. Seite 199-200

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 13 (29.3.1851)
Date
1851-03-29
Page
Seite 199-200 (sequence 7)
Language
German
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Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Wen. 200 WS de«, euphemistisch auch MassechetSemachot (Traktat dev Freuden) genannt33 z aber für das Wort Eb e l findet sich nur Ebel R a b b a t i (große Lauer), ohne daß sich R a bbati auf den Traktat bezieht.3^ Schon in der talmudischen Periode hat es bereits eine Halacha- Sammlung über Sterbende und Geftorbene, über Trauernde und Tröstende unter dem Namen Ebel Rabbati gegeben, wie auch zuweilen gewisse Barajta's daraus namentlich citirt worden,33 die in unserer Sammlung wirklich Vorkommen, aber unsere Sammlung , die aus vierzehn Kapiteln besteht, von denen nur die ersten fünf in Halacha's abgetheilt sind, ist erst von den Srboräern redigirt worden,^ wenn auch mit Aufnahme des Vorhandenen in einer zuweilen leichteren Sprache, und in zwei verschiedenen Abtheilungen. Die erste Abtheilung umfaßte die ersten 5 Kapitel, abgetheilt in 89 Halacha's, von nur wenigen Hagada's durchmischt, und die sich durch eine weniger fließende Sprache charakterisiren z die zweite Ab- Lheilung, neun Kapitel umfassend, hat schon viele und große Hagada's, eine abgeschliffene Sprache und keine Abtheilung in Halacha's. — 3) Der Traktat Kalla, über Eheu. Keuschheitspflichten handelnd, und in unseren Ausgaben aus drei .Kapiteln bestehend, von denen das zweite und dritte fälschlicher Weise von.den Editoren zu dem nachfolgenden Traktat Derech Erez geschlagen wurden. Der Talmud gedenkt zwar schon des Traktates Kalla, dessen der Weisenjünger, wenn er als Hirte der Gemeinde angestellt werben soll, ver- Kidd. 62a 70a, Erubkn 555, Pesachim 505, Midr. Schir 17«, Pesikta rab. 28e). Diese kleine Sammlung, die früher 'besonders existirt haben mag, wurde endlich dem Traktate wohl deßwegen beigcfügt, weil hier die passendste Gelegenheit war. In dieser angegebenen Stufenfolge von fünf Sammlungen entstand also unser Traktat Derech Erez, zwanzig Kapiteln umfassend, woran sich Editoren und Abschreiber schwer versündigt. — 33) Der Talmud (Ketubot 28», Moed Katan 24a 26ab), der schon eine Sammlung von dergleichen Halacha's kennt, hat die euphemistische Umschreibung Semachot noch nicht, sondern E b o l mit dem Zusatze Rabbat i. 34) Der Ausdruck Ebel Nab bat i scheint blos nach dem Hebräischen Ebel Gadol (Ebla rabba im Targum) gebildet zu sein, ohne daß dieses rabbati wie bei Derech Erez auf den Traktor Bezug hat, und daher schon im Talmud wo doch gewiß 'von zwei Sammlungen nicht die Rede sein kann, .immer der Name Ebel Rabbati vorkommt. Natan im "Aruch (Art. Abel 2) ist der einzige, welcher, durch den Beinamen Rabbati verleitet, auch die Existenz eines EbeL Surra behauptet, von welchem aber sonst Niemand was weiß. — 35) Ketubot 28 a, Moed Kat an 24a 28ab. — 36) Unserer Sammlung wird schon oft gedacht z. B. Raschi zu Ketubot 28a, Moed Katan 26a, Tosafot zu Pesachim 46 5, Tos. zu Jebamot 36dz Jalkut zu Ex. §. 271 zu Deut. §. 828. Der Anfang war schon zu Raschi's Zeiten wie jetzt, mämlich: ha-Goses; aber wegen dieses ominösen Wortes ist eine Hagada, die übrigens auch in unseren Ausgaben nur als Einleitung angesehen, wird, vorgesetzt worden.— 37) si An nu 32. — stehen muß, und Raschi hat auch schon jenen Ausdruck'mit unserem Traktate richtig ident'isiclrt, indeß da es mit den Tosafot^ wahrscheinlicher ist,.daß unter Kalla dort die Fest- Halacha's in den Kalla-Monaten zu verstehen, welche der Anzustellende vorzüglich wissen muß, so haben wir für unseren kleinen Traktat keinen altern Nachweis, als die man über die kleinen Traktate überhaupt hat.40 Was die äußere Anlage unseres kleinen Traktats anlangt, so besteht er, die ersten zwei Kapitel, welche unrichtiger Weise zu Derech Erez gezogen worden, mitgerechnet, aus Halacha's, die ihre Quellen, mehr oder weniger wörtlich, in dem Talmud haben,41 jedoch ist auch eine Anzahl, deren Quellen wir nicht mehr Nachweisen können, gewiß aus alten untergegangenen Barajta's geschöpft, wie auch die in allen drei Kapiteln eingestreueten Hagada's, die wohl früher, nach gewissen Citaten zu urtheileu,42.barin sich zahlreicher gefunden, oft aus -alten Quellen geschöpft waren. — ' . - (Fortsetzung folgt.) Masoretrsche Studien. Die Berszählttng des Pentateuch. Die Verszahlung der Schrift, insbesondere die des Pentateuchs, wie sie sich nach ihren verschiedenen masoretischen Angaben widerspricht, ist wohl schon Vielen der Gelehrten ausgefallen; aber eine Vereinigung in diese Widersprüche zu bringen noch Keinem bis jetzt geglückt. Wir sehen uns daher veranlaßt dieses Thema einmal genau zn besprechen; um so mehr, da aus des Herrn Reggio's Briefe (iV nnitf) die wir in Händen haben und wir darin (Bd. 1. S. -30) Folgendes lasen: xb rrnnn ’pidd1? ra'n'n jcd nrw rnobn" , JOD mV nm *\'D ^DÜM HD O , pDD bl pflH 38) Sabbat 114a, Krdd. 495, Trankt 10b, wo Raschi den Grund cmgiebt, weil dieser Traktat, der übrigens keine Tiefe hat, selten studirt wird. — 39) Au Sabbat I. c. — 40) S. Raschi zu Sabbat 114 a, Kidduschin 49 b, wo der Anfang wie bei uns bezeichnet. wird; Tosafot zu- Sabb. 114,a $ Jebamot 36 b; Jalkut, Num. f. 255 a. — 41) So z. B. ist für Kap. 1 zu vergleichen : Nidda 17 a 65 a, Sarih. 92 a 101 a 110b, Berachor 40.a 61 a, 'Erubin 18b, Sabbat 32 b 64 a, Nedarim 2 a 62 a, Gittin 7O a, Ketubot 77b, 'Aboda Sara 17 b u. s. w., für Kap. 2: Jebamot 21 a 40 5, 59 a 95 a, Kidd. 70 a, Nedarim 6Oa u. s. w. und für das dritter Baba Barra 905, Sanh. 76b, Sabb. 28b, Soma 23 b, Gittin 36 5, Jebam. 62 b, Berachot 7b u. s. w. 42) So z. B. die Sage von R» Akiba, der den Geist eines Hingeschiedenen getroffen u. s. w., die Vachja in seinem Pentareuch-Komm. (Schoftim, Ende), Js. Aboab in Menorat ha-Maor c, 9 und im Werke Sichren Lorat Mosche als aus dem Traktat Kalla entnommen citirm, und sich jctzc darin nicht findet.

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