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Der Orient · 1851-03-29 · Heft 13 (29.3.1851) · p. Seite 195-196

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 13 (29.3.1851)
Date
1851-03-29
Page
Seite 195-196 (sequence 3)
Language
German
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195 196 Zur Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. Palästina, in der Haggada niedergelegt, ist ganz unberührt geblieben. Hierauf geht Hr. M. zur Beschreibung, der zwei Sekten, der Pharisäer und der Saducäer, dann der Essäer und Therapeuten, mit Benutzung der neuesten Arbeiten, mit Ausnahme der von Bö hm er.' Durch die jüdisch - alexandrinische Philosophie ist der Neuplatönismus und die Gnosis entstanden/ wodurch sie also einen Einfluß auf die Vermischung der Ideen des Morgenlandes mit denen des Abendlandes gehabt. In Bezug auf;dke Kabbala verweist Herr Munk auf einen besonder» Artikel, obgleich hierhin die Skizze gepaßt. Die ersten sieben Jahrhunderte nach Christi werden ganz übergangen,, obgleich die Midraschim gar keine geringe Ausbeute für die.jüdische Religionsphilosophie bieten/ ja Bereschtt räbba allein schon fast mehr als der Alexandrinrsmus an Spekulation bietet« Erst mit "An an, dem Gründer des Karäksmus, um 761, knüpft Hr. M. wieder an; aber auch dieser ist . nur der nun hierauf folgenden Richtung wtgen angeführt und eigentlich mit David den Mervlln el-Mukammes beginnt er wieder. Ueber diesen ersten Philosophen nach Phrlon habe ich LB. 1837 Nr. 39—4 l zuerst eine ausführliche Notiz gegeben, nebst Mittheilung der erhaltenen Fragmente seines Werkes, und indem Hr. M. diese ganz aufnimmt, theilt er noch einige Abweichungen und Ergänzungen mit, die ich hier berühre, um sie zu prüfen. Der Verfasser des Eschkol Ha-Kofer nennt ihn mit dem Beinamen u. Hr.M. meint darunter el-Rakki K h. aus Rakka im arabischen Irak zu verstehen. Allein Barcelloni, Penini u. A. nennen ihn und es ist nichts natürlicher, als das in dem vielfach korrumpirten Text des Eschkol, aus geworden, da er in der That in Jrük gelebt und geschrieben, zumal keiner von einer Stadt el-Rakka etwas weiß. ..Noch unwahrscheinlicher ist eine andere Vermuthung M/s, daß.der bei Mas".üdi in seinem Kitüb el-Tanbih, wo er von den berühmten rabb. und kar. Ausleger der Schrift spricht, .erwähnte David in Jerusalem mit unserem David identisch sei und de Sacy will dafür lesen, weil er in Jerusalem (o'lpühü rvo) gelebt. Hr. M. schließt daraus, daß unser David in Jerusalem gelebt und c. 9^5—6 gestorben. Allein der Name DDp»1?^ hebr. ^DpDH ist vollständig gesichert, ebenso daß er nur in Babylonien gelebt und wenn auch eine Religionsphilosophie in 20 Abschnitten, doch keinen Bibelkommentar geschrieben. Nicht einmal die Konjektur de Sacy's, wenn auch für einen andern David, scheint: richtig zu sein. Die Stadt poDIp in Asien ist aus dem merkwürdigen Berichte des Natan Ha-Babli bekannt, wo Mar "Ukba im Exil lebte (s. Juchasin); es liegt, nach 'diesem Berichte, im Osten von Bagdad 5 Tagreisen entfernt. Wichtiger ist Hrn. M/s Behauptung , daß er Karäer war, während ich in meinem Aufsatze gerade das Gegentheil zu beweisen suchte, allein auch diese Behauptung hält nicht Stich. Der orthodoxe I e h u d a b e n B a r si l l a i el-B a r c e l l o n a ein pOlp, stellt ihn den Geonim gleich, Saadja, Samuel ben Chafni u., a., der berühmte Bachja, der Penini u. a. führen ihn als Muster eines philosophirenden Rabbinen an, als Lehrer Saadja's, als Polemiker gegen die Häresien u. s. w. an, und die alle sollten sich geirrt haben? Die erhaltenen Fragmente selbst weisen auf einen Rabbaniten hin und die Anführung bei Jefec will nicht viel sagen. - (Fortsetzung folgt») Zi> r Kultur- und Literaturgeschichte der Juden in Asien. Die ersten drei Jahrhunderte nach Abschluß des Talmud. Eine Skizze von Julius Fürst. (Fortsetzung.) Von einer selbständigen schriftstellerischen Thäligkeit der babylonischen Lehrer während des ersten Abschnittes dieser Periode (498—588), wo die Wirrnisse und Drangsale der Zeit das ohnehin schwane Leben der Hochschulen oft zum Stocken gebracht, wo die Iraditionale oder talmudische Lehrentwickelung bereits eine so schwindelnde Maßlosigkeit gewonnen, daß eine lebendige und kräftige Wetterführung kaum möglich scheint, kann freilich keine Rede sein. Selbst .zu dem. matten Abglanze einer Scholiastenzert waren die Zustände und Verhältnisse nicht günstig, und Alles was dort in den 90 Jahren der Saboräer geschehen konnte, die einzige schriftstellerische Thätigkeit und Regsamkeit, die man natürlicher Weise erwarten durste, war das Nachsammeln und Nachordnen der letzten Reste der Halacha's und Hagada's, die bei der Umfänglichkeit des Talmuds vergessen wurden, oder, um sich in einem Bilde auszudrücken, die verstreueten und verlornen Aehren auf dem Riesenfelde der Tradition zu einer Garbe, mühsam zusammenzubindm. Aus dieser nachträglichen Thätigkeit entstanden die sogenannten kleinen Talmu dtraktate, genannt Massichtot Ketannot, auch apokryphische Mischna's, Halacha's, Darajta's oder Talmudtraktate (Chizzonijjot) genannt, weil sie den Apokryphen gleich den Nachwuchs einer vorangegangenen reichen Erndte bilden.^ Diese kleinen Traktate, deren man in der Regel sieben zählt27, sind theils aus alten und verloren gegangenen Barajta's zusammengestellt und in Halacha's abgetheilt, theils au» dem vorhandenen Talmud zusammengelesen und für eine bestimmte, abgegranzte Lehre der Uebersicht wegen redigirt, gleichsam als Muster für die später entstandenen 26) Die Tofafot zu Berachot 18 a nennen sie Sesarim Chizzonim. Vgl. Schitta Mekubezet zu Baba-Mezia 159^ im Namen des Nachwani. — DerechErez hieß z. B. Halachot (Berachot 22 a) oder Barajta (j. Sabat 6, 2). 27) Mose Nachmcmi, Torar ha-Adam, Ende. -- ,

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