Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1851)
- Date
- 1851-03-22
- Page
- Seite 187-188 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2360092-2360688-2360708--7350-3536323- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die kleine Genesis 188 m D as Buch der Jubiläen, oder die kleine Genesis. (Fortsetzung.) Kap. 3. Und tn den 6 Lagen des zweiten Sabbats brachten wir auf den Befehl des Herrn zu Adam alle Lhiere und alles Vieh und alle Vögel und Alles, was sich regt auf der Erde, und Alles was sich regt im Wasser, nach ihren Geschlechtern und Arten, nämlich die Lhiere am ersten Lage, das Vieh am zweiten, die Vögel am dritten, alles was sich regt auf der Erde am vierten, alles was sich regt im Wasser am fünften Lage, und Adam benannte sie alle nach ihren Namen, und wie er sie nannte, so war ihr Name. Und diese 5 Lage lang sähe Adam Alles dieses, ein Männlein und ein Weiblein in jeglichem Geschlechtt, das auf Erden ist, während er allein war, und er für sich nicht seines Gleichen finden konnte, das ihm ein Gehülse gewesen wäre. — Und der Herr sagte zu mir: „es ist nicht gut, daß der Mann alleine sei: wir wollen ihm einen Beistand machen seines.gleichen." Und der Herr, unser Gott, legte eine Betäubung auf ihn, daß er schlief. Und er nahm zum Weibe unter seinen Rippen eine, als Stoff für 'das Weib, und baute Fleisch hinein statt derselben; und er baute das Weib und weckte den Adam auf von seinem Schlafe. Undals Adam aufgewacht war, erhob er sich am sechsten Lage, und nahm sie zu sich, und erkannte sie und sagte zu ihr: das ist Bein von meinem Bein, und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll mein Weib genannt werden. Denn von ihrem Manne ist sie genommen. Darum sollen Mann und Weib eins sein, und darum wird er seinen Vater und seine Mutter verlassen, und wird mit seinem Weibe sich verbinden, und sie werden ein Fleisch sein." — Und in der ersten Siebenden ward Adam und sein Weib" geschaffen, und in der sszweiten^ Siebenden stellte er (Gott) sie ihm vor. Und deswegen wurde das Gebot gegeben, 7 Lage für ein Knäblein, für ein Mägdlein aber zweimal 7 Lage zu hatten in ihrer Unreinheit". — Und nachdem Adam 40 Lage in dem Lande zugebracht hatte, wo er geschaffen wurde, brachten wir ihn in den Garten Eden. Deswegen ist auf den himmlischen Tafeln" der Gebärenden vorgeschrieben: „wenn sie ein Männliches geboren hat, so soll sie sieben Tage in ihrer Unreinigkeit bleiben, gemäß der ersten Woche, und 33 Lage soll sie bleiben im Blute ihrer Reinigung, und soll nichts Heiliges anrühren, noch m das Heiligthum eintreten, bis sie diese Lage vollendet hat, 12) Als Mannweib, oder vielmehr das Weib verborgen im Manne, wogegen in der zweiten Woche ar'ajö kijLHL K»tu, 13) Lev. 12. 14) Ueber die himmlischen Tafeln, die in unserem Buche sowie im Testament der 12 Patriarchen sehr häufig erwähnt werden, verweise ich vorläufig auf J, A. Fafcricii Codex pseudepigvaphus Vet. Test. Hamb, u, Leipzig 1713. Vol. 'J. pag-. 551—562. die, welche eknrMännliches hat. Die aber ein Weibliches hat, soll 2 Wochen, gemäß den 2 ersten Wochen, in ihrer Unreinigkeit bleiben, und 66 Lage im Blute der Reinigung und es werden für sie im Ganzen 80 Lage1S." Und als das Weib 80 Lage vollendet hatte, brachten wir sie in den Garten Eden, denn er ist heilig vor der ganzen Erde, und jeglicher Baum, der darin gepflanzt ist, ist heilig. Deswegen ist für die, welche ein Knäblein oder Mägdlein gebiert, das Recht dieser Tage festgesetzt, daß sie nichts Heiliges berühren, noch in das HeiligLhum eintreten darf, bis diese Lage für das Knäblein oder Mägdlein vollendet sind. Dies ist das Gesetz und das Zengniß, das geschrieben ist für die Israeliten, daß sie es halten sollen immerdar. — Und im Anfang des ersten Jubiläums waren Adam und sein Weib 7 Jahre im Garten Eden, indem sie ihn bearbeiteten und'hüteten. Und wir gaben ihm Beschäftigung und lehrten ihn alles Sichtbare anwenden zur Arbeit, und er arbeitete. Er war aber nackt ohne es zu wissen und sich zu schämen. Und er hütete den Garten vor den Vögeln und.den Lhieren und dem Vieh, und sammelte die Frucht des Gartens und aß, und legte-das Uebrige zurück für sich und sein Weib, und legte einen Vorrath an. — Und nach Verfluß von 7 Jahren, die er dort zugebrächt hatte, genau von 7 Jahren im zweiten Monat, am 17ten desselben kam die Schlange und näherte sich dem Weibe. Und die Schlange sprach zum Weibe: „ hat Gott euch alle Früchte der Bäume, die im Garten sind, verboten, daß ihr nicht davon essen sollt?" Und sie sprach zu ihr: „von allen Früchten der Bäume, die im Garten find, sagte Gott zu uns, sollen wir essen, aber von der Frucht des Baumes, der mitten im Garten ist, sagte Gott zu uns, sollen wir nicht essen, und sie nicht anrühren, damit wir nicht sterben." Und die Schlange sprach zum Weibe: „ihr werdet nicht des Todes sterben; vielmehr weiß Gott, an dem Lage, da ihr davon esset , werden eure Augen aufgethan werden, und werdet ihr wie die Götter sein, und wissen das Gute und Böse." — Und da das Weib den Baum sähe, daß er lieblich war und dem Auge wohlgefällig, und seine Frucht gut zu essen, nahm sie sogleich davon und aß. Und sie bedeckte zuerst ihre Scham mit einem Feigenblatt, und gab dem Adam davon, und er aß und seine Augen wurden geöffnet, und er sähe, daß er nackt war, und nahm Feigenblätter und nähte sie und machte sich eine Schürze und bedeckte seine Scham. Und der Herr verfluchte die Schlange, und ward zornig über sie für immer. Und auch über das Weib ward er zornig, weil sie der Stimme der Schlange gehorcht und gegessen hatte. Und er sprach zu ihr: „ich will sehr viel machen deine Schmerzen und deine Noth; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären, und zu deinem Manne (sollst du) deine Auflucht (nehmen müssen), und er soll dein Herr sein!" Auch sprach er zu Adam: „weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und gegessen von einem Baume,' von dem ich dir verboten habe zu essen,-so soll 15) üev. 12.