Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1851)
- Date
- 1851-03-15
- Page
- Seite 173-174 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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m Literarische Analekten. Pirka. 174 G'anLch verfaßtes medicinisches Werk unter dem Titel IM3 obet „Kurzer Inbegriff", der über die einfachen Heilmittel wie Liber die in der Heilkunde gebräuchlichen Maße und Gewichte handelt. Seine Werke über die hebräische Sprache, mit Ausnahme des zweiten sind in der Bodley'schen Bibliothek vorhanden.1 2 3 Ich hatte nicht die Gelegenheit mit Aufmerksamkeit die Merkchen Jbn G'anächs zu prüfen, welche er vor seinen zwei großen Werken verfaßt, und ich verweise daher auf die Zergliederung, welche Hr. Ewald von dreien seiner Schriften gegeben.^ Das Wörterbuch ist hinlänglich durch die Auszüge, welche Gesenius in seinen verschiedenen Werken, und vorzüglich in seinem Thesaurus gegeben, bekannt; ich werde mich daher hier blos mit der Gammatik bef-assen. Aber vorerst glaube ich, eine Abschweifung über Samuel ha-Nagid, den Gegner des Jbn G'anrlch, und der elner der merkwürdigsten Männer seiner Zeit war, machen zu müssend (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten Ansichten von der herrschenden heidnischen Regierung und über Heiden^ 1. Achtung vor Regierung und Gesetz. Es war eine recepirte Ansicht, daß die faktische Regierung, selbst wenn Ke eine heidnische und gewaltthätige war, zu achten und ihren Befehlen zu folgen fei, weil jede Regierung als eine von Gott eingesetzte angesehen wurde.1 Selbst in dem Falle wenn eine solche tyrannische Reglerung durch Beschlüsse und Anordnungen das Judenthum in stinen Wurzeln zu vernichten strebte, gab es noch Lehrer, welche eine widersetzliche Handlung zur Erhaltung des Judenthums verpönten? Zur Ehre eines heidnischen Herrschers konnte eine gesetzliche Vorschrift übertreten werden? um einen heidnischen Herrscher nicht zu beleidigen konnte man ein ungesetzliches Opfer auf den Al¬ 1) Siehe Ure, cat. bebr. n. 456, 457, 458, 469; alle sind in hebräischem Schciftzug. Gagnier hat einige derselben in-arabische Schriftzüge umschrieben (s. Katal. v. Nicoll p. 3, n. 12 und 13); allein diese Abschriften sind sehr wenig genau und geben keine große Meinung von Gagnier's Kenntniß in der arabischen Sprache. 2) Siehe Beiträge 1. p. 127—49. 1) Dieses behauptete man sogar von der verfolgenden Regierung der Römer (D»DtWl )D Htfl »"OK 'Aboda-Sara 17 a). 2) Als die Römer das Gesetzstudium und den Religionsunterricht verpönten, fand Chani.na b. Lar ad ja n, einer der 10 Blutzeugen, gegen die römische Anordnung Gemeinden sammelte um sie im Gesetze zu unterweisen, da sagte Jose b. Kisma zu ihm: Diese Nation (.der Römer) wurde von Gott zur Herrschaft eingesetzt und du versammelst Gemeinden? "Aboda Sara 3. c. 3) Joma 69 a. — tar bringen,* weil in den Schulen der allgemeine Grundsatz herrschte, daß die Meister nichts anordnen dürfen, das zur Gefährdung führt, * oder daß die Anordnung der Gefahr weichen muß.0 Positiv hatte der Israelit die Verpflichtung für das Heil und Wohl der Regierung, sei sie auch welche sie wolle, zu betend 2. Schonung gegen die Lhierwelt. Es galt als Grundsatz, auch einem lebenden Wesen der Lhierwelt keinen Schmerz zu verursachen, und viele Lehrrr waren sogar der Meinung, daß dieser Grundsatz ein vom Ersetze gebotener sei? Wilden und reißenden Thieren, obgleich d«n Menschen schädlich, durfte man nicht durch Entklauen oder sonst wie Schmerzen verursachen', Hausthkeren war man verpflichtet Futter zu bereiten, bevor man selbst zum Essen ging'", und es galt als strafbare Härte, wenn man ein dem Schlacht- Hause entflohenes Stückvieh nicht verschonte." Eine Anzahl gesetzlicher Vorschriften" weisen auf eine Schonung der Lhierwelt, auf ein Streben, der Lhierwelt keinen Schmerz zu verursachen hin, und wo es einmal naturgemäß nöthig geworden, so ist die schmerzlosere und mildere Weise ausgewählt worden. " Diese Schonung gegen die Lhierwelt wurde dem Gesetzesvolke eingeprägt, um sein Herz zu mildern und zu lautern" und dr-eses Princip wurde von spater» Volkslehrern weiter gesponnen.. Pirka (Njra). Der Vortrag an den Sabbaten vor den Hauptfesten, genannt Fest-Sabbate^, hießen Pirke^. In der Pirka trug man halachische Gegenstände vor?, so weit sie das jedesmalige bevorstehende Fest betrafen*, um das zahlreich versammelte Volk über die Festgesetze zu belehrend Das Abhalten solcher 4) Gittin 57 a. 5) Pefach im 1096. 6) Ketubot 3 b. 7) Misch. Kbot nO^D HDl'pKa 'IN. 8) Baba Mezj'a 32-,. — 9) Chullin 7 b.— 10) Bcrachot 40 b. 11) Bad« Mcz. 88»; j> Kilo:. c. 9. 12) z. B. die Art der nv'HL", )pn u. s. iv. 13) More Nebuch. 111. «. 48. Vgl. noch Midr. rabba, >>nn. Kl Tezc, Ans. 14) Wajiira rabba; NApn^ >1'i» ri83'dr ’ND '31 min mn’J uh wn nxisn p p)H)in p aanw Nl'13.1 .13 1) Nb-VTl «rat!/ im Singular. — 2) 'piD pl. von,np1D. — 3) Berachot bb. Daß der Gegenstand der Pirka eine n^n gewesen sein müsse, sieht man dort aus dem Spruche .ftiom der gleichsam das Resultat des Satzes n3*?n im1? oin tmi D^y1? (>>'. id.),ist. — 4) ib. 20a. — 5) ib. ib. — i