Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1851)
- Date
- 1851-03-15
- Page
- Seite 163-164 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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163 164 Abraham b. David's Emuna Rama. von bloßer Spekulation ausgehend, mündet wie bei Jehüda Ha-Lewi, Maimckni u. a. in eine Trias, in Offenbarung, Tradition und Spekulation. Soviel über die äußere Anlage des Buches und nun noch ein Wort über sein Verhältniß zu feinen Vorgängern. An der Spitze steht, wie überhaupt im Mittelalter, der hochgehaltene Aristoteles, der als Schlußstein der philosophirendm Jahrhunderte angesehen wurde, mit dem eine neue Zeit begonnen, der die Lehre/daß Gott der Eine Urheber des All sei bei den Heiden ausgestellt und kurz den er so sehr erhebt, daß er sogar den Zeitraum von der Blüthezeit des Stagiriten bis auf Abfassung des Emuna rama, nämlich 1500 Jahre zählt. . In dieses Lob stimmen übrigens alle jüdischen und arabischen Philosophen ein, von Jbn Raschid vgl. Dictionaiaire des Sciences philosophiques 1. (Paris, 1844 p. 172), von Maimüni Iggrot ed. Amsterd. 14b, aber dies hindert keineswegs Abraham, ihn hie und da zu widerlegen, namentlich wo es das Dogma betrifft. In der Psychologie oder in der Lehre von der Seele, welche den wichtigsten Theil seiner Religkonsphilosophie ausmacht (Bartolocci und Seder Ha-Dorot heben diese vorzüglich hervor) bekämpft er Sokrates, Platon, Galen, die Physiker, die er von den Namrphilosophen unterscheidet. Von den arabischen Philosophen erwähnt er namentlich Farabi und Ab u-Ma'ascher, aber dessen ungeachtet haben die muhammedani'Men Aristoteliker einen großen Einfluß auf ihn geübt, da sein System sich oft an ihre, Forschungen lehnt. Viel wichtiger und für die Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie von Bedeutung ist seine Anführung und Beurtheilung der jüdischen Vorgänger. Hr. G. führt aus der Einleitung eine Stelle übersetzt an, worin er sich über zwei Vorgänger ausspricht, nämlich über Sa'adja's Emunot und Jbn Grbirol's M e kor Chajjim und ich stehe nicht an, hier diese Stelle rnitzutheilen: Kein Denker kann die Frage über Nothwendigkeit und Freiheit richtig behandeln, ohne die Kenntniß der Attribute und Wirkungen Gottes, oder ohne zu wissen, was als von Gott kommend und was als nicht von ihm ausgehend gedacht werden kann. Es ist in unsere Gegend (Spanien) kein Werk gekommen, worin eine wirklich einleuchtende Ansicht der Denker unserer Nation über philosophische Probleme in einer mit dem Glauben übereinstimmenden Weise niedergelegt ist, außer dem Buche des R. Saadja, das man Emunot we-Deot nennt, für welches vortreffliche Werk der Ewige den Verfasser belohnen möge! Als wir aber genau in ihm forschten, fanden wir es unfern Bedürfnissen nicht genügend. Wir haben auch das Werk des seligen N. Salomon Jbn Csebirol studirt, in welchem Buche der Verfasser ein Thema aus der Philosophie behandelt, wobei er aber nicht unsere Nation allein im Auge hatte, da er es der Art bearbeitete, daß alle Menschen daran Interesse finden können, und darum hat er über Einen Gegenstand viele Worte gemacht, so daß das, was er in jenem Werke sagt, das wir meinen und das Mekor Chajim heißt, in weniger als dem Zehnten Theile seines wirklichen Umfanges hätte zusammengefaßt werden können; er hat auch Schlüsse gemacht, deren Vordersätze nicht erwiesen sind, indem er sich mit Vordersätzen, deren Wahrheit er sich blos einbildete, begnügte, wodurch die Schlußsätze ebenfalls nur zweifelhaft bleiben, und weil er seine Annahmen glaubte ohne starke Beweise zu führen, hat er gemeint, daß v ie le unwahre Schlüsse die Stelle eines wahren vertretenin Bezug hierauf sagt Salomo (Pred. 4, 6): „Besser eine Handvoll Ruhe, als beide Fäuste voll Arbeit und ein Haschen nach Wind," und unsere Weisen — der Friede sei mit ihnen! — feigen hierüber: (Joma f. 85b, Megilla f. 7a, Chagiga f. 10a, Midrasch Jalkut T. 1. §. 327 und 785, T. II. §. 1059) „Ein scharfes Pfefferkörnchen ist besser als ein Korb voll Kürbisse." Ich hätte sein (Jbn G^ebirols) Werk nicht verachtet, wenn er nicht darin unsere Nation angegriffen hatte, was jeder weiß, der in seinem Buche las, das überall zeigt, wie schwach er in der Philosophie war, und daß er in ihr herumtappte, wie ein in der Finsternis; Lappender." Wichtig sind die häufigen Citate aus dem ö*i>n npD des Jbn G'eblrol, weil wir das Werk ganz verloren haben und erst in der Neuzeit wieder ausgesucht wird. Munk hat (LB. des Or. 1846 Nr. 18) überzeugend nachgewiesen, daß das qv>n -tfpö mit der von Albertus magnus und Th. v. Aquin angeführte Schrift: de forma et m ai«ria sive de fonte vitae identisch sei. Von ST. Palquera sind noch o^p^ aus demselben mit lat. Uebersetzirng aus der Pariser Bibliothek vorhanden, die Hr. Munk ln einer Bearbeitung vorlegen will, und wie ich hier bereits darauf aufmerksam gemacht, daß der berühmte Leone Hebreo (Juda Abravanel) seiner in den Dialogen gedenkt, so zeigt uns hier Hr. G. wie hier in Emuna rama sich noch Fragmente dieses Werkes vorsinden und Hr. Munk müßte also bei einer Edition nicht nur die des Jbn Pulquera, die Stücke bei Albertus magnus und d'Aquin, sondern auch die Stellen aus Dialogi de amore und die trefflichen Bruchstücke in Abrahams Emuna rama mitverbinden. —° Ekgenthümlich ist es, daß er Bachja's Chobot Ha-Lebabot und Jehuda. Ha-Lewi's Kusari nicht anführt; denn daß er sie nicht gekannt haben soll, ist anderer Analogie zufolge durchaus nicht glaublich. Hingegen scheint es gewiß, daß er gegen einige philosophirende arabische Sekten ankämpft. Nach dieser Vorbereitung geht Hr. G» zur Darstellung seiner philosophischen Ansichten über die Lehre von den Kategorien, von Form und Materie, Himmel und Sphären, Angelologie u. s. w. was ich hier nicht weiter berühren kann. Aus dem Buche Adam's (Fortsetzung von Jahrg. 1850 Nr. 45 u. 46). Nachdem ich nun das eine Fragment, aus dem Griechischen übersetzt, mitgetheilt habe, gebe ich hier das erhaltene Fragment im Aethiopischen, wie es §1\ Dr. Dillmann in-