Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1851)
- Date
- 1851-03-15
- Page
- Seite 161-162 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berichte, Zwölfter Studien und kür Mische Geschichte und Literatur Das Abonnement auf ein Jahr ist 3 Thlr. 20Ng'r. Man abonnier bei allen Postämtern und 'allen Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben - von Dr. Julius Fürst. 11 Bon dieser Zeitschrift erscheint wöchentlich ein Bogen, und zwar an jedem Sonnabend regelmäßig. AI 11» Leipzig, den 15. März. 1851. Inhalt. Kritiken Abraham b. Davib's Emuna Rama von Dr. I. Gugenheirner. Angez. vom Red. (Schluß'). — Studien. Aus dem Buche Adam's. ('Forts.') — Fortsetzung der Nachricht über Jbn G anüch. — Literarische Analekten. Vom Red. Ansichten über Regierungen. Die Pirka-Vorträge. — Mittheilungen aus der Gegenwart. — Ankündigungen. Kurze Uebersichten. Zur jüdischen Religionsphilosophie. Die RetigionS-Philosophie des R. Abraham ben §) a v i d h a - L e w i nach dessen noch ungedcuckter Schrift Emu na Rama rWDN) , in ihrem imicrn und historischen Zusammenhänge entwickelt von Dr. Jos. Gngenheimer, Rabbinats-Candidat. Augsburg, 1850, v. Jenisch u. Stage. (Schluß.) Ueber das System des Abraham ben David, insoweit es aus dem erwähnten Werke Emüna Rama ermittelt werden kann, stellt Herr G« Folgendes zusammen: die Haupttcndenz des Werkes war, eine Übereinstimmung zwischen Vernunft und Offenbarung nachzuweisen; aber zu orthodox, um die Vernunft allein zum Ausgangspunkt alles vernünftigen Glaubens zu machen, und wie Ghazüli überzeugt, daß die Vernunft nicht alles Offenbarte begreifen und erkennen kann, hält er blos den Satz „die göttliche Offenbarung könne der wahren Wissenschaft nichts Widersprechendes enthalten" in seiner Allgemeinheit fest, wie es im Grunde auch Saadja,' el-Mukammes, Jbn G'ebirol und auch die arabischen Religionsphilosophen es gelhan. Seine Religionsphilosophie ordnet sich also freilich der Offenbarung unter, in der Ueberzeugung, daß sie über alle menschliche Spekulation hinausgehe, aber um so interessanter ist es, ihm da zu folgen, wo er die religiösen Themata spekulativ darzustellen sucht. Neben der erwähnten allgemeinen Ansicht schickt Abr. noch seine Meinung über den Werth der Wissenschaften voraus, die zu seiner Zeit getrieben wurden, wo rr natürlich der Theologie die Palme reicht; aber er sucht es nachzuweisen, 8äß dieses Studium, wenn auch an sich als ethische That anzusehen, ohne theoretische und praktische Vorbereitungen nicht zu erlangen ist. Gegen Farübi ist. er der Ansicht, daß trotz der Obergewalt der Offenbarung das Dasein Gottes zu beweisen ist und auch bewiesen werden, aber er glaubt auch, daß die Spekulation keine Definition von Gott geben kann. Sehr gering schlägt er keineswegs die Philosophie an. Sie ist ihm oft ebenso eine Herrin wie die Offenbarung und er wendet gern alle Mühe an, um Widersprüche zwischen diesen zwei Gewalten auszugleichen; die Schrift wird daher bei solcher Ausgleichung nach aristotelischen Begriffen ausgeregt u. dann als Beweise-Kammcr für dr> voran gegangenen Axiome gebraucht. In dem GangederDarstellung kommt zuerst die philosophische Untersuchung und die Spekulation und zur Bestätigung als Glaubensnorm folgen dann als Correlarien die dahinpaffenden Schriftstellen und erst durch beide entsteht das Ergebniß für die religiös-moralische Lebensprajtö. Es folgen daher regelmäßig auf die Spekulation Belegstellen aus der Schrift, die nur da wegbleiben, wo die Schciststellen schon vermöge des Themas in den Gang der Untersuchung selbst hineingezogen wurden. Durch Gleichstellung der talmudischen Tradition mit der Prophetie vertreten zuweilen talmudische Belege die Stelle. Eine andere formale Eigenthümlichkeit seiner Religionsphilosophie ist, wie später bei Mo im uni, Ahron ben Elijja, Albo und früher bei Saadja u. a., die Erklärung der in der Schrift vorkommenden Homonymen, was eigentlich eine Konsequenz des Strebens ist, die Schristworte zu philosophischen Begriffen umzugestaltm. Die Religionsphilosophie Abrahams, wenn auch nur 11