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Der Orient · 1851-03-01 · Heft 9 (1.3.1851) · p. Seite 141-142

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 9 (1.3.1851)
Date
1851-03-01
Page
Seite 141-142 (sequence 13)
Language
German
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141 Literarische Analekten. Drei Megillat. 142 Literarische Aualekten . /1. Das Apokryphon Megillat Bel wa-Tannin. 1. Das kleine Apokryphon „die Schriftcolle von dem Bel und dem Drachen" aus zwei Kapiteln in unserer gegenwärtigen (griechischen) Apokryphensammlung bestehend, hat als Agada vollständig der talmudischen Zeit Vorgelegen. Schon die Seher des babylonischen Exlls^ sprechen von einem Gottesgericht über die Gottheiten Babyloniens und von Daniel und Genossen heißt es, daß das babylonische Götzenthum durch sie ausgerottet wurdet daß aus Judäa ein Engel in die Löwengrube gekommen in Gestalt eines Löwen was nalürlich nur aus diesen Apokryphen verständlich wird. Und mcht blos agadische Bezüge auf diese Schrift, sondern auch größere oder kleinere Bruchstücke, bald in nachbiblischem Hebräisch, bald in aramäischer Sprache, werden daraus gelegentlich angeführt und man sieht sogar, daß in früherer Zeit die Zahl der Bruchstücke noch größer gewesen sein mußte. In der nachtalmudischen Zeit wußten von dieser jüdischen Legende und benutzten sie auch der Umarbeiter des griechischen Josephos, Josef ben G orion (bl. e. 850)7, Sa'adja, der Kommentator zu Daniel (bl. c. 1130) und in Persien cirkulirte sie auch in einer jüdisch-persischen Uebersetzung, die entweder aus dem Hebräischen oder Aramäischen gemacht ist. * i) pan} ^>2 nbo . 2) Ser/n. 46, 1. 2; Jirm. 50, 2; 51, 44. 52. 3) Sanhedrln 93; Schic rab. p. 25. 4) ba-Mdbar rab. c. 13 u. 14; Schir rab. c, 1; Midrasch Mim zu 24, 7; 64, 3; Mid. Ester p. 93. Ialkut S. 787. 5) Meg. Bel 2, 11. 6) Bereschit rab. e. 84 §. 16. An letzterer Stelle fehlt jedoch in unseren Ausgaben die Agada zu mumrrtf was man auch leicht erkennt, aber Raymund Martin (Bl. o. 1250) führt in seinem Glaubensdolch (Pugio fidei IN, 3, 23. p. 742 ed. Voisin$ oder p. 3565 ed. Carpzov) aus einer alten Handschrift diese Stelle an, welche in einem syrisch gefärbten Aramäisch geschrieben ist. Fr. Delitzsch in üe Habaxuci prophetae aetate etc, hat diese Stelle nochmals mit einer historisch-kritischen Betrachtung abgcdruckt (p. 31—35). Andere Fragmente befinden sich Schir rab. zu 7, 8. 9. Freilich beweisen die Fragmente und die Anspielungen, daß diese Schrift viel umfänglicher als unsere Recension war. 7) In 8. c. 7 giebt er Einiges aus diesem Apokryphon, und wie Delitzsch 1. e. klar nachgewiesen, abweichend von der griechischen und lateinischen Recension, nur der jüdischen Sage folgend. 8) Zu Dan. 6, 23. Der Daniel- Komm, dieses Sa^adja ist in den rab. Bibeln abgedruckt. 9) Sal. Munk in seiner Notice sur R. Saadja etc. (Paris, 1838, 8) S. 83 — 87 gab zuerst eine ausführlichere Mttheilung über die jüdisch-persischen Apokryphen, worunter Es ist aber auch nicht unwahrscheinlich , daß in der talmudischen Zeit, wenngleich es auch als besondere Schrift, citirt wurde", diese Megilla in der Agada überhaupt ausgenommen war, vielleicht als Anfang der Daniel-Sage" und als besondere Schrift daher ganz untergegangen , bis erst in späterer Zeit sie dann und wann als Besonders aufgetaucht. Was nun Del undsTannin anlangt, so bezeichnet letzteres ein sischgestaltetes Ungerhüm, welches die Babylonier, gegründet auf die Sage, daß ein solches, Slavvrjs genannt, aus dem Meere aufsteigend die Babylonier in Kunst und Wissenschaft, in Sitte und bürgerlicher Ordnung unterrichtete.'- 1!. Das Buch der Genealogien Der Tcrnnait Simon b. 'Asai berichtet von einer „Schrift der Geschlechtsbeschreibungen" d. h. der Geschichte, die er in Jerusalem gefunden.* 1 2 3 4 In dieser Megilla stand von gewissen Individuum verzeichnet, daß sie von Bastarden durch Ehebruch entsprungen^, und ebenso umgekehrt war der Adel und die Ahnenschaft gewisser in die damalige Kulturgeschichte der Juden eingreifenden Persönlichkeit und Familien angemerkt, wie Lewi berichtet.* So z. B. war die Ahnenschaft von Hillet, Ehijja, Jose b. Chalefta, Nechemja, der Adel der Familien Kalba-Schabrsia, Zizit Ha-Kaffat, Kubichin, Iazat, Zehn, Iannai u.s. w. nach erhaltenen Notizen angegeben und wie wir sehen, reichen diese Notizen bis zur Zeit der Mischna-Redaktion herab. 2) Waren darin bei gewissen Personen noch andere biographische Notizen angemerkt, über die sich in altisraelitischen Schriften Nichts gesunden, als z. B. die Bemerkung, daß Menasche den Propheten Jesaja erschlagen.^ 3) Gewisse entscheidende Sätze über Personen, die zu den Notizen über die Personen gehört zu haben scheinen, als z.B. die Lehre Mischna) des N.N. ist. auch über die Schriftrolle vom Bel und Drachen. Vollständig hat die jüdisch-persische Version Delitzsch (1. c. p. 105—8) mitgetheilt, wobei auch auf die Hebräismen und die jüdischen Bildungen des Persischen hingewiesen ist. Der Codex (Pari8, de Saint-Germain n. 236) ist 1601 n. Chr. geschrieben und die Uebersetzung mochte wohl kaum alt sein, allein das Original, nachdem übersetzt wurde, ist gewiß alt. 10) Als besondere Schrift wird es in unserm Midrasch rab. mit rrrDI N1H angeführt. 11) Daraus ist zu erklären, warum es genannt wurde. Siehe Ebed Jesu (f 1318).in seinem Mimra (Affemoni Bibl. Or. HS. 1. p. 6). Mit diesem Klein-Daniel vereinigte man auch das Gebet 'Asarja's und das der Dreien. 12) Berasus bei Eus. Ehr. 1, 20. s. Richter p. 48. 1) Jebamot 49a und b. 2) Der Mschna-Redaktor Ietzuda (Jeb. 1. c.) zieht die Stelle u/w nWD in derselben als Beweis für -eine nähere Bestimmung über Manches. 3) Bereschit rabba, Kap. 98 §. 13 z j. Ta'anit c. 4. 4) Jebamot 1. o.

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