Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1851)
- Date
- 1851-03-01
- Page
- Seite 139-140 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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139 140 Fortsetzung der Nachricht über Jbn Ganäch. Nachricht ■■■■'■ über •, ' ' Abu'l-WaLid Merwän Jbn Mansch unb. über eiilkge hebräische grammatische Schriftsteller des zehnten und elften Jahrhunderts. Nebst der Einleitung des Kitsb el-Luma Von Jbn Manach, arabisch re. von S. Munk. Aus dem Französischen in dem Journal Asiatique (Juli 1850) ins Deutsche übersetzt von Jul. Fürst. (Fortsetzung.) „Du weißt, daß die Dichtkunst nicht meine Sache ist und daß ich mich nicht mit Mrsemachen befasse; man mißt mir auch diese Kunst nicht bei und ich habe darin keinen Ruft Diese Kunst ist für mich nichts weniger als ein Gegenstand, den ich betreiben zu müssen glauben und an den ich halten sollte; im Gegentheil, ich halte mich davon entfernt und ich bin darüber weg. Jndeß habe ich in den Tagen meiner Jugend manche Gedichte gemacht, die noch in meinem Besitze und als mir gehörend bekannt sind. Nun ist aber die Eifersucht gewisser Menschen soweit gegangen, daß Einer ein schönes Stück von mir, nachdem er es in einem Buche ausgenommen, bald dem Dichter Jbn Khalfün beigelegt, bald einem aus Toledo zugeschrieben hat. ' Einer von den Schülern, die es als meine Dichtung kennen, erzählte mir, daß er eines Tages mit Personen zu Toledo zufawmengekommen, welche dieses Gedicht gelesen und es dem genannten Dichter zuschrieben; er sagte ihnen von mir sprechend: „ dieses Gedicht gehört dem, ich kenne es und habe es von ihm selbst empfangen"; allein sie achteten nicht darauf." Zu allererst handelt es sich darum zu wissen, was für Wirrnisse das waren, von denen 3bn G'an Lch spricht, und die ihn genöchigt, 'Kordova, seine Geburtsstadt zu verlassen, um ’ sich nach Saragossa zu begeben. Das Ereigniß eines gegenseitigen Streites, welches zwischen Jbn danach und Samuel Ha-Nagid, die Schriften des Chajjüg^ betreffend, eingetreten, eine durch zwei Schriftsteller des 12. Jahrhunderts, durch Salomo Parchon und Jehuda Jbn Tabün bezeugte Thatfache*), beweist daß Jbn G'anLch in der ersten Hälfte des 11. Jahrh.'s geblühet. ' 1) .Parchon spricht davon im Vorworte seines Wörterbuches, das jetzt gedruckt und Men zugänglich ist; die Stelle, welche uns interessirt war bereits von de Rosst { HS. cod. n. 1038), von Hrn. Rapaport in Bikkure ha-Jttim 1831 (p. 85) und von Hrn. Dukes (Beiträge, HS. 169 Anm. 4) nu'tgerheilk. Das Zeugniß von Jehuda Jbn Tabon, das bis jetzt unbekannt geblieben, befindet sich im Vorworte seiner hebräischen Übersetzung der Grammatik Jbn G'andch's. Jbn Tabön, nachdem er mit großem Lobe von den Arbeiten des R. Jehuda Chajjug' gesprochen, fährt dann in folgenden Ausdrücken fort: np3 . noann nifoa w wa tovi .^ T] ^na nwa-a-p ].no 'fwoon hu p 'i nnnn ranm ‘pNor* pnn . niMa crib "W ' itoö prapya wsn Jbn danach macht selbst eine Anspielung' auf diesen Streit indem er sagt:,-der neidische Mann,.welcher mich über die im Mustalchik abgehandelten fraglichen Gegenstände angegriffen u. s. w."z und wie mir scheint kann man aus dem gereizten Tone, welcher in den Worten Jbn G'anüch's herrscht, wohl schließen, daß sein Gegner noch lebte, da er von einem Todten gewiß mit mehr Achtung gesprochen hätte. Nun aber erzählt Abraham ben David in einer Stelle seines Sefer ha- Kabbala, die wir weiter unten anführen werden, daß Samuel Ha-Nagid mit rielen andern Juden aus Kordova wanderte, als nach dem Falle der Familie des Chüg'ib Muhammed JbnAbi-Amir, beigenannt el-Mansur, in Kordova ein Bürgerkrieg ausbrach, welcher sofort diese Stadt allen Grausamkeiten der barbarischen Söldner übergab. Die. Auswanderung, von welcher der jüdische Geschichtschreiber spricht, hatte ohne Zweifel um 402 der Ehaglra d. h. 1012 n. Ehr. statt, als die Stadt Kordova, verwüstet durch Pest und Hunger von dem Fürsten S ule im an ben el-Chakam an der Spitze der berberischen Truppen belagert wurde, welche im Monat SchawwrU 403 (April 1013) eindrangen und dahin Zerstörung und Blutbad brachten. Wir wissen von den arabischen Geschichtschreibern, daß wahrend der Belagerung eine große Anzahl der Einwohner Korbova's die Stadt verließen und nach den verschiedensten Richtungen hin flohen. Ohne den geringsten Zweifel spielt Jbn G'anach auf diese Auswanderung an in der Stelle, die wir eben angeführt. Also verließ er Kordova um 1012, und um diese Zeit müßte er wenigstens zwanzig oder fünf und zwanzig Jahre alt gewesen sein, da man ihn doch schon über schwierige Stellen der heiligen Schrift befragen konnte. Wir glauben daher, daß Jbn G'anach etwa um 985 oder 990 gebdreu wurde. Er konnte nicht leicht viel früher geboren sein, denn wir werden aus einer Stelle seiner Grammatik sehen, daß er als er dieses Werk geschrieben, sich dem Alter näherte, das heißt, wahrscheinlich dem etwa 60. Lebensjahre, und andererseits wird man erkennen, daß das Werk nur noch Ablauf des Jahres 1039 geschrieben sein konnte, weil der Verfasser hier von Haja Gaon in einer Weise spricht, die errathen läßt, daß dieser Lehrer schon tobt war. ros1? not1? ' niorpab >n niüm-.’nji pr£> ra niaj nfop^ roij?D .12 mjn * roretJD rroi no&yn roairo cn Nbn onnmi Droorfe pro * MM □maro D’OTi onnsD 2) Siche Conde, Historia de la dominacion de los Arabes en Espana, Abthl. 2. Kap. 108 ed. Paris p. 290. Jbn e l-Ath ir sagt von dieser Belagerung sprechend: -inui riNipN^N n'ppi idn^n ddp rptanp? •vsabu nnm) n3Dip bilN i>N.H ro!2vd« .— ^hdie Lage wurde nun immer mehr schrecklich für Kordova; die Lebenden verminderten und die Sterblichkeit mehrte sich ..... und die Einwohner'von Kordova wunderten aus. — S. die Chronik des Jbn el- Athirvom Jahre 400, HS. des Euppl.'ar. n. 740, Th. fol. 131. (Fortsetzung folgt).