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Der Orient · 1851-03-01 · Heft 9 (1.3.1851) · p. Seite 137-138

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 9 (1.3.1851)
Date
1851-03-01
Page
Seite 137-138 (sequence 9)
Language
German
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137 138 Entstehung des apokryph. Esra. Simons des Makkabäers, 136 v. Chr. Die Quellenschriften müssen zur Zeit des Red. schon durch manche Hände gegangen sein, benndie vielen Wort - und Sinn-Varkanten können nicht auf seine Rechnung kommen, da wir von ihm annehmen mußten, daß er sich keine Veränderungen erlaubt habe.* Beides, die früheren Veränderungen und die Treue des Redaktors weisen auch/wohl auf die syrische Epoche hin, da man vielleicht erst damals anfing die frühere Literatur, besonders aber die verhättnißmäßig jüngeren D'airD als unantastbares Heiligthum zu betrachten. Zugleich ist damit die von uns mehrfach angenommene Fusion des Zeitalters einzelner Personen und die Möglichkeit von daraus stammenden Interpolationen hinlänglich motivirt. Das Original des E. A. kann zu Josefus Zeit noch vorhanden gewesen sein, auch aus Hieronymus (f. §♦ 1) würde nicht folgen, daß es zu dessen Zeit nicht mehr' existirt habe;39J da sich aber von dem Inhalt der apokryphischen Erzählung im Talmud rc. keine Spur findet, so muß es dock, wie .die Originale der meisten apokryphischen Bücher, bald nach Zerstörung Jerusalems uirtergcgangen sein. Für die Zeit der Uebersetzung fehlt jeder bestimmte Anhaltspunkt» nach Ton und Schreibart muß ihr aber ein sehr spätes Zeitalter zugeschrieben werden, denn der Styl ist, wie im §.6. gezeigt wurde, besser, dem klassischen Griechischen näher. als die Uebersetzungen der sog. LXX; wir finden g'eo-, graphische Kenntnisse u. dgl. — vor Herodes wird sie schwere lich entstanden sein; in viel späterer Zeit übersetzte man wie-H der wörtlich, buchstäblich (Aquila), die ältesten Versionen (LXX zum Penttch. zc.) sind ebenfalls wörtlich. Ist sie nun jünger als die LXX-gtt den betressenden BB. so scheint sie doch bei den Alexandrinern früher ' im Gebrauch gewesen zu sein als dieses wenn man nämlich ans der Stellung derselben in den griechischen Handschriften darauf schließen darf. (S. §. 1 mit Anm. 162) Daß der Uebcrseher ein Alexandriner gewesen, folgt nicht nur aus der Analogie der meisten (aller?) übrigen griechischen Versionen, sondern auch insbesondere daraus, daß er, wie im §. 6 gezeigt, weniger chaldäisch als hebräisch verstanden, was bei einem palästinensischen Juden unerklärlich wäre. Trendel« n bürg (a. a. O. S. 373f.) hat einige Ausdrücke zusammengestellt, die die Uebersetzung des E. A. mit der der beiden BB. der Makk. gemein hat; indessen sind die Übersetzungen der letzteren selbst unter einander im ganzen Styl'zu verschieden, als daß man sie, trotz einzelner gleicher . 391) Denn er sagt weiter nichts, als daß der apokryphische Thell (a£M>cryphi tertii ■ libri somn.) sich nicht apud Hehraeos d. h. in dem hebr. kanon. Buche finde. 392) Aus dem erwähnten Fehlen der apokr. Geschichte im Talmud kann man folgern, daß der E. A. überhaupt vorzugsweise in Egypten, der kan. in Palästina im Gebrauch war, wie die Apokryphen meistens und die beiden Recensionen des Jeremias (A um. 365). Daß aber der Redaktor (Vers, des apokr. Stückes) kein Alexandriner gewesen, haben wir in §. 7 gegen Bertha ld wahrscheinlich gemacht. Ausdrücke, 393; Einem zuschreiben könnte. Mit der Uebersetzung des zweiten Buches &er, Makk. hat aber dle unsrkge Aehnlichkeit und hier ist die Identität der Abfasser sehr möglich. Endlich noch über die Sprache in der das Original des S. A. abgesäßt gewesen sein mag. Daß es ebensogut die chaldäische als die hebräische gewesen sein könne, wurde besonders in Bezug auf das apokr.. Stück schon oben mehrfach rngedeutet (so auch Herzf. stehe Anm» 353). Einige Umstände sprechen für das Chaldäische. E. A. II, 16 ist gar nicht angedeurer, daß ins Chald. übergegangen werde, wie Esra 4, 7 ausdrücklich angiebt (vgl. Dan. 2, 4 u. d» Verss.); am nächsten läge also die Vermuthung, daß der Redaktor dies weggelassen, weil er Alles chald. gegeben, für den griechischen Uebersetzer war dazu kein Grund vorhanden. Ferner müßte sonst nach dem was so eben über des griech. Uebersetzers Kenntniß des Chalda'ischen gesagt wurde,m die Safyl der Varianten im chald. Theile wohl größer sein, als im hebräischen was nicht der Fall ist. Endlich läßt sich die Masse der-Abweichungen am leichtesten erklären, wenn man ein doppeltes Uebersetzungsverfahren für das ursprünglich Hebräische. annimmt. 395 Viel beweis't indessen dies Alles nicht, und der Umstand spricht wiederum dagegen, -aß wir überhaupt von Uebersrtzungen biblischer Bücher ins Chald. in der Zeit keine Spur finden.399 Das apokr. Stück mag am ersten chaldäisch abgefaßt gewesen sein, darüber läßt sich aber noch weniger entscheiden. - 393) Wie wenig überhaupt auf einzelne gleiche Ausdrücke zu geben ist, sieht man daraus, daß Tcendelenb. (S.347) angiebt: die Aehnlichkert der Ausdrücke im griech. E. A. mit den dem Sy mach us eigenthümlichen Worten sei oft auffallend; während er selbst wohl ein sieht,-daß ersterer, wegen der Benutzung desselben bei Josefus, viel über 166 Jahre älter sein müsse als Symmachus. Vgl. auch oben §. 6 sub 3). 394) Dann könnten wir freilich nicht von seiner Kenntniß des Hebräischen sprechen und nur im Allgemeinen konstatiren, daß er viele chaldäische Ausdrücke mißverstanden. 395) Daß viele Abweichungen auf Varianten im Hebräischen führen, ist nicht dagegen, denn diese könnten schon bei der Uebersetzung ins Chaldäische entstanden sein. - 396) Vgl. oben zum.B. Esther No. 5 vor. Jahrg. und Anm. 155, woselbst dies doch so restringirt ist, daß es, abgesehen von dem n\sn uw tfw“) keinen Gegenbeweis enthält. In. den Nachträgen werden wir darauf zurückkommen. — Man sollte denken, daß sich für oder gegen Uebersetzung der hebr. Theile ins Chaldäische bestimmte Spuren im Griechischen finden müßten, doch habe ich solche nicht entdecken können, habe aber auch nicht das ganze Buch in dieser Absicht durchgenommen. (Fortsetzung folgt.) '

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