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Der Orient · 1851-03-01 · Heft 9 (1.3.1851) · p. Seite 135-136

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 9 (1.3.1851)
Date
1851-03-01
Page
Seite 135-136 (sequence 7)
Language
German
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135 136 Entstehung des apokryph. Esra. Platts Verfasser und Abfassung des C A. (Fortsetzung.) Es würde freilich genügen,- wenn wir hinter diese Ueberschrift ein Fragezeichen setzten; doch mögen einige Bemerkungen noch ihre Stelle Men. Einen streng einheitlichen, künstlerisch angelegten Plan, wie ihn etwa die Gewesis zeigt, wird bei unserem Buche und in sener Zeit Niemand erwarten. Ob aber überhaupt von einem Plane geredet werden kann, hängt zunächst von der Ansicht über den Anfang des Buches ab. Wäre dasselbe, wie Trend e len bürg vermuthet, auch vorn defekt, so läßt sich darüber gar nichts sagen. Ist aber der Eingang acht, so muß allerdings, obgleich Chr.-Esra noch Eins waren, erklärt werden, warum der Red. gerade mit dem rwN' HDD an gefangen hat. Am nächsten führt dies auf die Vermuthung eines rcligions- oder tempel-geschichtlichen Zweckes, den die Schriftsteller jener Periode, gewiß nicht allein der Chronist, ausgenommen den mehr (in gewisser Hinsicht) p oli tisch - thatigm, daher mehr die weltlichen Verhältnisse in seiner Schrift berücksichtigenden Nehemias, stets im Auge hatten. So können wir die Bertholdffche Ansicht (§. 9) mit Modifikationen festhalten.^o Der Redaktor des E. A. wollte eine Geschichte Jerusalems und des Tempels, von der letzten vorexilischen Restauration durch Iosia bis auf die neue endgültige Fixirung dieser Verhältnisse durch Nehemias, aus den vorhandenen Quellen zusammensetzen. Sein Buch endigt, wo in den Quellen die Geschichte versiegte und versandete; gingen noch weiter hinunter (Reh. 12, 22. 23), aber was können sie anders enthalten haben als Genealogieen und sich wiederholende Tempelnachrichten? Wir haben für das Auf- Hören der biblischen geschichtlichen Bücher auch keine andere Erklärung. Daß jener Zweck nicht'" streng ein gehalten und Manches ausgenommen ist, was dabei fehlen könnte, darf uns nicht wundern; einen fo festen Plan hat kein geschichtliches Buch jener Periode. Ueber die P erson des Redaktors haben wir sowenig eine Vermuthung als über die des Uebersetzers. Was die Zeit des Ersteren betrifft, so haben wir nach den Erörterungen des vorigen §. eine deutliche Spur. Er müßte eigentlich zwischen der Redaktion von Chronik-Esra und der des B. Neh., resp. (nach Arm. 385) zwischen der ersten Redaktion von Chronik-Esra und der zweiten, letzten, Überarbeitung dieser Bücher durch den Redaktor des Neh. (und der Geschlechtsregister im 1. Theile der Ehr.) gelebt haben — er kann aber auch etwas nach der letzteren Epoche gearbeitet haben, denn das B. Neh. kann schon redigirt gewesen sein, nur gewiß noch nicht seit langer Zeit, es war noch 386) Nur gegen das Pressen jenes vermutheten Planes bei Berth. und die daraus versuchte Rechtfertigung des jetzigen Schluffes mußten wir opponiren, denn dann mußte jener Plan streng durchgeführt sein. nicht kanonisch geworden. -Da aber die Zeitbestimmung jener kan. BB. noch so wenig fest steht und. zwischen Darius Nothus und Johann Hyrcan hm und herschwankt/ so kommen wir dadurch nicht viel weiter; selbstständige-Forschungen darüber können wir hier nicht anstellen. Wiederum haben wir im Z. 14, nach unserer Auffassung über die Weglassung des Sanballat festgestellt ,, daß der Redaktor des E. A. -einige Zeit nach Erbauung des samaritanischen Tempels gelebt haben müsse; damit kamen wir in die Zeit nach Alexander d. Gr'., etwa um 300 v. Chr., was mit Ewald's Ansicht über die Zeit der Redaktion von Chronik-Esra-Neh. (die auch bei unserer Modifikation bestehen kann) wohl verträglich ist, wenn wir den E. 25. etwas jünger sein lassen als jene Bücher. Aber ein anderer Umstand ist dagegen. Das apokryphische /Stück, welches spätestens vom Red. selbst herrührt, scheint -nämlich vom B. Esther und Daniel abhängig (s. oben §. 7), also jünger als diese zu sein. Ist nun das B. Daniel erst ans der Makkabäerzeit, so stieße dies zwar nicht gegen obige Zeitbestimmung für den E. A., denn diese gab nur einen terminus a quo und wir könnten auch viel weiter hinuntergehen, wohl aber gegen die Redaktion der kan. 3523. um Alexanders Zeit. Wir können auch nicht etwa umgekehrt das B. Dan. vom E. A. abhängig sein lassen, denn die betreffende Stelle Ln letzterem ist offenbar eine weitere Ausmalung der Oaniel'schen?^ Es bleiben indessen noch Auswege: man kann, mit Mehreren,.389 einzelne Stücke' im Daniel und besonders auch das betreffende 5. Kap. älter sein'lassen; oder die spezielle Nachahmung der dortigen Stelle im E. A. dem Uebersetzer zuschreiben; aber freilich kann auch E. A. und Neh. sowie die letzte Redaktion der 3 Bücher jünger als das Buch Daniel sein, wofür man sich bekanntlich auch auf die Stellung derselben im jüd. Bibelkanon beruft. . So erhielten wir als frühesten Zeitpunkt für die Redaktion des E. A. etwa 300 v. Chr. als spätesten 390 etwa das Ende .387) Nur soviel wird sich bereits ergeben haben, daß wir weder soweit hinauf noch hinunter gehen. — Die verschiedenen Ansichten und ihre Vertreter können als bekannt vorausgesetzt werden. Ewald setzt (S. 218—22. die Redaktion des „jüngsten Buches" in die Seit von Alexanders des Gr. Tod. 388) Auf Esther, dessen' Zeit ohnehin nicht fest steht, brauchen wir weniger Rücksicht zu nehmen; auch beweiset das „ von Indien As Aethiopien 127 Satrapien " nicht bestimmt eine Benutzung jenes Buches. 389) Besonders Berth old. Haben auch die Neuern die Einheit des B. Dan. gegen B. mit Recht verfochten, so bleibt damit eine ältere Abfassung gewisser historischer Kapp, doch wohl verträglich. Bei dem 3—6.Kap. scheint mir diese' Annahme sogar geboten, was jedoch hier nicht ausgeführt werden kann. — Aehnlicher Ansicht über Dan. ist auch Herzfeld S., 295. 390) d. h. als einen solchen, unter den wir nicht hinuntergehen müssen. Ein positiver Beweis ist nicht nur.dadurch' gegeben, daß die Redaktion des B. Neh. unmöglich später "angesetzt werden, und E. A. nicht viel jünger sein kann als dieses. ' . v

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