Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1851)
- Date
- 1851-02-22
- Page
- Seite 125-126 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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125 126 Masoretische Stirdien. heit des Redaktors von Chr. und Esra neu bestätigt; das Buch Neh. aber ist nicht von demselben in seine jetzige Gestalt gebracht.384 Ewa ld's Ansicht von einem ,, letzten Verfasser des „jüngsten Buches allgemeiner Geschichte", die sich übrigens mehr auf einzelne apergus als auf Beweise stützt, ist nicht zu halten, oder muß dahin modisicirt werden, daß wir für Chronik -Esra eine nochmalige Überarbeitung durch den Redaktor des Neh. annehmen.^ In jedem Falle hat Letzterer die Kap. 8—9 (vielleicht auch 10) hinter Esra weggenommen und dem Buche Nehemia einverleibt. Die „Auseinanderreißung" von Chronik und Esra ist allen diesen Redaktoren fremd und gehört in spätere Zeit. (Fortsetzung folgt.) Masoretische Studien. (Fortsetzung.) Schon aus dieser kurzen Vorführung der von Dukes edirten Ben-Ascher'schen Fragmente, wird der Leser entnehmen, in welchem vernachlässigten Zustande diese Bruchstücke sich noch befinden; keine Spur einer kritischen Hand ist dabei sichtbar und man kann es nicht besser charakterisiren, als daß eine neue Ausgabe nöthig ist, wenn sie' benutzt werden sollen. Eine neue Aufeinanderfolge der Stücke, eine Punktirung des schweren Textes und genaue Beachtung der Reimzeilen, eine sachliche und sprachliche Commentirung der schwierigen Stellen, die auch äußerlich anzugebenden Punkte, wo der Text defekt oder verstümmelt ist, das sind die geringsten Forderungen, die wir an einen Herausgeber stellen müssen, und cs wäre uns recht lieb, wenn Herr B. einzelne Partien zur Herstellung und Erklärung vornehme und hier oder anderswo mittheilte. Wie der Herausgeber, Hr. D., dazu gekommen ist, diese D *> ü) p b DipDD p ]ins/ib murion iddb n’IDD iIMp wie das Titelblatt lauten müßte, rmDDD D'iiDJip'jit nennen, ist mir unerklärlich, da erstens diese Fragmente nur so geheißen und zwei- 384) Wie auch die Anm. 344 Genannten annehmen. Wo man nun doch im B. Neh. Spuren des „Chronisten" finden will, da sind sie im „Mittelstücke" welches wir aber demselben geradezu zuschreiben können. 385) Dies geht um so eher, da wir (bei Anm. 353) doch nur die Zusammengehörigkeit des e i »herrlich e n Theiles der Chronik mit Esra beweisen konnten. Die Genealogien (1, Kap. 1—9) können vom Redaktor des Neh. sein und wenn die Herabführung des Davidischen und des Priesterstammbaums in diesem Theile der Chronik und in Neh. nicht spätere Interpolation ist, so führt dies gerade darauf; ebenso das Werhälrniß von 1 Chr, 9 zu Nehem. 11. Dadurch könnten wir Ewa ld's geistvolle Schematisirung des „jüngsten Buches rc." dochbeibehalten. Verschiedene hier nicht auszuführende Gründe machen uns dies noch wahrscheinlicher. tens sie ja gar nicht von Masora. abhandeln. Auch der Titel, welchen der erste Herausgeber gewählt, ")DD ■D'DjJdh •»pnp’iD, ist schon ein verunglückter, da das rmNQ nicht,btos den Accenten gewidlnet war, wie wir aus den Resten schon gesehen; allein relativ ist er doch immer noch richtiger, als der gegenwärtige. Noch mehr hat Hr. D. in der Annahme gefehlt, daß diese Fragmente gar nicht von Ben-Ascher herrühren sollen, da er thatscichtich nicht einen Schatten, von Beweis für diese Ansicht beizubringen wußte. Diese Fragmente, welche der erste Editor 1.518 nach der ihm vorliegenden Handschrift unserem Ben-Ascher zugeschrieben, die ganz von. gleicher Beschaffenheit sind, wie David Kimchi (WB. z. B. r. r-pp; Michl. 3b; 21b; 103a; 115a; 126b; 169b; Comm. zu Nicht. 6, 20) aus rroriD verschiedene Beobachtungen anführt und wo man auf jeder Seite der Fragmente erkennt, daß der Verfasser kein Anderer gewesen, als der Tabarienser Grammatiker und Masorct Ahron b. Mose Ben-Ascher, welcher zur Zeit Sckadja's in Palästina gelebt, gegen welchen letzterem ‘mrp rrariD by nnwn (Widerlegungen des Ben- Ascher'schen Machberet) in ebenso schwerfälligen Reimen geschrieben, wie das rrariD selbst war. Hr. D'. hätte daher auf dem Titel das p5 DHWH nicht anbringcn sollen, da es unpassend ist, diese sehr billige und falsche Kritik zur Schau zu tragen, - (Fortsetzung folgt). Mittheilmrgen aus der Gegenwart. Wien, 6. Febr. Bor der Revolution — erinnere ich mich gelesen zu haben — war es am französischen Hose Sitte, daß gemeinschaftlich mit den königlichen Prinzen ein armes bürgerliches Kind auferzogen wurde, das, so oft der junge Prinz sich verging, statt seiner gezüchtigt wurde. Eine ähnliche traurige Bestimmung hatte von jeher das israelitische Volk. Wenn irgend eine Nation der alten oder neuen Zeit sich unartig betragen, bekam das israelitische Volk, das Stiefkind der Geschichte im Völkerhaushalte, von der Unzahl seiner Hofmeister derbe Zurechtweisungen und blutige Schläge. Ja, was noch ungerechter ist, wenn irgend ein mündig gewordenes Volk seine Aufgabe gut einstudirt, bei den strengen Prüfungen der Welcereignisse sich zu behaupten wußte und sein mühsam errungenes Diplom (Verfassung nennt es die Staatskunstsprache) sich wohlverdient erworben: jenes arme welthistorische Stiefkind bekam nichtsdestoweniger seine herkömmlichen Züchtigungen nach wie vor, so fleißig und mühselig es auch die Hochschule des Schicksals besucht, mitstudirt, mitgelitten, miigehofft und mitgekämpft, um die alten rostigen Fesseln, von seinen Rabbmen und feinen Drängern geschmiedet abzuschiitteln.