Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1851)
- Date
- 1851-02-15
- Page
- Seite 107-108 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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107 108 Entstehung des die Stellung des 8. Cap. , denn dasselbe was wir (oben a) von dem Ueberfetzer gesagt haben, gilt auch von einem Compilator; es bleibt vielmehr gar keine andere Erklärung übrig, als daß der Redactor des E. A. jenes Cap. noch hinter Esra 10 gefunden. Sehen wir aber auf die von uns dargelegten weiteren verlorenen Bestandteile des apokr. Buches — und wir glauben unsere Ansicht darüber so evident gemacht zu haben, als es bei solchen Dingen möglich ist — so wird uns besten Entstehung aus den noch unredigirten Theilen des 33. Neh. zur Gewißheit. Denn wir haben da von der einen Seite aus Iosefus erwiesen, daß der verlorne Rest des E. A. aus Neh. Cap. 1—7, 5; 11, 1—2 und der Mauerweihe im 12 Cap. bestand, von der andern Seite haben wir gerade diese Stücke als die ächten Theile ron Nehem. Denkwürdigkeiten erkannt; von dem 13. Cap. aber, welches bei E. A. gefehlt haben muß, obgleich dessen größter Theil (V. 4—31) gewiß von Neh. Hand ist, haben wir erwiesen, daß es einen besorweren, nicht zum Hauptwerke gehörigen Lheil jener Denkwürdigkeiten bildete, und können uns nur daraus, aber auch dadurch genügend besten Fehles im E. A» erklären (st Anm. 285)—so stützen alle diese Resultate einander aufs Treffendste und es wird nicht mehr bezweifelt werden können, daß dem Redactor des E. 2t. nicht unser Buch Neh. sondern der erste (Haupt-) Lheil der ächten Denkschrift des Neh. als Quelle gedient hat. Damit finden wir Dasjenige bestätigt, wohin uns schon vom Beginne dieser Untersuchung alle Spuren gewiesen haben. Als Hülfsbeweis können wir nun auch den Umstand annchmen, daß Iosefus den E. 2t. mit gänzlicher Vernachlässigung der canon. BB. benutzt hat; denn da ihm letztere doch nicht geradezu sunbetannt oder unzugänglich gewesen sein können , so würde er wohl nicht dem apokr. B. gefolgt sein, wäre dies eine erst so spät entstandene Compilation;3^ und dafür haben wir auch die Analogie desjenigen was wir früher über das apokr. Buch Esther (die LXX. nebst den s. g. Stücken) dargelhan haben. Wir werden also jetzt von den canon. BB. und dem E. A. als von zwei Recensionen oder Editionen sprechen können. 365 , Indessen bedarf dies für das B. Esra bedeutender Modisicationen. Eineslheits haben wir bisher keine Beweise dafür gesunden, daß der Redact. des E. A. auch für jenes Buch die noch einzeln vorhandenen Stücke benutzt haben müsse, alles früher Bemerkte traf nur das B. MH.; anderntheils führen sichere Spuren dahin, daß die Grundbestandtheile des B. Esra nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt gewesen sein können. Denn wenn Esra 2 ursprünglich, und noch zu. Nehem. Zeit (f. Anm. 288), eine separate Urkunde gewesen ist, 364) Darum benutzt er auch die apokr. Zusätze zu Daniel nicht. Vgl. auch Anm. 278. 365) Dafür ist auch die Analogie des B. Ieremia in der LXX, dessen vielfache'Umstellungen und Varianten nach der Ansicht der meisten Neueren nicht vom Ueberfetzer herrühren, sondern auf einer anderen Recension beruhen. apokryph. Esra. so haben wir jetzt in beiden Recensionen das Stück 3, 1—4-, 5 dahinter; Esra 2, 1 — 4, 5 E. A. B. 7 — 73 muß aber so schon zu einem Ganzen vereinigt gewesen fetn.366 Ebenso findet sich in dem chaldaischen Stücke, 5, 1—6, 18 — E.A. V!, 1 — VII, 9, bei beiden die falsche Interpolation ,, Artachschaschta" (6, 14 V1I, 4), und hinter demselben gleichmäßig die hebr. geschriebenen-Verse 19—22 (= 10 —15), die ursprünglich nicht dazu gehört haben können. Desgleichen war der zweite Theil des B. Esra schon mit Erweiterung der eigenhändigen Aufzeichnung (Cap. 7 — 9, nach Anderen ^von 7, 11 -an) in seine jetzige Gestalt gebracht worden. Zwei- Hfelhaft bleibt also nur, ob 4, 6—24 schon mit Cap. 5 verbunden gewesen sei. Mir haben oben (§.- 15 a. E.) wahri scheinlich gemacht, daß dieses Stück im B. Esra nicht am j rechten Platze stehe; nehmen wir dazu, daß der Eingang desselben 4, 7—11 '= E. K. 11. , 16—18 so sehr abweicht, so-! wie daß die Umstellung dieses Stückes sich am leichtesten dadurch erklären würde, so könnten wir annehmen, daß dasselbe noch einzeln vorhanden war und vom Redactor des E. A. an den ihm geeignet scheinenden Platz gefetzt wurde. Indessen ist es doch noch zweifelhaft, ob es überhaupt im B. Esra nicht an der rechten Stelle steht, 367 es ist ferner nicht zu übersehen, daß im E. 25. auch der hebräische V. 6 enthalten ist (s. Anm. 178), weiter spricht die Analogie der übrigen Therle des B. Esra dafür, daß dasselbe dem Redactor des E. A. schon in seiner jetzigen Gestalt Vorgelegen; wenn endlich Ewald Recht hat, der (a. a. O. S. 245 ft) sowohl den ebenevwä'hnten Eingang des chaldäischeu Stückes als dessen hebr. Schluß 6, 19-22 dem Redaccor des B. Esra zuschreibt3^ und dessen überarbeitende Hand auch in dem Stücke selbst erkennen will;3^ so müssen wir doch annchmen, daß der ganze chaldäische Theil im Esra, mithin das ganze Buch, schon in seiner jetzigen Gestalt vorhanden war. . ' : Dasselbe gilt von der Chronik. Das in den E. A. aufnommene Schtußstück beweiben370 (11.35, 1—36, 21) ist näm- 366) Ueber die ursprüngliche Selbstständigkeit jener Urkunden und deren frühe Erweiterung hat Ewald (S..244 Anm. 1) noch gute sprachliche Bemerkungen. 367) Daran wird freilich durch diese Erörterungen nichts, geändert; wenn' es auch bei Abfassung des E. A. schon anseiner jetzigen Stelle stand, so kann diese doch falsch sein. 366) „Er fatjrtauch nachdem die Erlasse der persischen. Könige --zu Ende sind, bei der reinen Erzählung m chald. Spr. fort 6, 13 und kehrt nur wie zufällig aber doch.- weil das Werk hebr. angescuigen war, nicht ohne Nothwendigkeit ins Hebr. zurück, 6, 19." 369) Dafür führt er unter andern das Op 9 an, S. 245 Anm. 1 und S. 242 Anm. 370) Daß aber auch dieses Stück nicht unmittelbar cmsunsrer Ehr. übersetzt sei, zeigt die Menge der Varianten, bi* gerade hier so groß ist, daß Tr endete nb ur g, dem es hauptsächlich um diese zu thun war, diese Capitet darum: genau analysirt hat. (E. A. hat,93 wie jetzt in der Chr.- steht gelesen,, statt W wie Esra 1, 1 hat;^ ob auch 'jnv für VP ist nicht gewiß.)