Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1851)
- Date
- 1851-02-08
- Page
- Seite 93-94 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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93 Ueber einen talmudischen Ausspruch. Bon Leop. Dukes. mos in seinem geistreichen ftmI pN hat ben Schülern Äeskulap's ein Kapitel gewidmet. (Vecgl. weiter Junten.) Genau genommen, trifft diese Satyre nur die Charlatane. In Vielem Sinne sagt Vas spanisch« Sprichwort: Die Aerzte von Valencia haben lange Mäntel und kurzen Verstand.^ Die langen Mäntel sind verschwunden und der kurze Verstand ist vielleicht geblieben. Der ungerechteste Tadel ist aber der, daß sie sich selbst nicht helfen können, wenn sie krank sind. Schon ein alter'per si scher Dichter (bei Plutarch: wie man von seinen Feinden Nutzen ziehen kann §.4) hat den Vers : ,,C£tn Arzt für andre strotzt er an Wunden". Die Juden haben die Aerzte selbst sehr respektirt. Es liegt etwas Eigennutz .in diesem Respekt. Sirach empfiehlt diese zu ehrend Die Talmudisten haben den Ausspruch gethan ntNSn!?' NDdV HWT ninJlfif. und. die kulturhistorische Bedeutung dieses Ausspruchs haben wir anderwärts auseinandergesttzt. o Trotzdem finden wir einen talmudischen Ausspruch, welcher mit dem ersten in Widerspruch zu stehen scheint; es ist dies der in Ueberschrift angeführte cwörptp 31D (Kidduschin S. 82,h). Es sst dieses aber kein eigentlicher Widerspruch, es ist der letzte eben angeführte Satz nur eine Beschränkung des ersten und ist die Ursache dieser Beschränkung nicht angegeben. Rafchi erklärt diese Stelle sehr richtige und eine Stelle in den beweist die Richtigkeit dieser'Erklärung.^ Das Hyperbolische des talmudischen Ausdrucks fällt nicht auf» Alles was uns auffallt in diesem Ausspruch, ist die Singularität der Anschauung. Wir finden heute nichts, welches dieser Anschauung korrespondirt. Verfolgt man die Kulturgeschichte etwas weiter: so bieten sich Parallelen genug dar. Noch im 17. Jahrhundert finden wir gar manches in der christlichen Welt, welches beweist, daß die Profession der Aerzte. weit entfernt war, diejenige Achtung 'zu genießen, welche ihr heute zu Lheil wird. Die Aerzte im Allgemeinen waren als Atheisten verrufen. Der ungenannte Verfasser eines interessanten Buches hat für notwendig gefunden, ein men des Hypokrates zu sein scheint. Das ganze Werkchen besteht aus 4 Abschnitten und ist nur einige Blättchen stark. 3) Medio de Valencia* luengas heldas, y poca sciencia. 4) Vergl. unsere Blumenlese S. 222 No. 560 u. S. 116 No. 109. 5) Ebendas. S. 67 No. 1. 6) Ebendas. S. 30 u. Op. 1847. S. 473 Note 9. 7) Die-Stelle lautet in Machsor Witri '? ■fe&h ]n /nnanb nttny iji.nemd dku 721D71 In pj '-n ni3N (Kap. 35) lautet die Stelle ganz finales ' ~bl> |7 N37 p^>n DD^ l’N 'l |7 Di.N217 3t£f. 3n der Ausgabe der n7 niPJJD, Edit. Rimini >im q ^) lautet die Stelle: ppDj/nD njOE' ll'Vvrvni p:tnni nipu?n]no!?Di |’J«7n 1'Dj~iD7 nm msn '31 T-mr D^’3tyQ71 7DNJ D7^J)1 HplS ’NDJI 0^31071 Maie -sichet, daß, hier Worte -fehlen. In der Ausgabe des '27-«7'^v Venedig 7"^ fehlt die ganze Stelle. 94 Kapitel zu schreiben ,,vk the seandal of the Profession of Phäsik“, derselbe führt (S.23) einen Vers von Cha u eer an phisieians know wdat is digestible 15ut their Study is but little in tl\e Bible (Die Aerzte wissen wohl was verdaulich ist, lesen aber wenig die Bibel). Im Laufe der Abhandlung fährt der Verfasser auch fort in folgenden Worten: Phisic is acesunted the motber of no less monstrous a hirth then that Atheismen and jet its first Founder was AescuTa« pius a God. Tis as usuat as an adage: Ubi tres me* dici duo Athei-(„Medizin ist allgemein als die Mutter -eines nicht geringeren Ungeheuers betrachtet als der Atheismus, und der erste Begründer derselben war A e skulap, ein Gott. Es ist ein kleines Sprüchwort bekannt: wo drei Aerzte sind, sind zwei Atheisten darunter." «Q Bringt manchiese Stelle des englischen Gelehrten aus dem 17. Jahrhundert mit der in Rede stehenden talmudischen, so erscheint dieselbe nicht mehr so auffallend. ... Rasch: hat in Erklärung dieser Stelle alles zusammengenommen, was Aerzten in ihrer Praxis moralisch schaden kann. Unter andern, daß sie zu viel auf Geld sehen. Jy tiefem Sinne spricht auch Kalonymos.^ Manches Sprichwort in verschiedenen Sprachen hat dieses anch zum Inhalt?" Es scheint übrigens, daß man im Mittelalter die Aerzte, wenn die Patienten genesen sind, unwillig oder gar nicht bezahlen wollte. Wir haben manches Gedichtchen gefunden, welches den Aerzten anräth sich bald zahlen zu lassen, so setzt unter andern ein Arzt in seinem D'^NDn 720°) rßten >72 -an ntnn bw D'^ptP *^02 ~f? ’7JJ (etn Gedichtchen ähiNichen Inhalts haben wir in diesen Blattern. (1850 S. 718) abgedcucht, anfangend drvN bttW Rasch: deutet auch an, daß die Aerzte oft voreilig Experimente machen, auch dafür findet sich manches Sprichwort, 8) Der Titel dieses seltenen Büchleins ist: TirPIAMMA ETIIJEMION' or vulgare errores in practice censured, London 1659. 8. ‘ 9) In seinem |pjD pN sagt er wjot 'dtON "pl p pbDD örpj'jj — die ganze Stelle ist geistreich. 10) . So h B. folgendes spanisches Sprichwort dios te guarda de parefo de iegiste etc. y rccep-e de mediep - Gott bewahre dich vor den Paragraphen der Advokaten rc. und vor den Recepten der Aerzte.) Auch folgendes spanische Sprichwort scheint hierher zu gehören: AvicenayHyp o c r a s nie daron esto, y medaran mas (Avicenna und Hypokrates geben einem manches, haben aber mehr genommen.) H) Es befindet sich dieses Werk auf der Bibliothek des Londoner synDn m. Der Verfasser nennt sich am Schluffe des Gedichts :n pn’3\-.wte wissen nicht ob er Isaak d e Lottes ist,, von-welchem die Bodleyan. Bibliothek eine Abhandlung unter dem Sitel nypm (über aufgebrochene Wunden - bewahrt. Ur e hat dieses >Werkchen, wie mehr als hundert andere Piecen/nicht erwähnt.