Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1851)
- Date
- 1851-02-08
- Page
- Seite 89-90 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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89 90 Historisches und literarisches Sündenregister. b. Efraim gedruckt. Diese Beiden waren.nur Setzer, sie besaßen jedoch eigene Druckschriften, mit denen sie in die verschiedenen Ofsicinen herumzogen. Josef Schallt, ein Mann von Bildung und Wissenschaft, errichtete und leitete im Mai 1511 die Druckerei des reichen und wohltätigen Lobia Foa in Sabionettcu In dem ersten Werke, das aus dieser Druckerei hervorging, prangt am Ende neben dem Druckzeichen des Foa sein eigenes Stemma, ein Pfau auf einem Felsen ruhend mit den Initialen =zi 33 *)DP 3j?yV und dieser Druckstempel wurde allen seinen Editionen, die er spater in Mantua und Venedig herausgab, aufgedrückt. Seine Typen sind dieselben, der man sich in der Fano'schen Druckerei bediente. Joses b. Naftali Cohen aus Gazvlo, der ebenfalls mit Josef Schalit bei Foa angestcllt war und sich in der ersten Produktion der Sabbionettschen Drucke zeichnete, hatte ebenfalls von denselben Typen, die er später mit nach Mantua nahm und dort mehrere Schriften auflegte. Seine Auflagen wurden in christlichen Druckereien gedruckt und er scheint nur Setzer gewesen zu sein, ob er sich gleich das Prädikat Madfis beilegte, was vielleicht blos Verleger oder Setzer andeuten sollte; denn dieses Wort war damals noch nicht so allgemein für Drucker angewendet; gewöhnlich bediente man sich des Wortes pp^nD für Drucker. Jedenfalls hatte er so wie Meir Sofer und Jos. Schalit keine eigene Druckerei und die Ueberschrist der Z.'schcn Abhandlung „Drucker von Mantua" ist falsch; denn selbst die Mischnajot-Ausgabe mit den Kommentaren von Maimuni Bertjnoro, wo er sich das Prädikat □,'D,'D3Dn ‘vyyrj beilegte, wurde wie es ausführlich am Ende heißt, bei Francisco Filipponi gedruckt cno rwj/b hnn “i^-riN ltobipni rro ipD^llS XPD iT33 H31LMD HD nbW3D3 Es erklärt sich demnach leicht, warum die erwähnte Mischnajot-Auflage in Seder Seraim und.Moed Gabi o n e t t a und in der, vier andern Sedarim — bei übrigens gleichem Format und gleichen Typen —- Mantua als Druckort äufführen, ohne zu dem falschen Schluffe vonZunz (S.255) seine Zuflucht nehmen zu muffen, daß die Typen von Sabionetta nicht nach Venedig, sondern nach Mantua gewandert scien; denn in der That sind die Druckschriften von Foa weder nach Mantua noch nach Venedig, sondern nach Kreme n a gekommen, wohin Foa nach dem Interdikt gegen seine Druckerei mit derselben wandert?, und vollendete daselbst fcOft rn 3“>y 3"ctf db 'l DV> das in Sabionetta im Monat Kislew5317 l^p'') begonnene nj{yn ^30 V1)bD.“mnD3 DWNi) .in:D3 , welches Machasor wahrscheinlich Veranlassung zu dem Interdikt gegeben hat, wie er solches am Ende in den Worten an zudeuten schien: pv ,^mr2n.7!^v3 by njn ipnsnni ^piato hdd nay hy opfiy -pn mn bibi nnno nd p idbo dieses Epigraph schließt mit einem Gedichtchen, mit einer Anspielung auf seinen Namen Lobia. "Die Druckwerke von AbrahamKonat (S. 249) hat- 3. wörtlich de Rossi nachgeschrieben, was daher bei diesem fehlt, hat auch A. nicht. So wäre z. B. noch hinzuzufügen gewesen, daß die Ausgabe des Eldad Ha-Dani in Typen Format und Papier ganz dem Nofer Zusim gleicht, mit dem es auch bei Kon at erschienen ist, was aus Kod. Opp« 1347 4. leicht zu ersehen ist. Was Z. ferner über Jos. Schalit schreibt ist unvollständig und fehlerhaft. Wir wollen nur hervorhrben, daß es keine zwei Editionen von Berachja's .^p tibyw giebt, wie es Z. den Opp. Katalogisten und diese Sadbatai in 'Gifte Jeschenim nachschreiben. Dieser Jrrthum entstand aus dem Doppeldatum, das diese Ausgabe hat , das Titelblatt hat nämlich das Datum tfw und das Epigraph iwy nywn) rrtttfa wbw OWN. n. Ein schwereres Vergehen hat sich aber Z. gegen Berachja selbst und gegen sein Zeitqjter und Wohnort zu Schulden kommen lassen, worüber wir etwas weitläufiger sprechen müssen. Wer nur einigermaßen die bwD mit einiger Aufmerksamkeit gelesen hat, weiß, daß deren Verfasser vermöge seines hebräischen Styls undZ.seiner Nachbildung verschiedener Fabeln des arabischen Kelila we-Dimna ein proven- ^crler Gelehrter (des 12. Jahrhunderts war. Nur in diesem Theile Frankreichs und in diesem Jahrhundert erreichte das Strrdinm der hebräischen und arabischen Sprache die Höhe, welche in diesem Schriftchen, sowie in seiner Ueberfetzung des .mini erkenntlich ist; es war die Blüthezeir der Jbn- Tabon, Kimchi und deren Schule. Berachja bediente sich zwar in feinem Fabelbuche der Sprüche des Mibchar Ha-Perilm'm nach der Labonischen Ueberfetzung, seine Ueberfetzung des Emunot ging aber der des Tübonischen voraus und scheint mehr als diese verbreitet gewesen zu sein. So bediente sich schon der Berachja'schen Ueberfetzung, nach einer Notiz von Heidenhelm (Zion 2,79), der Vers, der Schir Ha-Iichud-Hymne, welcher bekanntlich im 12. Jahrh. lebte; ferner wird diese, namentlich angeführt von Jakob ben Rüben in seiner polemischen Schrift gegen das Christenthum 'n rPDD^D (handschriftlich bei Opp. u, sonst), die er 1170 verfaßtes Diesen historischen Daten gegenüber sagt Z. (,117), sich auf seine Mittheilung in Delitzsch Jesurun berufend, „Berachja ^Nakdan, vermuthli ch um 1260 in Val Drome ansaßig.^ Einige Seiten hiernach (S. 127) ist ihm schon diese Vermuthung zur Gewißheit geworden; denn dort sagt er „In Burgund lebte in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts Berachja". Fragen wir aber nach seiner Quelle, so finden wir in den Repo äsen von No.29 ein (nnrn N’DKHp) Kres bia in Drom genannt. Dieser Kresbia ist unser Berechia; allein da Z. nichts von'Drom im Departement de l'Ain, eine und eine halbe Stunde von Bourg, wußte und nur einen Fluß Drüme kannte, Ln welchem aber doch nicht einmal ein Fabeldichter leben konnte, so machte er sogleich, sich auf seine geographischen Kenntnisse stützend, aus vmValDrome! 1) S. Bevachia b. Natronai, fabuliste du XII. siede B-ruxelles 1848, p. 5; Parables de Sendabar. Paris 1849 p« 209. 154. / >