Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1851)
- Date
- 1851-02-08
- Page
- Seite 87-88 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Historisches und literarisches Sündenregister, 87 dritte Auflage erschien anonym, weil der Verleger, Y&Ü2 Jtm ttS?p;3^^3"iä pn:)^ -Änfanfl und Ende der ersten Ausgaben, wo sich der Vers. nannte, wegließ, und nur die Gebete, zu denen er einige unter seinem Namen beifügte, abdruckte, daher ihn auch S a b b a t a i in Sifte Jeschenim, der dieersten Auflagen nicht kannte, zum Verf. der ganzen Schrift machte, und so wurde ihm das Glück einer Amerigo Mspuci zu Lheil, welcher seinen Namen dem von Kolumbus entdeckten Welttheil beilegte. Dieser Li Hermann war 1660 Sofer in Prag.- Sein 333 MNP oTip nnntp 02m -mfi6 ns: *idtwurde unter andern Pijjutim von Mardechai b. Josef s. a. und 1. in 4. gedruckt^, Druck und Papier ist jedoch als eine Prager Ausgabe kenntlich. Er schließt seine Sammlung mit einem TW#Dn nfeMDH in welchem er unter andern sagt: Löw Sofer Darschan wäre Rabbiner in Mainz gewesen, wo er im Monat Elul 5404 1644 gestorben und unweit der Grabstätte von R. Simon Ha-Gadol begraben wurde. Es geht aus unserer berichtigenden Darstellung hervor, wie Z. so manches seltene, in der oppenh. Bibl. sich befindende prager Druckwerk nicht aufbringen konnte — weit auch die Katalogisten nichts davon wußten. So enthält z. B. No. 13969. eine Elegie von Menachem Manes Chajut auf den Brand in Posen im Jahre 1590 HS. Gans zu 5350). Zwar s. I., aber höchst wahrscheinlich in Prag 1590 — cn -pjy Kwn gedruckt; ferner Maimmn's Jp s. a. und deren Typen und Papier aber vollkommen der Tefila von 1512 gleichen, und also das älteste prager Druckwerk ist. Es ist nun dieses zwar eine Konjektur, aber keine aus Jupiters Haupt entsprungen, sondern auf eine Allen sichtbare Basis gegründet. Aus gleicher Ursache müssen wir auch Z. Angabe in feiner geographischen Literatur der Juden widersprechen, daß die Schrift p pyi (Cod. Oppenh. 1267) nicht in Amsterdam, sondern in Prag gedruckt ist. Der Verf. Mose Präger war aus Prag und ein Verwandter von Isaak Kohen b. Simson. Seine Name befindet sich vollständig am-Ende wie folgt: ^rOJ TrtTO ‘TDrin p .1^0 rvnt'D tsrvn vnno p Nipan jn-id p^pcVr D^D1 pwp So ist auch das [D”n 3N3 r0 (cod. Opp. 816) bei Lebzeit des berühmten I. del Medigo, d. i. vor 1655 in Prag gedruckt, wie es ausführlich auf dem Titelblatt zu lesen ist. Der Verf., der sich als Schüler des'del Medigo nennt, hat dieser Schrift die □'DlpiB'N ^plD „welche sein Lehrer aus dem Griechischen übersetzt hat", beigefügt. Ein zweites Exemplar mit einem geschriebenen Titelblatt befindet sich ebenfalls in der Opp. Bibl. 285 und nicht in 4. wie I. S. 569 angiebt. So gelehrt auch der ger Kopf, ein schon häufig im Talmud vorkommendes Prädikat (Berach. 36 u. o.) 2) A un z führt in No. 249 diese Arbeit unter dem Titel NNM und als 1644 gedruckt, an, was aber eine eigene Erfindung ist. Verfasser des Q-no D'D "120 auf dem dem Werke beigefügten Holzschnitte mit der Inschrift - p NDH a u ssieht, so, scheint er in Betracht seiner geringen geistigen Fähigkeiten doch eher der Famulus als der Schüler Medigo's gewesen zu sein. Von den Druckwerken, die wir mit den Zunz'schen Angaben nicht übereinstimmend gefunden haben, deren Berichtigungen wir abcr, um nicht länger in diesen reizlosen Schattengängen zu verweilen, hier unterlassen müssen, heben wir namentlich folgende Nummern hervor: 142. 144. 146. 147. 153. 156. 158. 160. 161. 164. 175. 187. 193. 194. 206. 208. 209.214.216.224.229.231.232.233. Es ist für die Freunde der hebräischen Literatur ein schmerzliches Gefühl, daß ein Mann von solcher geistigen Befähigung wie Zunz, bei einer Arbeit, die nach der talmudischen Ausdrucksweise ncon DUttta und deren einziges Verdienst Genauigkeit ist, durch - beliebige Konjekturen, Hypothesen, Namen, Büchertitel und Druckjahre zuweilen erfindet, als handele es sich hier um Enträthselung egyptifcher Hieroglyphen, und dies ist der Fall selbst bei Büchern, die in vielen hundert Exemplaren gedruckt sind. Wir können es ihm keineswegs zur Sünde anrechnen, daß er nicht alle prager Druckwerke gesehen, Werke, die sich in vielen Bibliotheken großer Städte, in Paris, London, Frankfurt und Amsterdam befinden, wir betrachten es aber als ein literarisches Unglück daß alle bibliographischen Arbeiten in. neuerer Zeit aus Berlin datiren, welches allein an hebräischen Büchern arm zu sein scheint. Die Abhandlung über die Drucker und Drucke von Mantua ist die fortgesetzte Sünde der prager Druckwerke Ohne uns hier ins Specielle einlassen zu könuen, weil wir die gerechte Ermüdung der Leser fürchten, sprechen wir summarisch das leicht zu motivirende Urtheil aus, daß Z. nicht ein einziges der vorgeführten seltenen Druckwerke gesehen zu haben scheint, wenn es nicht etwa das (S. 253)' aufgebrachte -)D1Ei1;D sein soll, wo er den Druckfehler, ^53 Velez, statt ybl des Titelblatts nachschreibt, während die Familie ^3 Kalaz (uw es auch, richtig auf dem Titelblatt der konstant. Ausgabe steht) zu bekannt und ihre schriftstellerische Thätigkelt zu ausgebreitet ist, als daß man einen solchen Druckfehler bei nur einiger Aufmerksamkeit nachschreiben dürfte. In Iden Schriften dieser gelehrten Familie, aus der mehrere Gelehrte auch in nrown -)D>y erwähnt sind, befindet sich viele akrostische Gedichte, in denen der Name ^3 niemals mit 3 geschrieben ist, so z. B. das Lobgedicht auf Salomo Duran zu Anfang des ncblü ptyn, Reffen Akrostich pm p'D D»TOtt. “D mi.rp ist. Ebenso falsch gibt auch Z. das Druckjahr des Sefer Ha-Musar aus 15b8 an, denn es wurde erst 1560 angefangen ritt U1KO fWD und am 7. Februar 1561 £ n 0^3 rW DDK/ lln Hause des Druckers RafaueUi 'vollendet, wie dies am Ende deutlich angegeben ist. Bei diesem und bei Filliponi wurden alle manruanifchen Druckwerke des Josef Schallt aus Padua und des Meir Sofer