Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1851)
- Date
- 1851-02-01
- Page
- Seite 71-72 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2360092-2360688-2360698--7285-3536251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
72 Studien. , Konstruktion der kanonischen' BB. Esra-Nehemka. 71 Redaktor genannt — herrührend, und nennt das Ganze „das jüngste Buch allgemeiner Geschichte." (Für die auffallende Trennung der Chronik von Esra-Neh. (Anm. 296) giebt er S. 253 f. eine scharfsinnige Konjektur.) Es zerfallt nach ihm in 3 Lheile: ») 1 Ehr. 1—10 „die Urgeschichte bis auf David den Gründer der Macht Jerusalems"34S; b) bie fortlaufende Geschichte Jerusalems re. bis zum babyionischen Banne" 1 Chr. 11—2 Chr^ 36; c) die Geschichte des neuen Jerusalems", Esra-Neh. In diesem dritten Lheile sind nach ihm folgende altere Urkunden oder Quellen mit mehr oder weniger /Modifikationen benutzt, resp. ausgenommen: Esra Kap. 2; 4, 8—6 gegen Ende; 7—10; daran schließt sich, zu l e tzt er e m u r spr ü n g l ich g ehörend, Neh. 8 — 103AO; in Esra 7—10 sind eigene, Aufzeichnungen desselben enthalten. Dann Nchemia's Denkschrift bestehend aus:!—7, 4; der Statistik der Stadt 7, 5 — 64 und 11, i—12, 26350 (dieses vom letzten Vers, mehrfach verändert) und 13, 4—31. Man sieht, daß.auch Ewald die von uns getrennten Bestandtheile beider Bücher auseinanderhä'lt; nur über Esra 4, 8—23 hat er keine Bemerkung und scheint die Stellung für acht und richtig zu halten. Wir tragen hier ferner noch Herzfeld's Gesammtansicht über das B. Neh. nach? Von Nehem. ist: 1, — 7, 5; die Liste 7, 6—73 hat er angehängt; desgleichen ist von chm 13, 4—31. Der mittlere Lhell 8, 1—13, 4 ist eine Interpolation, bestimmt die Lücke in Neh. Werk auszufüllen. Davon ist 8, 1—12, 26 aus einem selbstständigen Aufsatz genommen und an einigen Stellen (den bekannten Versen im 12. Kap. und einigen im 11.) interpolirt. In 12, 27—13, 3 ist die Beschreibung der Mauerweihe V. 28 — 42 von Nehemia, Eingang und Schluß vom Chronisten. Für die Gesammtauschauung von der Entstehung des Buches Neh. weicht dies stark von unserer Ansicht ab, auch viele Einzelheiten, Zeicbestimmungm rc. gestalten sich dadurch anders — dennoch ist in 349) Haupttendenz dieses „jüngsten Buches allgem. Geschichte" ist,nach Ewald: Geschichte Jerusalems und „insbesondere Geschichte der Religion Jerusalems als der einzigen großen Macht, welche in dieser Stadt und ihrem Gebiete noch ungeschwächt fortlebte." 350) Ewald führt dafür wieder neue Gründe an, die freilich für sich allein nicht 'sehr überzeugend sein möchten. Die Motivirung der Anknüpfung an Neh. 7 ist der unsngen ganz ähnlich. 351) E w. betrachtet das vielbesprochene Verzeichniß der Bewohner Jerusalems im 11. Kap als bezüglich auf die erste Rückkehr, „wie sie damals nach der neuen Ordnung und Zahlung vcrtheilt wohnten"; wahrend die erste Liste Kap. 7 angeben soll „wer sie waren". Die Motivirung für diese Ansicht von Kap. 11 die bereits oben angegeben wurde, ist in dem 1. Bv. nicht enthalten. . Sehr gezwungen und unnatürlich erscheint dabei, daß 11, 1—2 sich nicht auf Nehem. Zeit und Kap. 7, 4 beziehen würde, sondern auf Serub. Zeit. ' *) Einzelnes, worin H. mit uns übereinsiimmt oder von uns abweicht, ist früher an den gehörigen Stellen angegeben. Ebenso seine Ansicht vom dem für uns Wesentlichsten auch hier keine Differenz- und Alles was wir im nächsten aus dem Ergebniß der 3; vorhergehenden ableiten werden, kann (bis auf einen gleich zu erwähnenden Punkt) auch mit Herzfeld's Ansichten bestehen. Die Bezeichnung von 1—7, 7 der Beschreibung der Mauerweihe im 12. Kap. und 13, 4—31 als achtnehemianisch und wiederum die Erkenntniß des Mittelstückes 8— 10 als unächt hat Herzf. mit uns und allen früher Genannten gemein; die Differenzen sind folgende: a) 7, 70 — 73 den Schluß der Liste, betrachtet H. als zu dieser selbst und in Serubabels Zeit gehörig; Letzteres muffen wir bestreiten^ — es ist aber, für uns jetzt Nebensache /ersteres können wiriffüö 70—72 zugeben (ft Anm. 343). b) den Ursprung von 11,. 3—36 und 12, 1 —26 haben wir selbst dahingestellt sein lassen, und wenn H. diese Lheile für Lnterpolirt hält, so giebt er doch von ersterem, zu, daß es von Neh. sein könne, e) 11/1—2 hatten wir mit allen Vorgängern für acht, Herzfeld nicht. Sein Grund ist: „Nehemia erscheint durchweg zu ruhmredig, als daß er dieser wichtigen Maßregel, die er selbst (nach 7, 4) ins Leben gerufen, in fo bescheidener Weise gedacht haben sollte."' Gewiß kein schlagender Grund; wir sagen umgekehrt: warum sollte er diese Maßregel gar nicht erwähnt haben? 6) Wichtiger ist die letzte und Hauptdiffcrenz: H. betrachtet 8, 1^-12, 26 für zusammenhängend, ** ***) wir trennen 11,1 ff. .von 8—10; auf dieser Trennung müssen wir indeß bestehen. *") Hiermit **) Dieser Prnckt giebt aber auch, wie-schon gesagt, der Gesammtonschauung H.'s und dem Gange seiner Untersuchunge^ eine von den unsrigen abweichende Richtung. Dies und der genaue Zusammenhang seiner Beweise macht es unmöglich weiter auf specielle Polemik einzugehen, zumal da seine Erörterungen sich nicht leicht kurz zusammenfassen lassen. ***) Um jedoch so gründliche und genaue Untersuchungen wie die H.'fchen nicht mit einem bloßen Veto abzufertigen, wollen wir hier eine der Hauptstützen seiner Argumentation, ja wohl die Hauptstütze,' als haltlos Nachweisen. H. sagt: 12, 26 könne sich nicht b.los auf 12, 1—25 beziehen, denn dieses Stück enthalte nicht blos Notizen für Jojakims Zeit, sondern ebensoviele für die Zeit seines Vaters Jeschua; ferner wäre denn^ das 'o? n’Dm unpassend, da sonst immer nur auf die Gleichzeitigkeit der Priester und Leviten"mit dem jedesmaligen Hohenp riester Rücksicht genommen werde. Folglich müsse sich jener abschließende Vers auf Früheres und zwar auf 8, 1 — 12, 25 beziehen; also sei dies Stück ein Ganzes. Weiter schließt ei: t»a der Derf. dieses Stückes Neh. für einen Zeitgenossen Jojakims hält, wovon 3, 1 in Neh. eigener Schrift das Gegentbeil siebt, so könne dieser Werft letzteren weder gekannt, noch gar die Absicht gehabt haben dieselbe zu ergänzen. Also ein „selbstständiger Aufsatz", und so zieht er aus dem „ abschließenden Werse" für Früheres und ^Späteres viele Konsequenzen Aber der fragliche Vers l2,26 bezieht'sich weder auf 12, 1—25 noch gar auf 8,1 bis dahin, sondern' einfach lediglich auf V. 12 — 25 (ohne die interpolirten 22—23) und entspricht, so. ganz richtig dem — rbs' pW' *>b*0 -Tin D. 7; daß aber das Herzfeld Anstößige WQM falsch sein müsse, hoben wir oben genügend därgethan. Damit fällt H.'s ganzes- Gebäude, welches ohnehin künstlich und (wie die supponirte Zeitvcrwirrung bei einem :