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Der Orient · 1851-01-25 · Heft 4 (25.1.1851) · p. Seite 55-56

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 4 (25.1.1851)
Date
1851-01-25
Page
Seite 55-56 (sequence 7)
Language
German
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55 . Studien. Konstruktion der kanonischen BB. Esra-Nehemia. 5<; Nehmen in beiden mancherlei und verschiedenartige Zusätze, Lücken, Schreibfehler und Wiederholungen an. Nach Allem scheinen die Schwierigkeiten gegen die Nehemianische Abfassung der Liste nicht unlöslich, und da dieselbe trefflich in den Zusammenhang paßt, so können wir das ganze 11. Kapitel dem Nehemia zuschreiben, was auch de Wette für zulässig halt. Wir gewinnen dadurch schon ein größeres Ganze und brauchen nicht anzunehmen, daß der Redaktor zwei Vu:se (11, 1—2) aus Nchemla'sDenkwürdigkeiten herausgerissen, und vor- und nachher Fremdes eingeschoben habe. Ein solches anatomisches Zerstückeln scheint uns überall höchst unnatürlich; wir lassen cs uns gefallen, daß ein Redaktor einzelne Verse, auch Worte ein schiebt, aber nicht das Umgekehrte. Das nun folgende Verzeichniß 11, 1—26 hat zwar sehr späte Interpolationen') — SS. 10 von D'pW an und 11 und 22 — 23 — wie oben (Anm. 277) genau nachgewiesen, aus dem Kontext klar und allgemein anerkannt ist; schließt sich aber sonst dem vorigen Kap. ziemlich geläufig an, enthalt dieses das Verzeichniß der (neuen) Bewohner Jerusalems zu Nehemia's Zeit, so wird hier ein Verzeichniß der Priester und Leviten aus den beiden früheren Generationen gegeben. Die Gründe, aus denen.man diese Stelle dem Nehemia abgesprochen hat, scheinen ungenügend; sie betreffenentweder blos jene Fortführung der Genealogie bis auf Jaddi^a (Alex. b. Gr.), was nicht gegen das Ganze, sondern nur gegen die betreffenden Verse spricht; oder man sagt: es sei ja schon ein genaueres und ausführlicheres Verzeichniß der ersten Kolonie in Kap. 7 gegeben, was solle also hier die Wiederholung?331) Dies ist ein ganz gedankenloser Eimvand; denn jene Lifte enthält nur die Namen der einzelnen Hauptft am me oder Geschlechter der Israeliten, Priester und Leviten in der ersten Kolonie und die Zahlen bilden die Hauptsache; hier werden die Namen der einzelnen Priester und Leviten, wenigstens der Familienhäupter, und zwar für zwei Generationen genannt. Daher haben beide Listen auch gar nichts mit einander gemein, dort sind 4 Priester g e sch l ech te r genannt (Jadaju, Immer, Paschchur, Eharim), hier 23 Familie n-Namen. Wenn endlich de Wette sagt, unsre Liste scheine aus der V. 22—23 citirten (jüngeren) Zeitgeschichte ausgezogen, so gilt das eben nur von diesen eingeschobenen Versen, stch) *) d. h. in Beziehung auf das Bcrzeichnkß, als älteres Schriftstück; vom Redaktor des B. Neh. könnten sie herrühren, s. weiter unten, Herzf. S. 2L4 halt aber V. 22 und 23 für zwei Glossen. 331) So Eichhorn §. 504 und Berthold S. 1022. ff) Auch Herzfeld meint: „man sieht nicht ein, welche Absicht der sonst so absichtsvoll schreibende Neh. mit der Aufnahme dieser Liste gehabt haben könne/' Da bei einer Liste, wie diese ist, von einem Verfasser eigentlich gar keine Rede sein kann, und Neh. bei deren Aufstellung jedenfalls ältere Aufzeichnungen benutzt haben muß, so fragt es sich nur, Dagegen müssen wir die Schlußworte dieser Liste in V.26 ~)D)Dn iTßDJ '»ZO'OI entschieden als unächt-und unrichtig bezeichnen; die Priester und Leviten der zweiten Generation sind nicht Zeitgenossen Esra's und Nehemia's, am wenigsten des Letzteren. Denn: 1) von der Rückkehr bis aus Nehemia's Ankunft (536 — 444) 92 Jahre verflossen, eine richtige Zeit für drei Generationen;.2) Jajakim und Nehemia sind nichtZertgenossen/ sondern bei dessen Ankunft war, wie schon oft erwähnt, nach der klaren Stelle 3, 1 Eljaschib Hhprstr. 3) Besonders deutlich wird dies aus 12, 32—34 und 41—42, wo. in einem gewiß a'cht nehernianischen Stücke die Priester genannt flnv, welche bei der Mauerweihe thätig waren?^) Wir haben da wieder 23 Namen, wie in den Verzeichnissen der ersten und zweiten 333) Generation; unter diesen sind noch 5 Männer aus Jojakims Zeit — Meschullam (ben Esra oder ben Girton), Sacharja (ben Jddo), Chananja (ben Iirmija), Uft (ben Jedaja), Jochanan (ben Amarja) — vielleicht auch noch Schmaja (= Scharnua) und Eser Eber?); die übrigen 18 oder 16 führen andere Namen und 3 die ihrer Großväter — Iirmija, Schmaja und Mijamin — wir h^ben also ganz deutlich die dritte Generalion.^*) 4) Auch die ob er selbst sie in seine Denkwürdigkeiten ausgenommen. Wie haben nicht nöthig darüber länger zu streiten. 332) Wie wir V. 35 jetzt lesen, wären freilich die 32— 34 Genannten keine Priester, aber das crjron '»JDDl gehört offenbar hinauf, denn der S'charja ist ein Lev it, ein Asafite, vgl. 10, 22 wo ein desselben als *ppr) C-6n verkommt, wie schon oben bemerkt (Änm. 328); auch sind überall die Musiker (in "W. Leviten. 333) Jeschua's Sohn, Jojakim, eingerechnet; Chattusch mit Sohn ist ausgefallen, ebenso V. 17 der Sohn des Mijamin. (Daß die zweite Generation nicht gerade aus Söhnen der ersten bestehen muß, sondern nur Stellvertreter, damalige Familien Häupter, ist schon oben gesagt.) 334) Man wird uns vielleicht entgegnen, daß nun das JTÖnj gerade richtig sein könne, weil ja zu Neh. Zeit noch einige aus der zweiten Generation lebten. Aber dabei würde man das Wesen solcher Listen anerkennen. Es ist natürlich, daß die Männer einer Gener. nicht in demselben Momente starben und daß eine in die andere greift, aber es wird jede für sich zusammengestellt; sonst hätte das Ganze keinen Sinn; denn wer wird zweifeln, daß z. B. von der ersten Generation Manche v orJeschua, dem Hohenpriester, gestorben und Andere zu Jojakims Zeit no.ch gelebt. Wenn es nun doch heißt: „diese lebten zur Zeit Jeschua's und diese zur Zeit Jchakims", so kann das nur dann etwas bedeuten , wenn die Generationen streng aus einander gehalten werden, um in diesem Sinne ist das rpDni 'O'DI hinter dieser Liste unrichtigwenn auch Einige noch den Nehemia erlebten» (Sc wirkte, nach dem gleich aufzustellenden Levitenstammbaum, der zweite Kadmiel schon in Jojakim-Esra's Zeit, aber unter den Leviten der zweiten Generarion steht doch nur dessen Vater Jeschua ben Kadmiel.) Wir sehen in dem rv>DnJ D'Ill einen Zusatz (des Redaktors?), der durch die Verwirrung der Chronologie (s. Anm. 312) entstanden ist; die Priester- und Leviten-Genealogien waren ausgezeichnet, standen fest; aber der Synchronismus der Nicht-Priester, z. B. des Nehem., zu den einzelne Generationen bald nicht mehr genau bekannt war,

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