Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1851)
- Date
- 1851-01-18
- Page
- Seite 45-46 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Studien. Konstruktion der kanonischen BB. Esra-Nehemia. ' 46 Die Mauer war am 25. Elul beendet (Neh. 6, 15), daher glaubte der Red. die Begebenheiten jenes Tischri hier paffend einrücken zu können, als nach seiner Meinung der Seit nach hierher gehörig. Sollte aber diese Ansicht richtig sein? Nein, gerade dies spricht gegen die Richtigkeit dieser Verknüpfung und liefert einen neuen Beweis dafür, daß das Li. Kap. nicht dahin gehöre. Denn an dem Mauerbau hotte so ziemlich das ganze Volk geholfen und war in Jerusalem gewesen, was wäre nun das Ginpu ^v2), werden sie in vier Tagen heimgegangen und ivitdergekommen sein? Der von dem im 8. Kap. die Rede. ist und vor dem das Volk □rj'ijn war, kann offenbar nicht der auf den Mauerbau folgende gewesen sein. Ferner: 7, 5 finden wir eine Volksversammlung nach Vollendung der Mauern zum Behuse der Bevölkerung Jerusalems. Wären die Sachen im B. Neh. richtig geordnet, so müßte die Versammlung eben in jenem Tischri stattgefunden haben; aber warum wäre das von Neh. nicht angedeutet, glht nicht vielmehr aus dem nasptn — |rm hervor, daß hier eine außerordentliche Volksversammlung statt fand? Auch ist nichts natürlicher, als daß dem Volke nach dem Mauerbau Ruhe zu gönnen war und daß die wichtigsten Maßregeln nicht so Schlag auf Schlag betrieben wurden. Müßte nun demnach die Versammlung, von der 8,1 die Rede ist, später, etwa ms folgende Jahr gesetzt werden*), so wäre wieder unbegreiflich, wie Neh. erst nachher von der Mauerweihe erzählen sollte, die doch jedenfalls nicht so lange hinausgeschoben wurde. Da s neunte Kap.3Z2) hängt durch den Eingang mit dem 8. zusammen und zeigt durch'die Namen V. 4—-5 vgl. 8, 4, 7 und den Styl denselben Verfasser; Nehemias Schreibart ist aber auch hier gar nicht zu erkennen; er, der sonst nur seine Lhaten erzählt, kommt hier gar nicht vor; auch liegt es weder im Styl noch im Charakter dieses thätigen, energischen Mannes (das le style c’est l’hoiume, springt bei ihm besonders ins Auge) lange Gebete oder liturgische Betrachtungen aufzuschreiben. Dagegen haben beide Kapp. (8. und 9.} die größte innere Verwandtschaft mit dem letzten Theile von Esra, und nach unserer Ansicht reiht sich auch der Seitfolge nach das hier Erzählte an den Schluß dieses Buches *) So nimmt Herzf. an und setzt die Mauerweihe nach Megil. Ta'an. Kap. 2 und 7 entweder auf den 7. Jjjar oder den 7. Elul. Unsre zum Lheil schon längst von Andern vorgebrachten Gründe, wonach die Kap. 8 erzählte Geschichte vor Rehem. Ankunft zu setzen ist, hat er dabei gar nicht besprochen. Dagegen sieht er sich dann genölhigt, die-Beschreibung der Maucrweihe auch für versetzt zu halten, da diese vor jenem Tischri stattgefunden haben soll. — Von ihm entlehne ich für Obiges noch das Argument, daß zwischen dem 25. Elul und dem 24. Tischri (9, 1) unmöglich alle 10, 3 t ff. angegebenen Dinge besprochen und beschlossen werden konnten, am wenigsten die Ausscheidung der heidnischen Frauen, die bei Esra 3 Monate dauerte. ' 322) Wir dürfen uns bei diesen Stücken (Kap. 8—10) an die Kapftelcheilirng halten, weil jedes von ihnen wirklich ein kleines Ganzes erithä.r. an; mag daher das 10, Kap. Lm Esra. von Esra oder von einem Andern verfaßt sein (Anm- 292), immer ist es zulässig anzunehmen, daß Nehem. 8—9 resp. 10 vom Verf. des 10. Kap. des B. Esra herrühre und eigentlich zu diesem gehört habe. Das zehnte Kapitel wird von den Meisten für eine unmittelbare Fortsetzung des Vorigen gehalten. Was den Eingang nNri?D3? (V. 1, nach andern Ausgg. ist es 9, 38) betrifft, so spricht er für wie gegen die Zusammengehörigkeit. Ein Zusammenhang ist da: ,, Unsere Vorfahren haben Dir nicht gehorcht (9, 34) obgleich es ihnen gut ging (35), wir' sind jetzt im Elend (36—37) und doch, n^T machen wir ein neues Bündniß." Aber nun läuft das Gebet, oder die Betrachtung, welche von V. 6 an ganz konstant u. ohne Wechsel der redenden oder angeredcten Person durchgeführt ist, plötzlich in ein Unterschriften-Verzeichniß aus. Hat man das Gott vorgelesen? wo hört das Gebet auf? Ueber die Unterschriften selbst bemerkt de Wette: „Zwar hat Kap. 10 den Schein einer gleichzeitigen Urkunde, aber die Unächlheit vieler Namen zeugt für ein späteres Machwerk-" Es sollen nämlich viele der hier verkommenden Priester- und Leviten - Namen nach Neh. 12, 1—9 Zeitgenossen Srrubabels angchören. Das ist richtig; ich möchte aber darüber folgende Ansicht . aufstellen. Die hier vorkommenden Namen sind nicht die Eigennamen der Personen, sondern die Familiennamen, mit denen sie als Geschlechtshäupter (niDK für sich und ihre Familie (Geschlecht) zeichnen. Bei den Namen der (Par'osch, Pachat- Moab, Elam rc. ) scheint dies besonders deutlich zu sein; die Familie heißt B'ne Paro'sch u. s. w. (Esc. 2. 8. und 10), die Männer, welche hier zeichnen, mögen eigentlich Pedaja b. Par'osch (Neh. 3, 5), Chafchub b. Pachat-Mvab (das. 1l) u. s. w. geheißen haben, sie zeichnen aber mit dem Familiennamen — und auch bei den Priestern, und Leviten wäre durch diese Ansicht vielem Wirrwarr abgeholfen. 323) Auch die Vergleichung von!2, 1—7 mit das. 12— 21 bestätigt dies, denn nno «• f* w. heißt wohl weniger „Sohn des S'raja" als Damaliges Haupt der Familie S'raja", und sind dort auch in der Regel wohl die Söhne gemeint, so zeigt doch'die jedesmalige Wiederholung des väterlichen Namens, daß man auf diesen ein Hauptgewicht legte und daß er Familienbezeichnnng wurde. Vgl. auch 12, 22! Zugleich ließen sich aus den hier V. 2—9 und i2, 1—7 vorkommenden Namen vielleicht die 24 herausbringen- Erstere Stelle hat, Zidkija eingerechnet, 22 Namen, letztere, Jeschua eingerechnet, 23. Unter diesen sind 14 gleiche oder wenig verschiedene (Amarja, Abia, Chattusch, Jirmja, Maluch, Mremot, Mijamin, Sraja, Schmaja — dann 'Ginton (taj) Bilga (aj) Maasja (adja) Asarja (Esra) Schbanja (Schchanj.), die mitunter im 12. Kap. selbst variiren. Die übrigen sind' aber nicht zu vereinigen."") **) Ich taffe dies so stehen, wie ich es vor Einsicht irr Herzfeld's Werk geschrieben. In diesem findet sich S.337