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Der Orient · 1851-01-18 · Heft 3 (18.1.1851) · p. Seite 43-44

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Journal
Der Orient
Volume
12 (1851)
Issue
Heft 3 (18.1.1851)
Date
1851-01-18
Page
Seite 43-44 (sequence 11)
Language
German
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44 43 Studie». Konstruktion der. kanonischen BB. Esra-Nehemia. Gaben der verschieden sind, ließe sich so erklären, aber es ist hier 1) von Geschenken" des Lkrschata3") und des „übrigen Volkes^ die Rede, wovon in Esra gar nichts steht; 2) in Esra wird ganz angemessen zur Erbauung des Tempels gesteuert ß, 68) hier ->^s^ oder fDN^bn "wS Tempel scheint vollendet; 3) wenn diese Verse mit denen in Esra identisch sein sbllken/so wäre gar nicht einzusehen, was sie hier sollten, wozu Nehemia ein Verzeichniß von vor fast L60 Jahren gespendeten Gaben hier eingerückt haben sollte. Endlich 4) merke man auf das doppelte 'nTVTOTi r&pOi und 'ttfl was zwischen Nfiiznnn eingeschoben erscheint. Wir werden daher an nehmen Knüffen, daß der Schluß der Nehemianischen Liste gar nicht der der Esraitischen sein soll, sondern daß zu Nehemia's Zeit ebenfalls von ihm fden Stamm- Häuptern und?^ dem übrigen Volke gespendet wurde und daß dies hier berichtet wird. Der nähere Zusammenhang könnte folgender sein. Nehemia will Jerusalem neu bevölkern, zu diesem Zwecke hält er eine Volksversammlung (7, 5), die alte Liste wurde damals ohne Zweifel durchgegangen und vorgelesen, um danach die auszuwählen, die nach Jerusalem ziehen sollten oder sich freiwillig meldeten ( 11, 1—2), und dabei mögen jene Gaben gesammelt worden fein311} deren Verzeichniß dann der alten Liste statt des dortigen angehängt, oder3^) in dasselbe eingeschoben wurde. Nehemia selbst scheint dies freilich nicht gtthan zu haben, denn er würde nicht '^nnn jrU sondern innj oder -j&swi geschrieben auch wohl seine Formel rrof hinzugefügt haben — vgl. besonders 5, 14— 19 — aber von dem Schreiber, welcher das t#|r>nn und die Sammlung leitete, kann es ausgezeichnet und dann von Nehemias in sein Werk ausgenommen worden feto»319) oft); E. A. scheint daher absichtlich geändert zu haben: Gold 100t), Silber 5000, aber beidemal Minen, so daß der Werth doch größer ist. 315) Wenn es dasselbe Vcrzeichniß sein und dies im Esr. ausgefallen sein sollte, so müßte der Tirschara wieder Serubabel sein. 316) Sonderbar genug will Berthold gerade aus dem „gleichen Ausgang?' beider Liften, den er nebeneinander stellt, erweisen, daß sie aus einem Originale stammen (was für das Vorhergehende gar keines Beweises bedarf); aber er stellt beide nur von zusammen und verschweigt das tyrmV Dennoch macht dies in der Hauptsache gar keinen Unterschied, da auch nach Berthold die Liste, welche btö xiN ifinio i'iel. (in 8, 1) gereicht haben soll, von Nehem. hier einaerückt wurde, das Folgende aber durch diesen Schluß hierhergeführte Interpolation ist. Es handelt sich also nur darum, ob der Schluß zur alten Liste oder in Nehem. Zeit gehört. Gegen Bertholds Ansicht, die Liste bis ihk tpvo auszudehnen, bemerkt de Wette ganz richtig, daß das eh rin JOT nichts in einer Zählungsliste zu rhun habe. 317) Vielleicht eben auch durch die Erwähnung der alten Gaben veranlaßt. Sonst könnte die Sammlung auch bei der Mauerweihe (12, 27 ff.) ftattgefunden haben.( 318) Wenn wir nämlich auf den vierten der oben angegebenen Gründe sehen. 319) Ganz so de Wette: „Ney. schaltet die Liste bis - Jedenfalls kann aber die Liste, die alte wie die am Schluß neu ausgestellte als solche nicht weiter gegangen sein, als bis a n ,V. 73 oder höchstens bis an das erste Dflnjn in die- |fem Verse; das 'dt yJM kann nicht mehr zu ihr gerechnet Dwerden. Dennoch finden sich diese Worte bis ' identisch in Esra und Nehemia hinter derselben, während die dann beschriebenen Feste ganz verschieden sind. 32Ä) Es kann nun auch gar nicht bezweifelt werden, daß die Anknüpfung im B. Esra die richtige ist,, denn dort folgt Alles natürlich auf einander: Rückkehr, Verzeichniß der neum Bewohner, vorläufige Ansiedelung, Versammlung im 7. Monat, Errichtung eines provisorischen Altars u. f. w. — im Nehemia ist der Zusammenhang ein rein äußerlicher, ja sogar ein falscher wie sich alsbald noch mehr zeigen wird. Nur wenn Cap. 8 (u. ff.) nicht von Nehemia herrüyrt, sondern ursprünglich für V sich bestanden hat, können wir vie Anknüpfung leicht erklären. (Der Redactor des B. Nebem., welcher im B. Esra auf jene Liste das yjpV folgen sah, fand sich dadurch veranlaßt, die Verschreibung abermaliger Tischrifeste mit den von'dort entlehnten Morten -wieder an die Liste anzuschließen, resp« in Nch. Denkwürdigkeiten da einzuschieben. Man?faW aber auch ebensogut annehmen, daß das 8. Kap. schon ursprünglich mit oder angefangen habe,fs-j-) oder daß es einen andern ähnlichem Eingang hatte, der vom Redakt. nach Esr. 3 abgeändert wurde3^); immer wird sich die Einrückung dieses Stückes an seine jetzige Stelle auf dieselbe Art erklären. Es liegt auch noch ein Grund zu dieser Einrückung nahe. in sdas erste Anrri. 316] cnHj/3 t in, doch ist V. 70—72 mit Rücksicht auf Nehemia und seine Zeit überarbeitet, aber -schwerlich von seiner Hand, sondern von der welche Kap. 8— 10 schrieb.^ Letzteres halte ich nicht für nöthig und die oben gegebene Erklärung für einfacher. — Herzfeld hat dagegen die Berthold'sche Ansicht; der Schluß, meint er , könne nicht ans Nehem. Zeit gehen, denn bei V. 67—69 sei dies unmöglich (dies haben wir zugegeben) ,, und in Net). Zeit wüßte ich auch keine paffende Gelegenheit, bei welcher so große Summen und nebenbei 597 Priesterkleider zu schenken nöthig gewesen wären, da die Mauer nicht für baares Geld gebaut wurde." Aber Geld für den Tempel- und Staatsschatz (nsN^Dn “lyiN*? ganz allgemein) und Pricsterkleider konnte man immer brauchen. — Uebrigcns ist nach H. durch diesen Schluß und die Analogie von Esra 3 die Einschiebung des 8. Kap. veranlaßt worden. 320) Ich erinnere mich zwar irgendwo die Meinung gelesen zu haben, daß beide Feste identisch seien, doch bedarf dies keiner Widerlegung. Wohl aber ist dies vielleicht der Grund von Raschi's oben Anm. 308 angeführte Ansicht. -j-fs-) Richtig bemerkt Herzfeld (S. 309) das Datum dieser Versammlung brauche nicht dem von Esr. 3, 1 nachgcdjchtet zu sein, da stets die Zeit nach der Erndte sich am besten dazu eignete. 321) Für diese beiden Annahmen spricht auch der Umstand, daß ein neuer selbstständiger Abschnitt nicht so kahl mit begonnen haben kann. Uebcigens werden wir in 8. 3. darauf zurückkommen und darrhun, daß der ganze V. 7, 73 ursprünglich zum 8. Kap. gehört haben müsse.

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