Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 12 (1851)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1851)
- Date
- 1851-01-18
- Page
- Seite 47-48 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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48 4? Schriften für die jüdische Schule. — Mittheilungen aus der Gegenwart. Wenn man nun den Umstand, daß Esra's Name unter diesen Unterschriften fehlt, urgiren und daraus folgern will, daß er damals nichtmehr am Leben gewesen (Anm. 256), so könnte dieses Kapitel nicht mit dem Vorigen ein Stück bilden^ denn da hat ja Esra noch eine Hauptrolle gespielt. .Erklärungen für das Fehlen Esra's sind indesse^ mehrfach gegeben und leicht zu finden: er kann gerade verhindert gewesen sein, oder als bewahrter Anhänger der Thra brauchte er nicht zu unterschreiben (aber warum denn Nehemia?), öderer har das Dokument:aufQefu^t und darum nichlt unterzeichnet; (so Keil — aber warum wäre das nicht erwähnt?). Jedenfalls bleibt die Angabe des- Josefus über Esra's Ableben vor Nehemia's Ankunft auch hier die einfachste Lösung.*") Halten wir ferner unsre Ansicht über das 8. Kap. fest, daß das dort Erzählte vor Nehemia falle, so müßte hier die Unterschrift „Nehemia den Tlrschata" inrerpolirt ffem, wie 8, 9; Fürst (.LBl. d. Or. 1850 Nr. 7) will aus den Namen dieses 10. Kap. die 120 Männer der so bestimmt herausrechnen, daß er die Einsetzung dieses Kollegiums auf jenen 24. Tischri des Jahrrs 444 v. Chr. ansetzt. Mr wollen über die Jahrzahl, bei der die richtige Anordnung der Begebenheiten in dem heutigen Buche Nehemia vorausgesetzt wird, nicht streiten; aber F. setzt zu den 23 Priestern (Nehem. ist irrthümlich mitgerechnet), 18 Leviten und 44 Israeliten, zusammen 85 — «x proprio gerade 35 Propheten (mir Berufung auf a'N':u noa oniDI Megil. 17, 8). Wir möchten doch rathen, diese Annahme noch nicht als Faktum in die Geschichte aufzunehmen. "’) Herzfeld giebt hierfür wider Willen eine Stütze. Er sagt: der als dritter unterschriebene S'raZa wqr ohne Zweifel der Tempelkommandant (11, 11) wer war nun der Zibkija, der vor diesem unterzeichnen konnte? Doch gewiß kein obskurer Mann; wahrscheinlich ist er gleich dem „Schreiber Zadok" 13, 13, dieser setzte die Urkunde auf und unterschrieb darum vor den Priesterhäuptern; das bedeute, an der S p i tz e der Unterschriften. " So Herzfeld und man wird diese Dermuthungen ziemlich wahrscheinlich finden. Er selbst will nun damic beweisen, daß E. am 24. Tischri nicht thätig gewesen sei. Das folgt gewiß daraus; aber dann fragen wir um so mehr: wo war denn Esra, warum ein anderer Safer? „Wer weiß, sagt H., was ihn verhindert haben kann an diesem Tage aufzurrrten, beinahe will es mich bedünken, als ob dir Eifersucht des ehrgeizigen Nehem. diesen veranlaßt habe, Esra fernzuhallen und statt seiner des Zidkija sich zu bedienen." Das Letztere ist wirklich, wie wir schon früher angegeben haben, für die der unsrigeg entgegengesetzte Ansicht überhaupt die einzig mögliche Deutung, -7 Daß Herzf. die von uns adoptirte Ansicht über das Datum des 8. und 9. Kap. und die Notiz des Josefus gar nicht berücksichtiget, ist schon Anm." (hinter 321) erwähnt, um so fond-erbarer ist es, daß er eine andere Angabe des Joses, wonqch Lojakim und Esra ungefähr gleichzeitig gestorben, benutzt. —424 eine Abhandlung über die Abtheilungest der Priester und Leviten. Labor improbus! Es gehört viel Geduld dazu, auf diesem genealogischen Felde zu forschen; besonders da es meist -)eq nyvp ist. — oder sie ist acht, dann hängt dieses Aktenstück mit deck Vorhergehenden der Zeit nach nicht zusammen. Wir lassen es daher unentschieden, ob Kap. 8—10 zusammcngehöre oder nicht, besonders da es auch^dann immerhin von einem Berf. herrühren kann, wenn es nicht in eine Zeit fällt. Gegen die Nehemianische Abfassung macht de Wette noch geltend, daß sich Ney. 13, 15 ff. und 23 ff. nicht auf B. 31 und 33 hier bezieht, d. h. daß er nicht an das damals Beschworene erinnert. Dasselbe gilt von V.35 aus dem man vielleicht, wegen Kap. 13, 31, aus die Aechrheit des Kap. schließen könnte; aber liegt es wohl in Neh. Art eine Sache öfter zu erzählen? (Fortsetzung folgt.) Mittheilungen aus der Gegenwart. Galizien. Die Wirksamkeit der sich bildenden Vereine zur Gründung von Kolonien in Galizien, Bukowina, Ungarn u. s. w. rritr mit jedem Tage nur stärker hervor und wenn die Regierung dieses Streben begünstigt, so dürfte man rin Resultat erhoffen. Lemberg. Wie in Prag soll auch hier eine Notabeln- Versammlung berufen werden, um die Kultusangelegenheiten und das Schulwesen, die Gründung von einem Rabbiner und Lehrerseminar zu besprechen. Man giebt sich hier der Hoffnung hin, daß hier die Jntcigue keinen solchen Boden finden wird. — Frankfurt d. M. Der Verein zur Gründung einer Rabbiner - Wittwen - und Waisenkaffe hat nun seine Statuten in oxi^n8o veröffentlicht. Berlin. Das Kultusministerium hat ein Reskript erlassen , wonach die von einer Konfession zur andern Uebertretenden, vorerst für das laufende Jahr ihre Beitrage zur früheren Gemeinde regeln müssen. Pe sth. Der hiesige israelitische Handwerker- und Ackerbau-Verein hat soeben eine Sitzung gehalten, und ist entschlossen seine Thätigkeit weiter auszudehinn. Prag. Hrn. Kohn's Aufsatz über Gründung eines Rabbiner-Seminar's hier ist soeben als Broschüre besonders erschienen. San Irancisko (Kalifornien). Hier hat sich eine israelitische Gemeinde förmlich konstituirl. Kingston (in Jamaica). Großer Gottesdienst und Gebet zur Abwendung der Cholera, die da würbet. Prag. Von unserer Synode ist noch bis jetzt kein Resultat erzielt; die Vorlagen, welche der Ausschuß in 8 Tagen bringen sollte, ist nicht bekannt, noch weniger das Schicksal dieser Vorlage bei der allgemeinen Abstimmung. Gegenseitiges Mißtrauen, Jntriguen, Vorurtheile u s. w. scheinen hier vorwiegend zu sein- Druck von I. H. Nagel. Verlag von C, ß» Fritzsche.